Archiv der Kategorie 'Wintersport'

Bandy

Wo bei der Vorstellung des Schachboxens hier bereits ein hübscher Vertreter des Sportarten-Mischens aufschlug und die Thematik mit der Kombination Fußball und Sand anschließend noch vertieft wurde, möchte ich den fast verflüchtigten Winter noch schnell nutzen, um auf das wundervolle Fußballfeldeishockey hinzuweisen. Und da offenbar vor zwei Jahrhunderten jemand global gedacht hat, nennt sich das Ganze kurzknapp Bandy und sieht so aus (Pump up the volume! Endlich mal Scooter ins Blog gehievt):

Das Spektakel stammt in seiner Sportform aus England und hat sich größtenteils in den klassischen (Eis)-Hockey-Nationen Skandinavien, Kanada und Russland niedergelassen. Es gibt orangene Bälle, blaue Karten, eine Auslinie, Abseits, gespielt wird 11 gegen 11 und 2×45 Minuten. Leider krachen nur selten Menschen gegen Werbebanden, weshalb sich später das Halleneishockey durchsetzen konnte.

Sport im April

Merkwürdig: Nachdem die Rekorde für das längste Eishockeyspiel in Deutschland jüngst reihenweise gepurzelt sind, haben sich auffallend wenige Fußballprofis über ihr sonst gerne bejammertes (englisch-)wöchentliches Arbeitspensum beschwert. Jedenfalls beginnen am 13. April die DEL-Playoffs, ein mögliches fünftes Entscheidungsspiel am 22.4. müsste ohne Penaltyschießen entschieden werden.

Am 19. suchen Bayern München und Borussia Dortmund in Berlin den Fußball-DFB-Pokalsieger. Die Hauptstadt wird in schönstem Schwarz-Rot-Gelb erstrahlen, West-Charlottenburg wird dezent nach Fanpisse riechen, und trotz Weltmeistertitel ohne Gegentor wird eine der häufig gestellten Fragen wieder mal lauten: „Wer spielt eigentlich bei den Frauen?“

Ein paar Minuten später, also in der Nacht zum 20. April, beginnen die NBA-Playoffs. Und sollten die Dallas Mavericks den Zwei-aus-Dreikampf gegen Denver und Golden State nicht verlieren, kann die deutsche Nationalmannschaft namens Dirk Nowitzki wieder einmal ein paar Spiele lang, doch am Ende schließlich vergeblich gegen seinen Spitznamen „der Bayer Leverkusen des nordamerikanischen Basketballs“ ankämpfen.

Mit kleineren Bällen spielen einige distinguierte Herren im englischen Sheffield ab 19. die Weltmeisterschaft im Snooker aus. Das nach den schönsten Bahnstrecken der Welt beste TV-Sedativum für Männer ist fest in britannischer Hand, aktueller Titelträger ist der Schotte John Higgins. Die unumgänglichen Hinweise auf das Snookerblog und Rolf Kalbs Eurosport-Break soll nicht fehlen.

Am 21. April, dem amerikanischen Patriot’s Day, fällt traditionell der Startschuss zum Boston Marathon. Seit 111 Jahren schon schrubben ehrgeizige Langläufer in Massachusetts ihre Glückskilometer. Im vergangenen Jahr sorgte Petrus für die schlechtesten Siegerzeiten der letzten drei Dekaden. Wenn das hier jemand liest, der mir plausibel erklären kann, warum man solange über asphaltierte Straßen hetzen sollte, möge er sich bitte mitteilen.


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März
Februar
Januar

Dienstags-Dreier

Die Kollegen postieren sich zum Rebound, der Gegenspieler verfällt in nervösen Verteidigungsaktionismus, Dribbling nach links, schneller Crossover, ein langer Schritt parallel zur 6-Meter-25-Linie, beidbeiniger Absprung, abdrücken, nachklappen, beim Landen nicht auf des Gegners Fuß landen, swoooosh!

Das Liveblog-Werkzeug Cover it live (gkuckst du) hat auch Heimvorteil-Blogger Jörg Leopold neugierig gemacht. Heute also ab viertel acht live beim Tagesspiegel das erste DEL-Halbfinale zwischen den Eisbären und der DEG.

Ebenfalls derart gechatbloggt wird seit einem Monat beim Basketball-Blog Sprungball. Thomas Käckermeister (mit Crossover-, Five- und Fiba.com-Hintergrund) bittet jeden Montag Abend zur Sprungball-Sprechstunde. (Bei der Fiba ist das Tool im übrigen auch im Einsatz.)

Jürgen Kalwa lässt auf American Arena den deutschen Golfer Alex Cejka geschickt für Red Bull werben: Sechs Dosen für 500 Kilometer und knapp 12.000 Dollar Preisgeld.

