Archiv der Kategorie 'Volleyball'

Wir malen Volleyball

Und da sage niemand mehr, kleine Kinder lenken beim Sportrezipieren nur unnötig ab. Sie müssen nur beschäftigt werden. Diese handgemalte Skizze entstand bei einem nervenzerreibenden Match der Volleyball-Verbandsliga, wir sehen die totale Draufsicht, dann die Grundlinienansicht, garniert mit einigen abschließenden taktischen Überlegungen. Mir fehlt ein bisschen der Ball, aber ansonsten kann ich mitgehen. Da kann sich Jürgen Klopp schon mal warmmalen.


„Angriffssicherung beim Doppelblock“, Kugelschreiber auf Papier, Deutschland, 2007

Eine Herausforderung für Jung und Alt!


foto_flickr

Dieses Bildwerk ist jedoch nicht mit dem eventuell zu vermutenden Volleyballsport in Verbindung zu bringen, sondern wurde von einer gewissen Frau K mit Sommerrodelbahn verschlagwortet. Warum auch immer.

In Essen heißt Volleyball manchmal anders

Dies ist eine eigene Sportart, auch wenn diese sehr stark ans Volleyball angelehnt ist …
Als Bekleidung ist prinzipiell alles zugelassen. Diese sollte aber eventuell den Witterungsbedingungen angepasst werden. Das tragen von Pyjamas (auch ESP Ein-Schlaf-Pyjama) kann zur Lächerlichkeit führen, muss aber jeder selbst wissen …
Sofern vorhanden werden die Punkte von unserer Automatischen-Punkte-Zähl-Anlage mit weiblich, erotisch, stöhnender Stimme, S.A.N.D.R.A. („Seufzende, Ausdauernd Nachzählende Duracellbetriebene Rechen-Anlage“) gezählt …
Das Netz hat in unseren Spielen in erster Linie die Aufgabe, die Spieler voreinander zu schützen, indem es mit brachialer Gewalt revers beschleunigte Bälle abfängt, bevor diese anderen Mitspielern weh tun könnten …
Sich über andere Spieler lustig zu machen und sie bei Spiel zu stören ist nicht nett – wenn sich jemand beispielsweise die Hose aufreißt, ihn beim Aufschlag mit Sprüchen wie „Dein Puller hängt aus der Hose“ abzulenken …
Ein „Ölen“ von Mitspielern sollte nach Möglichkeit nicht während des Spieles erfolgen. Nach oder vor dem Spiel ist dieses jedem frei gestellt und sollte auch nicht verpöhnt werden.

So aufgelockerte Spielregeln (pdf) sind zwischen den ganzen hochernsten 380-seitigen Profiverfassungsordnungen, in denen noch der kleinste Schnürsenkel exakt reglementiert wird, eine erfrischende Angelegenheit. Auch wenn sie die Unwahrheit spricht, denn Grugaball ist noch keine eigene Sportart, sondern nur eine Volleyball-Modifikation einer Freizeitgruppe in Anlehnung an den Spielort in Essen. Aber immerhin.

