Archiv der Kategorie 'Fußball Regionalliga'

Die drei Jahreszeiten

Zum Sommermärchen planen wir ein mehrtägiges Oktoberfest mitten im Mai.

Irgendwie, so scheint mir, ist diese Wortmann-Kreation ein wenig außer Kontrolle geraten.

Zehn kleine Fußballklubs

… die spielen um die Wette.
Platz 3 bis 10 droht ein Geldproblem
das finden die gar nicht nette.

Verehrte Damen und Herren!

Wenn sie mir bitte in den Norden Deutschlands folgen möchten. In der dortigen Fußball-Regionalliga geht es in negativer Korrelation zur Bevölkerungsdichte verdammt eng zu. Also eng im Sinne von: Hat es sowas schon mal gegeben? Werfen wir einen Blick auf die aktuelle Tabelle:

Oberhausen 44
Union Berlin 43
Düsseldorf 42
Werder II 42
Wuppertal 42
RW Ahlen 41
Kickers Emden 41
Dortmund II 40
RW Erfurt 39
Dyn. Dresden 39

Wenn man zudem beachtet, dass Platz 9 und 10 ein Spiel weniger als der Rest absolviert haben, ist das schon, nun ja, eng eben. Rot-Weiß Ahlen könnte nach dem nächsten Spieltag neuer Tabellenführer sein. Union könnte von zwei auf acht rutschen, hat aber ja sowieso ein arges Förstereiproblem anne Hacken zurzeit. Dynamo Dresden kämpft von Rang 10 aus um den Aufstieg in die 2. Liga. Für alle diese Klubs gilt jedoch gleichermaßen: Taschenrechner parat haben! Wer nicht in die zwote Liga (Fernsehgelder! Aufmerksamkeit! Duelle gegen Aachen, 1860 oder Köln!) aufsteigt, muss in die dritte und somit mit nur 625.000 Euro garantierten Fernsehgeldern, dafür aber fast genauso strengen DFB-Auflagen rechnen.

Ein betriebswirtschaftlicher Balanceakt also. Sollte sich eine Mannschaft allerdings für die unsportliche Version entscheiden, also verlieren, um nächste Saison weiter finanziell eher sicher in der Regional-(dann also 4.)-Liga herumzudümpeln, sollte man bald damit anfangen – Oberhausen ist schon neun Punkte und zehn Tabellenplätze von einem Nichtaufstiegsplatz entfernt.

Stubersheim

Der Kreisligist SSC Stubersheim ist nicht nur eine der schlechtesten Fußballmannschaften der Republik, sondern auch der Klub mit einer der miserabelsten Web-Startseite überhaupt.

Sehr sympathisch. Und ein guter Grund, gleich mal eine entsprechende Kategorie zu schaffen. Überhaupt gibt es hier noch viel zu wenig davon.

Causa Hartplatzhelden: Offenes Briefchen an zehn Prominente

Prolog:

Spätestens dann, wenn Fangruppen der DFL/den Rechteinhabern Verträge zur Ton-/und Bildverwertung von Aktionen, Gesängen und Choreographien anbieten und bei Nicht-Unterzeichnung a) mit dem Einstellen solcher Aktionen bzw. b) bei weiteren Bildern aus dem Fanblock mit Urheberrechtsklagen drohen, wird die Sache ziemlich schnell spannend.

Ein Zitatzitat vom 1. November 2006. Aktueller denn je.

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Lieber Miroslav Klose, Manfred Breuckmann, Oliver Bierhoff, Marcel Reif, Rainer Holzschuh, Günther Jauch, Oliver Welke, Katrin Müller-Hohenstein, Rafael van der Vaart und Rainer Schäfer!

Es sind eine Menge wunderschöner Aktionen dabei … Den Hartplatzhelden sieht man an, dass sie die Bandbreite von Ronaldinho bis Michael Kutzop abdecken … Gelungene Seite für den Amateurfußball … Generell finde ich die Art, wie hier Fußball behandelt wird, einfach schön … or dem Enthusiasmus der Hartplatzhelden und aller Amateurfußballer habe ich größte Hochachtung … Unverzichtbar, die Nummer 1 unter den Amateurfußball-Portalen … Videos davon zu drehen und zu veröffentlichen – eine sehr gute Idee … Die Scouts aus allen europäischen Ligen verbringen schlaflose Nächte, bevor endlich wieder eine neue Ladung von Hartplatzhelden-Clips das Netz erreicht … Spitze! Mensch, was haben wir Talente!

