Archiv der Kategorie 'Skispringen'

Schmitt, Hilde und der Blauwal

Beim aktuellen Weltcupspringen in Lillehammer belegt Martin Schmitt nach dem ersten Durchgang mit 100 Metern Platz 50. Von 50 Springern. Böse Zungen würden jetzt sagen, Schmitt ist der schlechteste Springer des ersten Durchgangs. Noch bösere würden darauf hinweisen, dass der Führende, Tom Hilde aus Norwegen, 133,5 Meter weit gesprungen ist. Während man sonst immer sagt, zwischen x und y passt kein Blatt Papier, ist es in diesem Falle so, dass zwischen Hilde und Schmitt ein ausgewachsener Blauwal passt.

Nun, es kommt ja noch ein Durchgang.

Sport im Februar

Übermorgen beginnt mit dem traditionsüberladenen Testspiel Deutschland gegen Österreich die Fußball-EM 2008. Man wird im Vorfeld an der 1-zu-10-Relation, Cordoba, Eddifinger, Gijon, Hitler und Karl Kraus nicht vorbeikommen. Dann gewinnt Deutschland, und bis zur peinlichen Test-Pleite gegen die Schweiz und der daraufhin aufflammenden Torwartdiskussion sind wir schon Europameister, gar keine Frage. Mehr zur Euro gibt es zwei Querstraßen nach Südosten , dann die erste links, dem Euroblog mit den wenigsten klugen Beiträgen, dafür aber den meisten dusseligen Kommentaren.

Am 9. beginnt in Schweden die Biathlon-Weltmeisterschaft. ARD und ZDF verlagern ihr reguläres Programm ins Internet und senden 20 Stunden am Tag live aus Östersund. Die Quoten – ein Traum. Das März-Playmate heißt Magdalena Neuner, Michael Greis erschießt im Stehen aus Versehen Andreas Birnbacher, und Ole Einar Björndalen kandidiert nach den 16 WM-Goldmedaillen für das norwegische Außenministeramt. Bei solch Referenz kein Wunder:

So zog er sich als Kind während einer Show im norwegischen Fernsehen auf einem Seil balancierend bis auf die Unterhose aus und auch wieder an.

Die beliebtesten Basketballer Amerikas treffen am 17. in Katrina-Town aufeinander. Wie früher in Europa heißt es dann wieder Ost gegen West, außerdem gibt es eine Menge vermeintliches Spektakel mit Kunststopfbällen, Nachwuchsspiel und Dreipunktewettbewerb. Dirk Nowitzki spielt auch kurz mit und schreit nach seiner einzigen Aktion – einem langweiligen Sprungwurf aus fünf Metern gegen einen uninteressierten und nichtverteidigenden Gegner – das Publikum an: He can‘t guard me!

Vom 22. bis 24. treffen sich die Vögel der Sportwelt, die Skiflieger, zum kollektiven Weithüpfen in Oberstdorf. Die Typen verstehen zwar ihr Handwerk, haben sich aber aus Erfahrung dennoch darauf geeinigt, kurz vor dem Losfliegen auf der Schanze nicht mehr den Namen derselben laut auszusprechen. Beim Trainingsflug eines unbekannten Springers war es zu einer Katastrophe gekommen, als der beim Absprung derart durch einen Lachanfall beeinträchtigt war, dass er sich um ein Haar alle Knochen gebrochen hätte. Die Ursache: In seinem Kopf hämmerte es permanent Heini-Klopfer-Skisprungchance, Heini-Klopfer-Skisprungschanze, Heini-Klopfer-Skisprungschanze

Und schließlich passiert am 23. etwas, was paradoxer kaum sein kann: ein Vereinigungskampf. Will man nun kämpfen oder sich vereinigen? Und welcher der Klitschko-Brüder ist nun Waldimir, äh, Wladimir? Und warum? Gegner ist übrigens Sultan Ibragimow, vereinigt und gekämpft wird in New York, und die interessanteste Frage wird lauten: Wer sitzt im Garden neben Herrn Kalwa?


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Sport im Januar

Rallye Dakar (und Skispringen) abgesagt

Heißt es in Medienberichten. Um 13 Uhr gibt es eine Pressekonferenz des Veranstalters ASO. Grund soll die Reisewarnung der französischen Regierung vor Terroristen in Mauretanien sein. Nach dem Mord an vier französischen Touristen dort am Heiligen Abend hatte Frankreich seinen Staatsbürgern dringend von Reisen in das Land abgeraten. Die Tat wurde militanten Islamisten zugeschrieben. Eine Ausweichroute konnte die ASO auf die Schnelle offenbar nicht zusammenstricken.

