Archiv der Kategorie 'Wirtschaft'

Im Verlangen nach öffentlichem Ansehen

Nachdem ich mein Vermögen gemacht hatte, wollte ich wie jeder Mensch, der Macht hat, auch öffentliches Ansehen. Ja, es ist eine Sünde, ich gestehe das offen ein, aber so sind wir Menschen nun mal. Im Verlangen nach öffentlichem Ansehen habe ich den Fußballklub Steaua gekauft. Das Symbol Rumäniens.

Der Präsident von Steaua Bukarest und bald vielleicht auch von ganz Rumänien im Interview

Mach’s gut, Magenta: Telekom steigt vom Radsport-Sattel

Das Auspacken von Patrick Sinkewitz war der Tropfen, der das Doping-Fass aus Telekom-Sicht zum Überlaufen brachte. Die tragischen Folgen:

- der reiche Amerikaner macht jetzt eben ohne Konzern im Nacken weiter
- die Radsport-Rubrik in vielen Publikationen kann jetzt endgültig wieder zu Sonstiger Sport sortiert werden
- die herrlichen Fernsehbilder französicher Landschaften werden nicht mehr durch häßliches Quasi-Pink verunstaltet
- vorerst keine dramatischen Dopingkonferenzen im öffentlich-rechtlichen TV mehr.
- plötzlicher medialer Aufschwung für die Friedensfahrt
- die Telekom kann jetzt Geld in richtige Sportarten (also mit Ball) sowie – auch wenn es utopisch klingt – in besseren Kundenservice investieren
- die Politik wird pink


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Was ein Bayern-Trikot so alles anrichten kann

Da ich das gestrige Uefa-Pokal-Spiel der Bayern – übrigens nach den 111 Jahre alten original Jenaer Regeln gespielt – ohne langweilige Dusel-Klischees zu bedienen nicht kommentieren kann, hier jetzt lieber eine kleine, dafür aber gänzlich unoriginelle Fakten- und Linkschleuder:

Der Herbig heißt Bully, weil er beim Fußball immer ein Bayern-Trikot trug, das damals (1979-1984) vom Logo der Firma Magirus-Deutz geziert wurden, einem ehemaligen, beizeiten in Iveco aufgegangenen Lastwagen-, Omnibus- und Feuerwehrfahrzeughersteller, der unter anderem für eine Produktlinie bekannt war, dessen kantige, wuchtige Konstruktion mit freistehenden, eckigen Kotflügeln dieser Fahrzeugserie den Spitznamen „Bullen“ verlieh.

Ottfried Fischer hat damit also nichts zu tun.

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(Ich muss irgendwann mal in einem ungeeigneten Moment lässig den fantastischen Fachbegriff kubische Pressstahlfrontlenker fallen lassen. Ich muss!)

Nur mit Zähneknurren

Ausgabe Nr. 42, Seite 11 (pdf):

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend will seine Sportfördermittel auch im kommenden Jahr um weitere 300.000 Euro abbauen. Nur mit Zähneknurren billigten im Bundestags-Sportausschuss die Koalitionsfraktionen die Ansätze im Etatentwurf, die sich von 6,568 Millionen Euro im Jahr 2006 auf nunmehr 5,923 Millionen Euro vermindern sollen.

Hiermit stelle ich einen Antrag auf einen offiziell geprüften Neologismus. Um das Magenfletschen kümmert sich dann bitte jemand anderes.

„Ein überreicher Verband, der in Prunkbauten residiert“

Mein Fazit: Der Anspruch und die Wirklichkeit der Dokumentation klaffen aber auch etwas auseinander. Beweise konnten auch nach zwei Jahren keine geliefert werden, sondern nur Vermutungen. Es bleibt, was ist. Ein überreicher Verband, der in Prunkbauten residiert. Der aber auch fähig war, Fussball gross zu machen und gross zu halten.

So das Resümeh (hey, neue Rechtschreibung!) von Medienleser Ronnie Grob, der die FIFA-Dokumentation gestern Abend in der ARD mitgebloggt hat.

Die große Kirch-Woche

… diese Woche im clap-Magazin.

Im Land der Sportsfreunde

Zeitung boykottiert Sponsor. Verein boykottiert Zeitung. In der Siegener Provinz. Und Kurtspaeter schreibt darüber.

Die deutsche Sportartikel-Industrie ist leer

Scheint ziemlich ausgeflippt zu sein, der Bundesverband der Deutschen Sportartikel-Industrie. Dieser Messestand ist geradezu vorbildlich designt, aufgeräumt, viel Weißraum, Konzentration auf das Wesentliche, ein klares, prägnantes Logo – fehlen nur noch Spiegeloptik und Beta-Pappschild.

Aber auch kein Wunder, bei dieser unüberschaubaren Masse an Mitgliedern.

Bundesliganussmus

Da die DFL heute den neuen Spielplan so irre toll präsentiert hat, soll auch dazu gesagt sein, dass die Deutsche Fußball Liga (Deppenleerzeichen included) offenbar Großes vorhat. Viel Großes. Sehr viel Großes.

Wie sonst ist es zu erklären, dass beim Patentamt insgesamt 480 Zeilen voller Waren und Dienstleistungen im Zusammenhang mit der DFL geschützt sind. Es wäre vermutlich einfacher gewesen, all jenes aufzuführen, was nicht geschützt ist. Und bei einigen Waren frage ich mich, was die in Verbindung mit der Fußball-Bundesliga hinsichtlich Handel und Gewerbe denn so bringen könnten:

Heilkräuter in getrockneter und konservierter Form; Hieb- und Stichwaffen; Häute und Felle; Waren aus Kork, Rohr, Binsen-, Weidengeflecht, Horn, Knochen, Elfenbein, Fischbein, Schildpatt, Bernstein, Perlmutter und Meerschaum; Schiedsrichterstühle für Tennisveranstaltungen; Polsterfüllstoffe (außer aus Kautschuk oder Kunststoffen); künstliche Blumen; Milch, einschließlich Dick-, Sauer-, Butter- und Kondensmilch; Tofu; Essenzen für Backzwecke (ausgenommen ätherische Öle); Frucht- und Gemüsepasten einschließlich Nussmus; Dienstleistungen eines Redakteurs; Betreiben von Campingplätzen; persönliche, soziale und gesellschaftliche Dienstleistungen zur Befriedigung persönlicher Bedürfnisse; Begleitdienste, soweit in dieser Klasse enthalten

Besonders das mit den Begleitdiensten müssen sie mir noch mal genau erklären.

(Achso.)

Wettbüro der Herzen

Schalke 04 ist Deutscher Fußballmeister. Sagt der Online-Wettanbieter gamebookers und zahlt prompt die 1,9-Quote an alle Schalketipper schon jetzt aus. Werden die Gelsenkirchener abgefangen, muss der gamebooker-Schatzmeister eben noch mal in die Kiste greifen.

Sollte das Beispiel Schule machen, könnten doch die Knappen am Freitag in Bochum schon mal den Sekt kaltstellen. Warum nicht vorzeitig die noch nicht gewonnene Meisterschaft schon mal vorfeiern? Die frisch beflockten Meister-T-Shirts präsentieren, den Mirko bierduschen und am Sonnabend dann im Cabrio-Bus durchs Ruhrgebiet. Warum soll man sich für so schöne Lebensdinge wie eine Salatschüsselfeier abhängig machen von hinterhältigen Nachspielzeitfreistoßtoren? Von Bremern und Stuttgartern, die keine Ahnung von in letzter Sekunde verlorenen Meisterschaften haben.

Also: Herzlichen Glückwunsch, Schalke 04!