Sehr geehrte Damen und Herren!

Ich war mal so frei und habe sie zitiert. (Das können noch nicht mal Fußballverbände verhindern.) Sie haben bei dessen Start Ihrer Begeisterung für das Amateur-Fußballportal Hartplatzhelden Ausdruck verliehen, und ich glaube nicht, dass Sie damals lange über ihre Statements nachdenken mussten. Worüber Sie aber – vielleicht nach vorheriger Absprache mit Ihrem (und Sie haben bestimmt einen) Anwalt – mal ein paar Gedanken verschwenden sollten, ist folgendes: Sollten sie Ihre Parteinahme in Zeiten wie diesen erneuern, würden Sie garantiert die Herzen nicht weniger Amateurfußballer gewinnen. Selbst dann, wenn es die Seite vielleicht bald so nicht mehr gibt. Sollten Sie aber eine – wenn auch nur verbale und rechtlich irrelevante – Unterstützung unterlassen, sind Ihre hübschen Testimonial-Sprüche wertlos und – im Nachhinein betrachtet – nur noch höhnisch.

Sie brauchen übrigens aus einigen technischen und sehr vielen Image-Gründen gar nicht darüber nachzudenken, Ihr Engagement einfach nur umzuschichten und bald ein eventuell noch entstehendes Amateurfußballvideoportal des DFB auf fussball.de anzupreisen. Dort gibt es zwar alle Ergebnisse, aber der Coolness-Faktor dürfte dann in etwa so hoch sein wie der eines Fußball-Blogs vom kicker.

Beste Grüße
nolookpass

Nachtrag: Interessante Passage fussball.de betreffend im Spiegel-Artikel:

Nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen gibt es aber seit langem Streit um die Zuständigkeiten beim Einpflegen des Contents. Zudem sei die Technik nicht ausgereift, so dass sich die Unterstützung der Landesverbände für www.fussball.de bislang in Grenzen halten soll. Außer Arbeit kommt für die Verbände nicht viel herum.
Das könnte sich bei einem Urteil im Sinne des wfv ändern. Die Landesverbände hätten dann künftig die Möglichkeit, die Bilder ihrer Spiele selbst zu vermarkten. Wird da ein Streit zwischen zwei Parteien aus einem Haus auf dem Rücken eines externen Dritten ausgetragen?

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Mehr zum Thema:
Sportveranstalter auf Fanvideo-Hatz (Spiegel)
Streit um Web-Videos (Spiegel)
DFB-Landesverband verklagt Videoportal (Heise)
Mehr schlecht als recht (American Arena)
Funktionäre vs. Fan-Unternehmer (Bolzplatz)

Billard-Soli-Clip:

Im Land der Sportsfreunde

Zeitung boykottiert Sponsor. Verein boykottiert Zeitung. In der Siegener Provinz. Und Kurtspaeter schreibt darüber.

Do it yourself! Heute: Der Spielabbruch.

Hallo! Ja, Sie, Sie dort, mit dem bunten, leicht abgewetzten Fan-Schal. Sie ärgern sich manchmal im Stadion, wenn ihre Mannschaft ein Gegentor kassiert? Sie haben Angst, dass ihre Lieblinge zum vierten Mal in Folge verlieren? Sie sind dann sauer, dass das niemanden von den Zuschauern um Sie herum zu stören scheint? Sie wollen etwas ändern? Sie wollen wenigstens den ollen Gegnern die drei Punkte nicht gönnen? Haben Sie Mut! Betrinken Sie sich! Stürmen Sie das Spielfeld! Provozieren Sie einen Spielabbruch! Rennen Sie den Linienrichter um!


foto_flickr

Am 5. Spieltag der Oberliga Nordost Süd stürmt beim Duell des FC Eilenburg mit dem VFC Plauen ein promillanter Plauener Fan eine Viertelstunde vor Abpfiff das Spielfeld und versetzt den Schiri-Assistenten per gepflegtem Bodycheck in die Horizontale. Die Partie, in der Eilenburg mit 1:0 geführt hatte, wird abgebrochen und anschließend per NOFV-Beschluss mit 0:2 und nullopunktos für beide Mannschaften gewertet.

