Archiv der Kategorie 'Pferdesport'

Gedoppter „Elf-Meter“ von drüben gekabelt

Zur Feier der Eröffnung eines großen Wissens- und Archivportals unter dem Spiegeldach anbei die ersten Sport-Texte des Spiegels, ersterschienen am 4. Januar 1947 auf Seite 13 (pdf), zu einer Zeit also, in der es offenbar noch Dopping, gedoppt, fashionable und „Elf-Meter“ hieß und „von drüben gekabelt“ wurde:

Coffein brachte ihn zum Rasen
Auf den Fußballstadien hört man das Wort „Schiebung“ nicht so häufig wie auf den Tribünen der. Rennbahnen. Ganz Schlaue wissen immer wieder von Stallgeheimnissen, wonach nur durch Schiebung der von ihnen getippte Außenseiter das Rennen verlor. Dabei ist im heutigen Rennbetrieb kaum noch Platz für dergleichen Manöver, zumal in Deutschland, wo ständige bahnärztliche Dopping-Prüfungen veranstaltet werden.
Frankreich, das Land des Apéritifs, erfreut sich größerer Freiheit. In Longchamp, dem fashionablen Rennplatz von Paris, wurde der Renner Lua mit Coffein gedoppt, wodurch er seine Geschwindigkeit so erhöhte, daß er Sieger wurde und eine Sensationsquote einbrachte. Der Trainer wurde mit 3000 Franc in Strafe genommen. In jedem andern Lande hätte er sich nie wieder auf dem Rasen sehen lassen dürfen.

Der Medizinmann als Torwächter
In Oberhessen begab sich ein Weihnachtswunder. Der Torwart eines kleinen Fußballklubs bekam einen bösen Tritt und mußte ins Krankenhaus. Er war völlig verzweifelt, denn sein Verein hatte am Sonnabend darauf sein wichtigstes Spiel. Als der Arzt kam, klagte er Gott und die Welt an.
Der Arzt lachte und sagte, er werde ihn vertreten, und es geschah, daß der Herr Doktor an seine Stelle trat. Er spielte so meisterhaft, daß er unter anderem einen „Elf-Meter“ hielt. So rettete der Medizinmann dem kleinen Klub einen wichtigen Punkt.

Louis macht eine Voraussage
Es ist für einen Boxweltmeister schwer, sich für den Irgendwann-Termin in Form zu halten, an dem irgendwo auf dem Globus ein Mann auftaucht, mit dem es lohnt, die Handschuhe zu kreuzen.
So geht’s gegenwärtig dem Weltmeister aller Klassen, Joe Louis, der seit langem keinen Gegner von Format mehr vor den Fäusten gehabt hat. (Tami Mauriello, den letzten Herausforderer, schlug er im September in der ersten Runde ko.) Vor einigen Wochen hieß es, Joe habe genug – auch genug Geld – vom Ring, er wolle endlich, 33 Jahre alt, zu leben beginnen. In diesen Tagen aber wurde von drüben gekabelt, der Mann aus Detroit freue sich auf den – wie er meint, lukrativen – Wettkampf mit dem Schwergewichtsmeister Europas dem Briten Bruce Woodcock, „aber das Ergebnis werde nicht anders sein, als alle anderen Titelkämpfe“. Mit anderen Worten: Joe läßt dem Briten voraussagen, daß er ihn „killen“ werde.
Noch ist letzterer damit beschäftigt, sich von Ring zu Ring an Louis heranzuschlagen. Und er macht eine gute Figur. Daß ihm dennoch schon heute eine Niederlage im kommenden Titelkampf bescheinigt wird, überrascht keineswegs. Die „amerikanische Front“, versessen darauf, den Titel Box-Weltmeister aller Klassen im Besitz eines Amerikaners zu wissen, marschiert, und der „Braune Bomber“ glaubt, dem Briten schon vor dem Kampf „das Herz abkaufen“ zu können
Aber Woodcock scheint sich auf seine Rechte verlassen zu können. Nisse Andersson hielt ihr kurz vor Jahresschluß nur bis zur dritten Runde stand, dann wankte er, von Kopf- und Herztreffern zermürbt, aus dem Ring. Der 96 Kilo schwere Riese aus Schweden brachte erheblich mehr Gewicht als sein Besieger; er dürfte der letzte kontinentale Partner des Briten gewesen sein, dem man drüben, bevor er in die „Schlußrunde“ gehen kann, noch etliche harte Nüsse zu beißen geben wird.

Drunk in the Ermüdungsbecken

Wir könnten nämlich nicht nur tote Pferde, sondern auch tote Spieler haben. Denn nicht jeder wird in der Lage sein, gegebenenfalls eine halbe Tonne durchgehenden Gaul zu bändigen, so dass Ross und Reiter eben manchmal vor den gerade zur Waschanlage abfahrenden Mannschaftsbus laufen oder im Ermüdungsbecken ertrinken. Weiter hab ich allerdings noch nicht nachgedacht, da müsste man im Einzelfall prüfen, ob Fury und sein Herrchen gemeinsam im Rahmen einer stilvollen Zeremonie beerdigt oder doch zusammen in die Wurst….”
“NEIN”
“Okay”

Ein in der Entstehung begriffenes Online-Sportmanager-Spiel wird offenbar keinen Ponyhof featuren. Schade.

Küchengirl

Merke: Wenn jemand seine Stute derart verquast tituliert, steckt meist ein Sponsor dahinter.

Triple 20, Pferdemuskeln und schwache Schwimmer

Eine Dartpfeilschussanlage im Startbereich der größten Pferderennbahn wo gibt – das sollte zu denken geben. Wenn sich wirklich herausstellt, dass die Wettmafia damit Leistungsblocker verschiessen wollte, sollten alle Startblöcke bei der Schwimm-WM in Melbourne ebenfalls genau untersucht werden.

Warum nicht: Diamanten aus Schweifhaaren

Jetzt neu im Internet: Ein Mann bewundert Isabell Werth. Die Frau nennt ihr Pferd schon mal Warum nicht und lässt einen Diamanten aus Schweifhaaren ihres Weltmeisterpferdes produzieren, um ihn dann zu Gunsten der Deutschen Krebshilfe zu versteigern:

Ein Speziallabor isolierte die im Haar enthaltenen Elemente und fügte Kohlenstoff hinzu. Unter dem kaum vorstellbaren Druck von 55.000 bar und bei 1500 Grad Hitze wurden über rund zwei Monate die natürlichen Bedingungen simuliert, unter denen sonst tief unter der Erdoberfläche die Edelsteine entstehen.