Näkemiin, Janne Ahonen!

Interviews mit ihm waren vor allem eines: kurz. Sein Blick dabei meist beerdigungsernst, seine Aussagen: Trivialitäten an der Grenze zum Surrealismus. Vor drei Jahren flog mit an den Fuß geschnallten Brettern er soweit wie niemand vor ihm: 240 Meter. Dass er bei der Landung stürzte, war ihm vermutlich ein halbes Augenbrauenzucken wert.

In Würdigung eines großen Sportlers, der es in der Öffentlichkeit dann aber auch dabei belassen konnte, nun nüchtern und knapp die Nachricht: Die skispringende Stimmungskanone aus Finnland, Janne Petteri Ahonen, hat heute seine Karriere beendet.

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Der angezogene Wahnsinn

Magdalena Neuner – der nackte Wahnsinn

Tja, liebe Überschriftenentscheider in den großen Medienhäusern, da hättet ihr auch schon mal drauf kommen können, eure Klickviecher sowie einschlägige Informationsgugelsucher derart subtil anzulocken. Seid ihr aber nicht. Bätsch.

Im nächsten Winter dann, vielleicht.

Schmitt, Hilde und der Blauwal

Beim aktuellen Weltcupspringen in Lillehammer belegt Martin Schmitt nach dem ersten Durchgang mit 100 Metern Platz 50. Von 50 Springern. Böse Zungen würden jetzt sagen, Schmitt ist der schlechteste Springer des ersten Durchgangs. Noch bösere würden darauf hinweisen, dass der Führende, Tom Hilde aus Norwegen, 133,5 Meter weit gesprungen ist. Während man sonst immer sagt, zwischen x und y passt kein Blatt Papier, ist es in diesem Falle so, dass zwischen Hilde und Schmitt ein ausgewachsener Blauwal passt.

Nun, es kommt ja noch ein Durchgang.

Wo sind all‘ die Leute hin?


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«Die Mannschaft ist sehr enttäuscht. Sie hatte eine große Party erwartet», sagte Sportdirektor Otto Sykora. Mit dem 3:4 nach Penaltyschießen gegen die Hannover Scorpions hatte der Vizemeister den noch fehlenden Punkt geholt, um zum zweiten Mal nach 1999 als bestes Team in die Playoffs am 18. März zu starten. Normalerweise kehren die Ice Tigers immer nach Siegen für eine Ehrenrunde zurück. Nachdem es gegen Hannover am Ende eine Niederlage gab, hatten die Anhänger schon den Heimweg angetreten.

Kann es sein, dass die Nürnberger Eishockeyanhänger ein klitzekleines Bisserl verwöhnt sind und zur Vorrundenmeisterschaft gleich gern noch einen Sieg dazug‘habt hätten? Und: Ist dieses ziemlich strenge Fan-Instrument übertragbar?

„Jo mei, gleich kommts die Bayern noch moal ins Stadion z‘rück.“
„Joa, gewonnen hammers.“
„Obwohl, das Gegentor hat’s nicht nötig g‘habt.“
„Joa, a Schmarrn war des.“
„Also, gehn ma. Solln’s halt allein feiern.“
„Joa. Da werd‘n sich’s wundern.“

Supersonntag

Nachtrag: Aktion entspannteres Lesen im Livesektor.

Tach. Hübscher Sportmix heute, von allem ein wenig dabei:

1400 Zweite Liga
1415 Biathlon-WM, Verfolgung Herren
Eisschnellauf, Mehrkampf-WM
1700 Bundesliga: BVB-Schalke, Bayern-Werder
1800 Afrika Cup, Finale

Ich übergebe mich ins angeschossene Liveblogtool.

Eine Herausforderung für Jung und Alt!


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Dieses Bildwerk ist jedoch nicht mit dem eventuell zu vermutenden Volleyballsport in Verbindung zu bringen, sondern wurde von einer gewissen Frau K mit Sommerrodelbahn verschlagwortet. Warum auch immer.

Sport im Februar

Übermorgen beginnt mit dem traditionsüberladenen Testspiel Deutschland gegen Österreich die Fußball-EM 2008. Man wird im Vorfeld an der 1-zu-10-Relation, Cordoba, Eddifinger, Gijon, Hitler und Karl Kraus nicht vorbeikommen. Dann gewinnt Deutschland, und bis zur peinlichen Test-Pleite gegen die Schweiz und der daraufhin aufflammenden Torwartdiskussion sind wir schon Europameister, gar keine Frage. Mehr zur Euro gibt es zwei Querstraßen nach Südosten , dann die erste links, dem Euroblog mit den wenigsten klugen Beiträgen, dafür aber den meisten dusseligen Kommentaren.

