Archiv der Kategorie 'Wassersport'

Silber für Vroni Graf

Heute großer Beidergeburtvertauscht-Tag beim Nachspiel! Aus aktuellem Anlass:


Annika Lurz

Steffi Graf

Veronica Ferres

Britta Steffen

Big Brother im Warteraum

Da hat der Boulevard schon recht: Es ist ein Skandal.

Ich habe mir das Video, dass die ukrainische Schwimmerin Katerina Subkowa und ihren Trainervater bei einer sehr handgreiflichen Aussprache zeigt, jetzt mehrmals angesehen. Viel Unschönes, da stimmt nichts zwischen den beiden, das steht mal fest.

Was ich nicht gesehen habe, ist das, was Bild heute suggeriert.

Plötzlich holt der Mann mit der rechten Hand aus, schlägt brutal zu.

So wird ungeschickterweise gerade die Szene untertitelt, in der Michail Subkow sich mal verteidigt. In den Kommentaren unter dem youtube-Video steht, dass die ganze Szene knapp sieben Minuten lang sein soll. Wenn es denn noch schlimmere, den Begriff prügeln aber erst rechtfertigende Bilder gibt: Welchen Grund gibt es, diese nicht zu zeigen?

Der Skandal ist für mich aber nicht dieses Video. Und auch nicht, dass die ehrwürdige Esszett das Video mal ganz locker einbindet. Auch bei Sky News ist es schon zu finden – sie nennen es übrigens Tätlichkeit.

Viel beunruhigender finde ich die Unsitte, Fernsehkameras in die wenigen Räume zu hängen, die Leistungssportler und ihre Trainer vor wichtigen Wettkämpfen unbeobachtet sind. Und ich rede noch gar nicht mal von Fußballern oder NBA-Basketballern, die unbedingt in ihren Kabinen belästigt werden müssen, die bekommen genug Schmerzensgeld. Aber für mein Verständnis geht diese Art von Überwachung zu weit. Das ist durch kein öffentliches Interesse zu rechtfertigen, nur durch Sensationsgier.

Und das Argument, man könne somit die körperlichen Züchtigungen von Trainern im Leistungssport bekämpfen, weil sich niemand mehr sicher sein könne, auch nicht die Prügel-Proletarier aus dem Ostblock, nicht dabei beobachtet zu werden; dieses Argument ist Big Brother.

Triple 20, Pferdemuskeln und schwache Schwimmer

Eine Dartpfeilschussanlage im Startbereich der größten Pferderennbahn wo gibt – das sollte zu denken geben. Wenn sich wirklich herausstellt, dass die Wettmafia damit Leistungsblocker verschiessen wollte, sollten alle Startblöcke bei der Schwimm-WM in Melbourne ebenfalls genau untersucht werden.

12.000 Quallen = 20 Langstreckenschwimmerinnen

Auch Schwimmen ist ja eine Sportart. Und damit das nicht langweilig wird, haben sich kluge Menschen ganz viele Disziplinen ausgedacht. In der Schwimmhalle kann man dann nur einmal hin- und herschwimmen oder mehrmals, und das kann man sogar auf ganz verschiedene Art und Weise tun. Man kann von einem Brett oder Turm hüpfen, bevor man kurz schwimmt, oder frau klemmt sich Plastik an die Nase und wassertanzt und taucht, dass Bruce Darnell seine wahre Freude daran hätte. Andere werfen sich Bälle zu und schwimmen dabei ein bisschen, noch andere tun so, als ob sie Menschen retten, und nennen das dann Sport.

Der härteste Schwimmsport ist aber ohne Frage das Langstreckenschwimmen. Um den Ausdauerathleten eine ausgewachsene Kachelphobie zu ersparen, scheucht man sie dafür in ufernahes Meereswasser. Das hat zwei Nachteile.

Zum einen scheuen die Veranstalter den zweifellos recht großen Aufwand, für jeden der sehr vielen Teilnehmer Schwimmbahnen zu markieren. Also drängelt sich alles wie die Tokiohotelfans beim Konzert ganz vorne auf ein paar Quadratmetern. Nun schwimmt man ja mit meist so ausladenden Arm- und Beinbewegungen. Leider missachten die Konkurrenten allesamt die Intimsphäre der anderen, ein allgemeines Wasserkloppen ist die Folge.


foto_flickr

Nachteil zwei heißt Feuerqualle und führt zu großer anschließender Juckerei. Bei der jüngsten Wasser-WM kam eins zum anderen, zumindest aber wichtete Deutschlands blondeste Langschwimmerin Britta Kamrau-Corestein die Hindernisse noch:

Ich wollte nur noch raus, es ging nur noch ums Überleben. Ich wäre lieber mit 12.000 Quallen geschwommen als mit 20 dieser Mädels.

Fazit: Quallen und fiese Frauen – kein Sport für mich.

Für alle Nichtschwimmer

Schon immer mal wissen wollen, wie sich 50 Meter Kraul so anfühlen? Bei allen Erfahrungsversuchen gnadenlos abgesoffen? Bitte hier entlang.

Mit ’ner Spende aufs Spinnaker

Lust, mal beim America’s Cup mitzusegeln? Auf dem Boot Germany I? Und dabei noch Kindern zu helfen?

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Dass da auch Springers Spinner dahinterstecken und deren Umgang mit Hilfsorganisationen nicht immer eins-a ist, soll an dieser Stelle nicht verschwiegen werden.

Acht für einen und einer für acht


Achter des SC Dynamo Berlin 1970

Der Deutschland-Achter ist Sportler des Monats August 2006!

Klingt nicht nur doof, ist es grammatikalistisch auch. Wählen tun im übrigen nicht die Fans, 1001 zufällig repräsentativ Befragte oder Journalisten, sondern die 3800 Athleten, die von der Stiftung Deutsche Sporthilfe gefördert werden. Wie viele von denen sich letztendlich wirklich an so einer Wahl beteiligen, habe ich noch nicht herausgefunden.

Wahrscheinlich wird jeder irgendwann mal gewählt. Jedenfalls gab es in diesem Jahr bislang noch keine Dopplung:

August Deutschland-Achter
Juli 4×100m-Staffel Frauen, Schwimmen
Juni Helge Meeuw, Schwimmen
Mai Stefan Schumacher, Rad/Straße
April Robert Bartko, Bahnrad
März Kati Wilhelm, Biathlon
Februar Michael Greis, Biathlon
Januar Claudia Pechstein, Eisschnelllauf

Und noch ein Rausschmeißer: Der Deutschland-Achter war fünfmal Mannschaft des Jahres und ist somit nach der Fußball-Nationalmannschaft das in dieser Kategorie zweitbeste Team überhaupt.

So, weiterschlafen!