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Dirk, 36, in den Kommentaren:
Einen Boykott der Olympischen Spiele hat es auch 1980 (Moskau) und 1984 (Los Angeles) gegeben. Und was hat es gebracht ? Politische Auseinandersetzungen auf dem Rücken von Sportlern auszutragen halte ich für den falschen Weg. China kann man auch anders treffen: durch den Kaufboykott der in China hergestellten Waren. Erziehung und Einsicht klappt eben nur über das Portemonaie. Das funktioniert im Kleinen wie im Großen.
Wolfgang Schäuble, Bundesinnenminister:
Der Sport kann seine Wirkung nur entfalten, wenn die Olympischen Spiele stattfinden.
Thomas Bach, DOSB-Präsident:
Gerade in solchen Situationen sind die olympischen Werte und Symbole, das Leben unter einem Dach und der friedliche Wettstreit besonders wichtig. Sie können ein ganz besonders intensives Zeichen setzen.
Sven Hansen, taz:
Doch zum anderen setzen heute alle westlichen Regierungen auf eine Einbindung Chinas in die internationale Gemeinschaft und das internationale Regelwerk. Da wäre ein Boykott kontraproduktiv, weil er nur eine nationalistische chinesische Abschottungspolitik fördern würde. (…) Und ausgerechnet bei Olympiaboykotten zählt China selbst zu den Spitzenreitern, womit es seinem jetzigen Mantra angeblich unpolitischer Spiele selbst am deutlichsten widerspricht. Denn von 1956 (Melbourne) bis 1980 (Moskau) hat China selbst wegen der Teilnahme Taiwans alle Spiele boykottiert.
Winfried Herrmann, Die Grünen:
Sollten sich die Unruhen in Tibet zu einem Bürgerkrieg ausweiten, dann muss sich das IOC ernsthaft fragen, ob es mit den Regeln der Olympischen Spiele vereinbar ist, diese Spiele überhaupt zu beginnen. (…) Man kann von Sportlern nicht das erwarten, was die Politik nicht leistet und die Wirtschaft schon gar nicht leisten will.
Dalai Lama, Geistliches Oberhaupt der Tibeter:
Ich will die Spiele.
Wang Guangze, Dissident:
Ich selbst unterstütze die Ausrichtung der Olympischen Spiele, allerdings unter bestimmten Bedingungen. Es ist nicht hinzunehmen, dass im Namen der Olympischen Spiele die Menschenrechte verletzt werden, zum Beispiel wenn vielen Wanderarbeitern während der Spiele ihr Aufenthalts- und Arbeitsrecht in Peking entzogen wird. An sich haben die Spiele aber etwas Positives für China. Die Volksrepublik lässt sich so ein Stück weiter auf internationale Gesellschaft mit ihren Werten und Regeln ein.
Jürgen Kremb, Der Spiegel:
Wenn „Olympia Beijing 2008″ nicht den Beigeschmack von Berlin 1936 bekommen soll, dann muss Chinas KP-Chef Hu Jintao jetzt etwas ganz anderes probieren, als er gewohnt ist. Nicht Härte, sondern Deeskalation. Nicht stupide Propaganda, sondern echten Dialog. Das Argument, Sport habe nichts mit Politik zu tun, wird kaum reichen.
Henning Fritz, Handball-Torwart:
So schlimm und ungerecht das Ganze ist, aber wir als Sportler können da eh nichts machen, das muss die Politik tun. Ich fokussiere mich derzeit auf den Sport und so blöd es klingt, ich lebe in meiner eigenen Welt, wo ich genug zu tun habe.
Heinrich Mann auf der Konferenz zur Verteidigung der Olympischen Idee am 6. und 7. Juni 1936:
Ein Regime, das sich stützt auf Zwangsarbeit und Massenversklavung; ein Regime, das den Krieg vorbereitet und nur durch verlogene Propaganda existiert, wie soll ein solches Regime den friedlichen Sport und freiheitlichen Sportler respektieren? Glauben Sie mir, diejenigen der internationalen Sportler, die nach Berlin gehen, werden dort nichts anderes sein als Gladiatoren, Gefangene und Spaßmacher eines Diktators, der sich bereits als Herr dieser Welt fühlt.
Jörg Schild, Chef von Swiss Olympic:
Ich bringe es nicht fertig, zu sagen, wir gehen jetzt dort hin, um Sport zu treiben.
Michael Vesper, Chef de Mission der deutschen Olympiamannschaft:
Hat der Sport Erwartungen geweckt, die nicht erfüllt werden können?
Vesper: Die Erwartungen sind riesig, und sie überfordern uns.
Wango Tethong, Chef des Nationalen Olympischen Komitees von Tibet, in einem Brief an Jacques Rogge:
Ihr feiges Schweigen hat die Chinesen ermutigt, die Unterdrückung in Tibet fortzusetzen.
Christian Zaschke, Süddeutsche:
Dass die Boykotte der Vergangenheit nicht „nichts“ brachten sondern jeweils weltweit große Aufmerksamkeit, wird gern übersehen. Letztlich gilt den Olympiern, Sportlern wie Funktionären, der Satz ihres ehemaligen Vorsitzenden Avery Brundage als Motto, der 1972 in München sagte: „The games must go on“.
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