Volleyball, Olympia-Quali: Deutschland vs. Polen

19.40 So ein blödes Ding, das: Polen gewinnt den Tiebreak mit 15:8, im Fußball hätte man jetzt gesagt, sie fanden über Kampf ins Spiel. Die Deutschen können sich heute Abend mal kollektiv in den Hintern beißen, so ein Spiel bei einer Vierpunkteführung im vermeintlichen Siegessatz noch derart konsterniert abzugeben. Guten Abend, und: Man liest sich.
19.30 Die rot-weißen Fans tanzen, ihrer Mannschaft kann mit einer 9:2-Führung im Entscheidungssatz kaum noch etwas passieren. Ich lege mich mal fest: Die Meckereien von Coach Guidetti, die folgende Gelbe Karte in einer wichtigen Spielphase haben den fast schon sicher geglaubten Sieg gekostet. Polen psychisch frischer, selbstbewusster, hier und da auch glücklicher.
19.20 Die deutschen Blocks werden immer harmloser. Dazu ein simpler Annahmefehler – 2:6. Auszeit.
19.15 Angelina Grün, natürlich. Die Kapitänin bringt den DVV-Sechser auf 18:19 heran. Guidetti im Stress und im Clinch mit den Schiris, die einen „noch dran oder nicht dran“-Ball für Polen entscheiden. Kurz darauf technischer Fehler gegen D, die Halle pfeift, Polen gleicht mit 25:19 zum 2:2 aus.
19.10 Missverständnisse, Annahmefehler, Ausbälle – unglaublich: Polen erwacht und zieht nach einem 9:1-Zwischenspurt auf 17:13 davon. Es riecht ein bisschen nach Tiebreak.
19.00 Es wird vermehrt mit Lobs gespielt, den Damen geht offenbar ein wenig die Sprungkraft aus. D führte schon mit 12:8, beim 12:10 setzt es eine Auszeit.
18.50 Kurz und knackig: Im Schnelldurchlauf holen die DVV-Damen nach drei vergebenen Satzbällen mit 25:12 den dritten Satz. Hat dieses eindeutige 2:1 die Polinnen genug demotiviert, oder kommen Glinka & Co. noch mal zurück?
18.40 Jetzt mal nicht überheblich werden: Angelina Grün hebt die Streifenkugel lässig in die gegnerische Spielfeldmitte, sechs Polinnen verlassen sich aufeinander, das 16:8 für Deutschland ist die Folge.
18.30 Grün blockt und punktet und punktet blockend. Hanka Pachale mit erfolgreichem Einerblock, Polen leicht demotiviert. Kein Wunder, bei 4:11-Rückstand.
18.20 Die zwischenzeitlich ausgewechselte Frau Glinka spielt wieder mit und schmettert die Polinnen mit 22:19 in Front. Klarer Fall von psychologischer Präsenz-Power. Polen gewinnt mit 25:21 und gleicht damit zum 1:1 aus.
18.15 Polen macht drei Punkte in Folge und gleicht zum 14:14 aus. Ein roter Block zum 17:17 meint den deutschen Trainer Guidetti zu einer Auszeit zu zwingen.
18.10 Die Frau mit dem ungewöhnlichsten Nachnamen seit Annette Dytrt erpunktet eine knappe Führung: Corinna Ssuschke aus Karl-Marx-Stadt (hallo, DVV! Transit gibt es auch nicht mehr!) dürfte der Alptraum für Katja Burkhardt sein.
18.00 Angelina Grün ins Aus, die extra eingewechselte Linda Dörendahl mit Aufgabe ins Netz, es wird noch mal knapp. Deutschland bringt den Satz schließlich nach einem missglückten Polen-Lob von durch - 1:0
17.50 Hanka Pachale schlägt den Block an, es steht 20:17 für D in schwarz. Dann Glück für Grün, die den Block anschlägt – 21:17.
17.45 Schön laut ist das in der Halle in Halle. Es geht hin und her, so ist das nun mal beim Volleyball. Im Ernst: Kein Team mit mehr als zwei Punkten Vorsprung. Und bei Polens Hauptangreiferin Malgorzata Glinka möchte ich auch nicht in Ungnade fallen, die hat einen Schlag in der Schublade, heiliger Himmel. 2. Auszeit D bei 15:16.
17.40 Heike Beier mit Problemen beim polnischen Flatteraufschlag. Polska geht mit 8:7 in Führung. Auszeit D, Signore Guidetti redet besonders auf die Angreiferinnen ein.
17.35 Ich sehe immerzu polnische Blocks. Deutschland führt mit 5:3, ist aber meist aus der Distanz oder nach polnischen Fehlern erfolgreich.
17.30 Der deutsche Sixpack: Tanja Hart, Hanka Pachale, Cornelia Dumler, Christiane Fürst, Angelina Grün, Corina Ssuschke. Libera ist Heike Beier.
17.25 Hübsches Verschreiberli im Liveticker:

Das Spiel gewinnt in wenigen Augenblicken …

17.20 Die deutschen Volleyballerinnen wollen nach Peking. Das Qualiturnier in Halle/Westfalen begann die DVV-Auswahl mit einem lockeren 3:0 gegen die Türkei. Gelingt jetzt ein Sieg gegen die favorisierten Polinnen, ist der Sieg in der Vierergruppe A und das Halbfinale so gut wie sicher. Nur der Turniersieg bedeutet das Ticket nach ganz weit ostwärts.

Hauptsache volley

Manchmal ist Volleyball auch eine Art von Fußball:

Der Ball darf jeden Teil des Körpers berühren.

Allsternentag

„Goldfinger-Wettbewerb“, „Hardest Hitter Contest“, „Spiking Contest“ – na, Sportart erraten? Richtig, es geht um Volleyball. Acht Jahre, nachdem den Frauen knappe Hosen verpasst wurden (To fit the bodyline, tight in waist and length. Inseam of maximum 5 cm or cut in an upward angle towards the top of the leg pdf,), schuf der deutsche Volleyball den Allstar Day. Und dann liest man eben so Sachen wie die unvermeidliche Werbung für den Sport, es wurde alles geboten, was diesen Sport ausmacht, die Zuschauer sahen spektakuläre Ballwechsel, die Spieler hatten sichtlich ihren Spaß.