Lustig I: Der VFC-Randalowski störte unmittelbar nach einer Roten Karte gegen einen Eilenburger Spieler – da hat der Typ offenbar schon nicht mehr genau hingesehen, worüber er sich da beschweren wollte.

Lustig II:
Die staatstragende Argumentation des verständlicherweise arg angefressenen Eilenburger Trainers contra Spielabbruch:

Man hätte weiterspielen lassen müssen, um zu zeigen, dass das Sportliche überwiegt, dass nicht ein Randalierer alles kaputt machen kann. Auch wenn man in die Bank von England will, kommt man irgendwie rein.

Lustig III: Die Homepage des FC Eilenburg. Claim: „… der Fußballverein mit Zukunft“.

Beide Teams haben Widerspruch eingelegt. Doch während die MDR-Tabelle das vorläufige Urteil schon berücksichtigt und auch nordostfussball.de auf dem aktuellen Stand ist, scheinen Datenbanken von DFB, Sport1 und kicker mit dieser komischen Wertung offenbar überfordert zu sein.

Der SV Freya Marienwerder …

… ist nicht nach ihr benannt.

(Wenn das kein Wochenrausschmeißer ist, weiß ich auch nicht. Heute Abend noch die elf Freunde. Hurra.)

Dritte Liga (1)

Weil ich mir diese – ab nächster Saison neue – Dritte Liga noch nicht recht vorstellen kann, hier ab und zu mal der aktuelle Stand der Dinge. Wäre heute Saisonende, hätten sich folgende Teams qualifiziert:

SC Paderborn 07 – FC St. Pauli – TuS Koblenz – FC Augsburg
Hamburger SV II
Rot-Weiss Ahlen
Wuppertaler SV Borussia
Kickers Emden
VfB Lübeck
SV Babelsberg 03
RW Oberhausen
VfL Wolfsburg II
SV Sandhausen
FC Ingolstadt 04
VfB Stuttgart II
Wacker Burghausen
VfR Aalen
Stuttgarter Kickers
Hessen Kassel
FC Bayern II

Genau die vier erlaubten II-Teams, genau so viele vormalige Oberligisten. Nord/Süd recht ausgeglichen, Ost/West dagegen nicht. Die genauen Qualifikationskriterien gibt es hier.

Gewalt in Fußballstadien –
ein Kavaliersdelikt?

Ein Aufsatz aus aktuellem Anlass

Nu, wasndis eechendlich, so‘n Gavalierschdeliggt. Guggisch nach bei de Wiggipedscha, schtedda „Vergehen von Adligen, für die die Gesetze nicht galten“. Oha. Gaisor und Gönsch also. Bin ich nich, bin dor Ronny neemlisch, immoar schon gewäsn.

Also weiddor im Text:

… Straftaten, die gemeinhin als moralisch so gut wie einwandfrei gelten, aber per Gesetz verboten sind.

Nu, gennaou! Morolisch einmonnfreeei, düs soag ich immoar im Stahdjon zu‘n Majioh. Weeß nüsch, warum die Bollezeier da daornd so fuchdch währn müssen. Die knübbeln doar, dass wa beede Beene inne Hand nehmüssn. Und andaornd diese gräfdsche Anflaumerei! Unnur, weil diese Luhmische sisch nich vorgaggeiern lassen wolln.

Nu gut, mer lassn uns die Bämme da ni vom Brodde nähm. Und ooch wennma nu alle in diesen Gombschuddor drinne sind, tun mer schon den nehsten ullgschen Schnulli aushäggn. Awer ni mär uffe Schdrase, da simmer neilich bidschenass geworn unnerm Bohdex – bleede Wassorschmeeßer! Hädden de Grünröggschen doch ooch mol ä Häbbchen wenscher schdängorn gönne, nor?

Schulldchnsä, is doch woar. Un dann erscht diesor Gommunigadschohns-Eggsbärde, dor Gundor Bilz. Tut schnugglisch reden und gluch guggn, kann awer selbscht gorni bäbbln, nur ständisch die Gusche oofmachn und Unfuch babbln. Dem würdsch gärn moal in seene Wessiwambbe ladschn.