Und wo wir schon mal dabei sind: Das dritte Springen der Vierschanzentournee in Innsbruck ist vom Winde verweht und somit auch abgesagt.

Feierabend! Gehn wa nochn uffn Bia?

Nachtrag: Satz des Tages von Toni Innauer:

Wir müssen die Kräfte der Natur und ihre Mächte akzeptieren.

Ein Diavortrag und dann zeitig ins Bett

Ich finde es immer wieder beruhigend, wenn Menschen, die öfter in den Medien vorkommen als ich heute Frohsneusjah! grüßen musste, immer mal wieder auch zeigen können, dass sie mit ihren krafttrainingsgestählten Beinen fest auf dem Boden der Realität stehen und über jeglichen Verdacht des yuppie-esken Versnobtseins erhaben scheinen. Zumindest legen das Aussagen wie die des heutigen Neujahrsspringen-Dritten, Michal Neumayer, nahe:

Wir haben zusammen gegessen, einen Diavortrag von früheren Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften angeschaut und sind dann zeitig ins Bett gegangen.

Da sitzen also die deutschen Skispringer gemütlich in einem Stüblein in Garmisch-Partenkirchen, trinken Glühwein, alkoholfrei natürlich, und warten geduldig, bis der Rohwein-Peter die Geschmacksnerven der Milka-Bubis mit dem nächsten Dia vom Bartschmuck des jungen Jens Weißflog malträtiert. Dazu erzählt der Bundestrainer launige Anekdoten aus einer Zeit, als man mit Skispringen noch anschaulich die geometrische Parallelverschiebung erklären konnte und das Motto Nur ein leichter Springer ist auch ein guter Springer noch nicht erfunden war.

Irgendwann sagt dann der Neumayer zu dem Uhrmann:
„Du, Micha, mir könnens gut huam, oder? DVDs san was für strunzdumme Kicker, häh!“
„Joa, Micha, Recht hoasts. Gieß moal noch a bisserl Punsch nach.“

Und um Viertel nach Eins ist Zapfenstreich. Irgendwie beruhigend.

ps: Ein schönes 2008 wünsche ich gewünscht zu haben.

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Ultimativ & Bedeutend

Der ultimative Blog zur Internationalen Vierschanzentournee, dem bedeutendsten Wintersport-Serienereignis

Beim heiligen Hannawald! Da hat das bedeutendste Wintersport-Serienereignis wo gibt weder Kosten noch Mühe gescheut, um außerhalb der Homepage im aufwändigen Minima-Design den Pressechef (und Franzi) im Schnitt monatlich einen Beitrag den Skisprungfans entgegenbloggen zu lassen.

(Ein Blog aus Bayern. Ohne Impressum! Wenn das der Uli Hoeneß sieht …)

Viermal dösige Gemütlichkeit


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Früher war nicht alles besser. Skispringen im Fernsehen aber schon. Die Vierschanzentournee war ein Medienereignis, jedoch auch immer noch eine Sportveranstaltung. Lief es gut für deutsche Springer, gab es jubelnde Athleten und überschwängliche Kommentare. Mehr nicht. Lief es schlecht, konnte das monotone Anlauf-Sprung-Landung-Anlauf-Sprung-Landung wenigstens noch als Beruhigung für die hektische Zeit um Silvester dienen.

Dann mussten plötzlich teure Senderechte refinanziert werden. Heute schiebt der Kommentator dann und wann launige Gewinnspielchen ein, und über die Schanzensilhouette huscht mitten in der ewig langen Übertragung plötzlich ein Werbefenster. Läuft es gut für deutsche Springer, spielt die Fernsehnation verrückt, läuft es – wie jetzt gerade – schlecht, stören immer noch unzählige Verbraucherinformationen die dösige Skisprung-Gemütlichkeit.

Pech nur, dass statt Winterwunderland nur verregnete Nebelschanzen zu sehen sind, dass der Wind weht und ein achter Rang als Gottes Fingerzeig vermarktet werden muss. Wer will das schon sehen.

Aber das Fernsehen reagiert: Man wolle in Zukunft weniger bezahlen für die TV-Rechte, hieß es jüngst. Dass dann auch das Brimborium drumherum verringert würde, sagte das Fernsehen allerdings nicht.

Mir aber auch egal. Ich ziiiiiiiiieeeeeeeeeeehhhhhh online.

Der mit dem Wolf springt

Aus der Abteilung Bleibt alles anders: Die Vierschanzentournee heißt gar nicht mehr nur Vierschanzentournee.

Doppeldeutig

Ich muss ja immer aufschmunzeln, wenn ich von Mattenspringen lese.