Schön. Achso, die Auflösung:

Goldfinger-Wettbewerb – unter Zeitdruck in einen vertikal aufgehängten Basketballkorb pritschen
Hardest Hitter Contest – Schnellster Aufschlag
Spiking Contest – Spektakulärster Angriff


foto_flickr

Sport im Januar

Am Sonnabend beginnt die weltbekannteste Wettfahrt durch die Wüste, die 30. Auflage der Rallye Paris-Dakar, die jedoch dieses Mal in Portugal startet und deshalb auch anders heißt. In Lissabon soll es zum Start Public Viewing geben.

Die deutsche Volleyball-Nationalmannschaften der Männer (ab 7.) und Frauen (ab 15.) wollen in Qualifikationsturnieren vor heimischem Publikum die Fahrkarte zu den Olympischen Spielen in Peking lösen. Laut Weltrangliste sind die Chancen einer erfolgreichen Quali sowie einer Nichtmedaille in Peking in etwa gleich groß.

Ab 17. trägt Deutschland wieder Bart. Die Handball-Männer messen sich in Norwegen zunächst mit Weißrussland, Ungarn und Spanien, um schließlich um die EM-Krone zu spielen. Sollte der Brand-Heiner das Ding auch noch gewinnen, wird er wohl nicht nur in Öl gemalt, sondern auch in Gold gegossen werden.

Stellvertretend für den Wintersport weise ich auf die Eiskunstlauf-EM in Zagreb hin, die ab 20. die Pro7-Zuschauer begeistern wird. Wie im offiziellen EM-Blog geschrieben steht, ist die Stimmung gut, „fast besser als auf Klassenfahrten“.

Am gleichen Tag beginnt in Ghana die Afrikameisterschaft der Fußballer. Wie wir seit heute wissen, wird der Gastgeber gewinnen.

Beim DFB-Pokal-Achtelfinale am 29. treten sich die Bundesligisten aus Dortmund und Bremen beim historischen 7:6 n.V. so dermaßen in die Beine, dass beide Klubs in der Liga ordentlich abrutschen. Schalke, Stuttgart, der HSV und die Bayern zittern sich auswärts gegen unterklassige Vereine der nächsten Pokalblamage entgegen. Hansa fliegt gegen Hoffenheim raus, woraufhin das halbfertige Hoppodome von verärgerten Koggenfans vollkommen zertrümmert wird.


foto_flickr

Weltrekorde in 52 Jahren ausverkauft

2060 habe man dann, wenn sich die Bedingungen nicht grundsätzlich verändern, die Asymptote erreicht und die möglichen Rekorde zu 99,95 Prozent eingestellt. Um die Rekorde noch zu brechen, muss man dann den 100 Meter Lauf in Tausendstelsekunden, den Marathon in Hunderstel messen oder das Gewichtheben in Gramm entscheiden …

Das wird ein Spaß, den wir leider nicht mehr in voller Blüte erleben werden. Weltrekorde, so was blödes aber auch. Es lebe der Mannschaftssport!

Wer will zum Beispiel ausschließen, …
… dass in 100 Jahren ein Fußball-Starstürmer in einem Spiel fünf durch Torwartfehler verursachte Abstaubertore in Folge erzielt?
… dass in 90 Jahren eine Mannschaft Handballweltmeister wird, dessen Trainer einen Vollbart trägt?
… dass in 80 Jahren kräftige chinesische Vierlinge die Doppelkonkurrenzen im Frauen- sowie Herrentennis dominieren?
… dass in 70 Jahren Volleyballerinnen nur noch in Tangas spielen dürfen?
… dass in 60 Jahren der EBC Rostock die Basketball-Bundesliga im siebten Finalspiel erst nach der sechsten Verlängerung gewinnt?
… dass in 55 Jahren ein Eishockey-Crack nach einem brutalen Stockgrätschfoul einen dreifachen Salto aufs Eis, das die Welt bedeutet, zaubert?

Doping-Lotto

Sie sind Leistungssportler? Und schnell mal gelangweilt vom ewigen Trainieren, Reisen, Geldausgeben, Eigenen-Namen-Googeln und Reagenzglaspissen? Sie haben ein geheimes Faible für Glücksspiele?

