Archiv der Kategorie 'Radsport'

Wirklich kein Thema?

Es war kein Thema für uns, die Tour zu stoppen, nur weil einige Russisches Roulette spielen.

Das sagte heute Abend der Chef der Tour de France, Christian Prudhomme, nach Bekanntwerden des Blutdopings von Mitfavorit Alexander Winokurow. Im Prinzip hat er nicht Unrecht. Ich bin mir aber nicht mehr sicher, ob es in absehbarer Zeit nicht eine größere Rundfahrt auch mal eben abgeblasen wird, wenn es links und rechts des Weges nur noch um Doping geht.

„Nicht immer nur Doping, Doping, Doping, das wird da völlig übertrieben“

Jan Ullrich hat sich mal wieder am freien Sprechen versucht und das neue Sportfernsehen gelobt.

Gedeckt

Entschuldigung. Es ist schon spät, es war ein anstrengender Tag, und so ist es kaum verwunderlich, dass die Gedanken, zumal die flüchtigen, etwas orientierungslos durch die Ganglien schwirren und mich beim Überlesen dieses Vorspanns spontan an unseren Nachbarhund denken lassen:

Der Tour-Aufsteiger Contador wird in Spanien gedeckt

Sat 1 zeigt die Tour de Farce

Nachtrag 15.30 Uhr: Es ist schon verrückt. Eine Zeitung, die erwogen hatte, die Tour zu ignorieren, dann aber doch einen Reporter schickte und schließlich (abgesehen vom Live-Ticker) endgültig aussteigt, tickert im Internet live über einen Fernsehsender, der von der Tour de France berichtet, weil andere Fernseh- und dazugehörige Radiosender nicht mehr berichten wollen. Und ein Blog schreibt das alles noch einmal auf.

Was fehlt? Genau: der Sport.

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Wer auf Rendite scharf ist, scheißt auf Moral und Ethik. Einem abgenagten und verdorbenen Knochen gleich hebt Sat1 die Tour-de-France-Rechte auf und sendet fröhlich drauflos. In einer halben Stunde gehts los. Ob Thomas Kausch der Moderator ist?

Immerhin gilt nun die ursprünglich nur auf Eurosport gemünzte Feststellung des SZ-Kommentars erst recht:

Tröstlich für eingefleischte Radsportfans: Die Spartensender machen weiter. Weshalb das Peloton endlich dort ankommt, wo es hingehört: auf eine Programmschiene mit Schlammcatchen und Monstertrucks.

Alles wird schwieriger

Nachtrag 18.7.:

Es war fast beruhigend zu sehen, wie der Debütant nach seinem Husarenritt ins gelbe Trikot am Samstag anschließend entkräftet den Anschluss verlor.

Die Struve-Hoffnung ist also in gewisser Hinsicht in Erfüllung gegangen: Man freut sich, wenn beim größten Radrennen der Welt jemand langsamer fährt als viele andere. Verrückt.

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Alles wird schwieriger, wenn ein Deutscher vorne liegt.

ARD-Programmdirektor Günter Struve im SZ-Interview. Da kann man für die Öffentlichrechtlichen eigentlich nur hoffen, dass Andreas Klöden permanent von Hungerästen heimgesucht wird. Und ist das der offizielle Gegenentwurf hierzu?

Heute wichtig

Bitte nicht im ersten Affekt den Lukas mit dem Patrick verwechseln.

Cancellara

Ich habe mich schon immer gefragt, warum ein Fahrer im Gelben Trikot nicht einfach versucht, schneller als alle anderen zu sein und als Erstes über die Ziellinie zu fahren. Das hat dann den Vorteil, dass er nicht nur die Etappe gewinnt, sondern ganz sicher auch weiterhin und ohne große Rechnerei die Gesamtwertung anführt. Ganz großes Radsport.

(Und endlich mal wieder ohne die Kategorie Doping.)

„Es ist höchste Zeit innezuhalten …“

Die Berliner Zeitung versucht es noch mal und bloggt über die Tour de France. Zehn Absätze über Doping, drei Zeilen über die Gewinner von Prolog und erster Etappe. Recht radikal, aber im Trend.

Jörg im Spiegel

Der Montag verkommt immer mehr (Hallo, Blog!) zu einem Beichttag für entnervte Radprofis. Nach PiepBeckmann ist jetzt also mal Print dran.

Rehabilitierung seiner Reputation durch eine angemessene Würdigung seiner Verdienste und Leistungen

Danke, Frau Merkel, für die Absage.

Zahl des Tages: 50

Die Faustregel unter Radprofis lautet: Epo beschleunigt am Berg um 2,5 Kilometer pro Stunde, man kann 50 Watt mehr Leistung bringen – ein Plus entsprechend dem Bedarf einer Glühbirne.

via Zeit