Am 9. beginnt in Schweden die Biathlon-Weltmeisterschaft. ARD und ZDF verlagern ihr reguläres Programm ins Internet und senden 20 Stunden am Tag live aus Östersund. Die Quoten – ein Traum. Das März-Playmate heißt Magdalena Neuner, Michael Greis erschießt im Stehen aus Versehen Andreas Birnbacher, und Ole Einar Björndalen kandidiert nach den 16 WM-Goldmedaillen für das norwegische Außenministeramt. Bei solch Referenz kein Wunder:

So zog er sich als Kind während einer Show im norwegischen Fernsehen auf einem Seil balancierend bis auf die Unterhose aus und auch wieder an.

Die beliebtesten Basketballer Amerikas treffen am 17. in Katrina-Town aufeinander. Wie früher in Europa heißt es dann wieder Ost gegen West, außerdem gibt es eine Menge vermeintliches Spektakel mit Kunststopfbällen, Nachwuchsspiel und Dreipunktewettbewerb. Dirk Nowitzki spielt auch kurz mit und schreit nach seiner einzigen Aktion – einem langweiligen Sprungwurf aus fünf Metern gegen einen uninteressierten und nichtverteidigenden Gegner – das Publikum an: He can‘t guard me!

Vom 22. bis 24. treffen sich die Vögel der Sportwelt, die Skiflieger, zum kollektiven Weithüpfen in Oberstdorf. Die Typen verstehen zwar ihr Handwerk, haben sich aber aus Erfahrung dennoch darauf geeinigt, kurz vor dem Losfliegen auf der Schanze nicht mehr den Namen derselben laut auszusprechen. Beim Trainingsflug eines unbekannten Springers war es zu einer Katastrophe gekommen, als der beim Absprung derart durch einen Lachanfall beeinträchtigt war, dass er sich um ein Haar alle Knochen gebrochen hätte. Die Ursache: In seinem Kopf hämmerte es permanent Heini-Klopfer-Skisprungchance, Heini-Klopfer-Skisprungschanze, Heini-Klopfer-Skisprungschanze

Und schließlich passiert am 23. etwas, was paradoxer kaum sein kann: ein Vereinigungskampf. Will man nun kämpfen oder sich vereinigen? Und welcher der Klitschko-Brüder ist nun Waldimir, äh, Wladimir? Und warum? Gegner ist übrigens Sultan Ibragimow, vereinigt und gekämpft wird in New York, und die interessanteste Frage wird lauten: Wer sitzt im Garden neben Herrn Kalwa?


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Sport im Januar

„Ich habe mich schon sehr über die Aufregung heute gewundert.“

Nachtrag: Süddeutsche und Frankfurter Rundschau sehen Schatten bei der ARD und beim Biathlon – Seppelt mit handwerklichen Fehlern, aber auf dem richtigen Weg. Und auch Jens Weinreich äußert sich sehr ausfährlich.


Da morgen, nein heute so manche Zeitung über diese angebliche Tagesschau-Verfehlung berichten wird, wollte ich hier nur mal die reine Faktenlage aufblättern.

Sagt Dr. Kai Gniffke von der ARD-Tagesschau.

Es geht nicht um irgendeine Tagesschau-Verfehlung, sondern um eine ARD-Verfehlung. Und es geht darum, dass eben nicht die reine Faktenlage aufgeblättert wurde. Es geht darum, dass schwere Anschuldigungen getroffen wurden, am konkretesten eben nicht von SZ, dpa oder Bild, sondern von der Dopingredaktion der ARD, sprich Hajo Seppelt. Der mag Gründe haben, mit seinen Aussagen schwammig zu bleiben. Dass der DSV sich dann wehrt, ist nicht schön, aber auch nicht verwunderlich.

Dass sich die ARD vor laufenden Kameras vor der Biathlon-Übertragung dann entschuldigt, anstatt die Dopingredaktion zu Wort kommen zu lassen, ist kein probates Mittel, Aufregung zu vermeiden. Zumal unklar blieb, wer (ARD? Die Dopingredaktion? Das Live-Team vor Ort?) sich hier warum (Informantenschutz? Unsicherheit? PR?) entschuldigt.

Es scheint, als habe die ARD in diesem Fall ein nicht unbeträchtliches internes Kommunikationsproblem. Und das ist schade, denn die Dopingproblematik – und trotz des Tohuwabohus kann es die auch im deutschen Biathlon geben – ist für solche amateurhafte Informationspolitik schlicht zu wichtig.

Ich habe einfach mal meinen Kommentar bei der Tagesschau hierherein kopiert. Mehr zum Thema Wie kann ich recht schnell ein schwieriges Thema unnötig noch viel komplizierter gestalten gibt es bei allesaussersport und Indiskretion Ehrensache.