Ich hätte da einen Vorschlag.

Ze Roberto wechselt nicht zu den Bayern

Weil er nämlich in Italien einen hübschen Haufen Volleyballerinnen trainiert.

Strandvolleyball, so und so


foto_flickr

Es geht wieder los.

Wer mit wem? Wann? Wo? Wetter? Übernachten im Zelt, im Auto, bei Freunden, gar nicht schlafen? Schon angemeldet? So teuer? Training? Speckröllchen? Alte Freunde da, neue Freundinnen vielleicht? Wer fährt? Wer trinkt? Wieviel?

Beachvolleyballspieler müssen viel bedenken. Denn sie treiben nicht nur Sport, sondern leben dabei jede Menge Lifestyle vor. Man kennt sich, man zeigt, dass man sich kennt, und man weiß genau, wie man zeigen muss, dass man sich kennt. Man pfeift auf poplige Ansetzungshefte und plant stattdessen irgendwo im Internet drinne, man verzichtet auf eine Gewinnerurkunde und postet stattdessen nach dem Turnier anderthalb Tausend pics in eine Online-Galerie. Man hat im Sommer jedes Wochenende verplant, um sich im Winter gemeinsam am virtuellen Kamin der glorreichen Beachpartys zu erinnern.

Es beginnt schon bei der Musik. An einem Mai-Morgen um halb elf bei der zweiten Spielrunde schon mit Jazzy Jeffs Summertime den Strand zu beschallen ist ein wenig schade und ähnelt denn doch der alten Geschichte mit den Perlen und Säuen. Kulinarisch sind wir ganz vorne dabei, signalisieren die dreizehn verschiedenen Wellnessisofitnessdrinks am Spielfeld. Leider vertragen sie sich magentechnisch nur schlecht mit den fettigen Bratwürsten, die ein ganz Spendabler zu vertrockneten Bröchen als Mittag serviert.

Der Clown vom Dienst hampelt alle fünf Minuten mit seiner arschteuren Digiknipse vorbei, um seinen 2-GB-Chip mit Gegenlichtaufnahmen zu vergewaltigen. Leider müssen wir später erkennen, dass er ohnehin zu 60 Prozent nur ass & tits in motion mit eifriger Aufmerksamkeit und Speicherplatz bedacht hat. Die Frauenspiele fangen grundsätzlich mit Verspätung an, es dauert eben eine Weile, bis frau sich aus bis zu sechs Teilen casualwear geschält, die Sonnenbrille (es ist bedeckt) ins Haar (sie hat einen Haarreifen) gesteckt und der Mitspielerin die ausgeklügelte Taktik (Annehmen, Passen, dann Schmettern) zugewispert hat.

Außerdem klingelt dauernd das Handy.

Am Nachmittag reibt jeder jeden mit überlagerter Sonnenmilch ein, so Klassenfahrten-Spielchen eben. Strittige Entscheidungen werden zunehmend von einigen besonders breitschultrigen Vertretern der Generation Dosenbier Spaß mitentschieden. Es kristallisiert sich heraus, wer gut Beachvolleyball spielen kann und wer schon öfter da war und es deshalb auch mal verdient hätte, das Turnier zu gewinnen (Du bist doch auch meine Meinung, oder, du Opfer?)

Sind eben alles Menschen. Nun.

Dennoch werde ich mich gleich so froh und frei fühlen wie Baron Davis beim heutigen Videostudium, wenn ich mit einem Kumpel zum einzigen öffentlichen Netz in der Gegend ziehe, das zufällig am größten Strand der Gegend liegt und selten zu dieser Jahreszeit keinen passenden Gegner für uns bereithält. Das Billig-Strudelwasser in den Sand gepfeffert, Ärmel hoch und los. Wir werden unsere Bindehäute mit klitzekleinen Quartzstückchen malträtieren und wieder mal darüber staunen, wieviel anstrengender Springen am Strand doch im Vergleich zum Hallenparkett ist.

Wenn wir Glück haben, weht aus dem nahen Jugendzentrum ein bisschen schlechter Punkrock herüber, jemand lässt uns knapp gewinnen und eine schöne Frau fragt mal nach der Uhrzeit. Wenn wir Pech haben, wehen aus dem nahen Jugendzentrum ein paar schlechte Punkrocker herüber, wir haben auf dem Platz keinen zu unserer Hautfarbe passenden blassen Schimmer, und einer von uns verstaucht sich den Fuß.

Aber egal. Hauptsache draußen, Frischluft, Ballsport, Abendlicht. Dann geht das schon.