Richdsch, freilich gönne mar uns ooch am Riemschn reeßen, dor hündert uns nüscht. Sonst müsse mer alle noch inne Brodduggdzschohn und gönn nimmer dä sieße Schnegge vom Imbissheißsche vorbahl ongrobbln odor de begnoggden Dräsdnor vormeebln.

So, nu muss ich mer ausmährn, bin schon gonz bedäbbord im Gobbe.

Nu. Ferdsch.

Machenses hibsch!

(Dankeschön)

Das große Krabbeln gen Liga drei beginnt


fotos_flickr

Nachtrag: Den genauen Modus dröselt der DFB hier auf.

Mit den Partien HSV II gegen Dynamo Dresden (Nord), Siegen gegen 1860 II, KSC II gegen Wacker Burghausen und Ingolstadt gegen Stuttgarter Kickers (alle Süd) startet heute die Beerdigungs-Saison für die Regionalliga-Staffeln Nord und Süd. An ihre Stelle treten 2008/09 eine dritte Profi-Liga sowie eine dreigeteilte Regionalliga (Nord, Mitte, Süd). Das große Krabbeln zum Geldtopf beginnt. Bloß wer geht in einem Jahr wohin, und warum?

Nehmen wir als Denk-Beispiel mal die jüngsten Abschlusstabellen der beiden Regionalligen:

1. St. Pauli
2. Osnarbrück
3. Magdeburg
4. Emden
5. Wuppertal
6. HSV II
7. Dresden
8. Werder II
9. Lübeck
10. Düsseldorf
11. Erfurt
12. Union
13. Ahlen
14. Dortmund II
15. Kiel
16. Gladbach II
17. Leverkusen II
18. Hertha II
19. Wilhelmshaven
1. Wehen
2. Hoffenheim
3. VfB Stuttgart II
4. Kickers
5. Ingolstadt
6. Aalen
7. Pfullendorf
8. Bayern II
9. Elversberg
10. Kassel
11. Reutlingen
12. Siegen
13. 1860 II
14. KSC II
15. Saarbrücken
16. Darmstadt
17. Pirmasens
18. Lautern II

So, und nun programmieren wir den Fluxkompensator auf den 27.7.2008. Jetzt würden Wehen und Hoffenheim sowie Osnarbrück und St. Pauli in die 2. Liga aufsteigen – ganz normal. Die Plätze 3 bis 10 rutschen in die neue 3. Liga. Komplettiert wird das 20er Feld von den vier Zweitligaabsteigern:

Magdeburg – Emden – Wuppertal – HSV II
Dresden – Werder II – Lübeck – Düsseldorf
VfB II – Kickers – Ingolstadt – Aalen
Pfullendorf – Bayern II – Elversberg – Kassel
Braunschweig – Essen – Haching – Burghausen

In diesem Fall spielten also vier Zweitvertretungen von Bundesligaklubs in der 3. Liga. Das ist auch die Obergrenze: Bei fünf oder mehr Berechtigten würde ein „Normalo“ nachrutschen. Die Zweitvertretungen verzichten für ihr Qualifikationsrecht auf ihren Anteil an den Fernsehgeldern und spielen künftig auch nicht mehr im DFB-Pokal. Die Limitierung gilt jedoch nur ein Jahr lang, ab 2009/10 entscheidet der sportliche Wettbewerb.

Die Plätze 11 bis 18 (19) rutschen in die dann viertklassige Regionalliga (18 Vereine) ab, die mit den sechs (Nord, Nordost, plus 1 Wildcard) oder vier (Hessen, NRW, BW, Südwest, Bayern) besten Oberligisten aufgefüllt wird. Wie die Amateur-Oberligen künftig aussehen werden, entscheidet der DFB-Bundestag am 26. Oktober.

ps. wo ich mir das ganze mal so ansehe, hätte ich da noch einen Wunsch für die Zukunft: Ich möchte bitte den Mitschnitt des Radiokommentars der Drittligapartie Aalen gegen Ahlen bekommen. Würde zu gerne wissen, wie viele Zwangssynonyme das arme Reporterlein so ausgräbt, wenn sich der Städte(sind es denn welche?)namen aus akustischen Gründen von selbst verbietet.

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Kategorie Dritte Liga
Stand der Dinge

Gut, dass das mal jemand nachgezählt hat

Der SV Meppen hat fünf Gewalt suchende Fans.