Archiv der Kategorie 'Olympia 2008'

„Geschlagen wird während des Sprunges“

So einen Gemeinen Chinasprung kann man auch so …


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… oder so

Der Absprung erfolgt von beiden Beinen gleichzeitig. Dabei sind die Füße etwa schulterbreit auseinander. Geschlagen wird während des Sprunges. Die Landung erfolgt erneut auf beiden Beinen gleichzeitig und leitet sofort die Gegenbewegung Richtung zentrale Position ein.

… sehen.

Fackelblick

In den Straßen von Berlin Paris wird nicht lange … ach, lest selbst.

Und um auf dem Laufenden zu bleiben:

Fußballromantik, Anglo-Virilität und ein nichtsnutziger Kropf

Da Lesespaß zu produzieren eine der ungeschriebenen Anforderungen des Autors an dieses Weblog ist, nun einige Verweise auf meiner Meinung nach in dieser und auch anderer Hinsicht beispielhafte Texte.

C. Antonius vom Fohlenkommando zieht den Bogen von Rhönradfahrern bis zum Economist und schließt seine Anti-Olympia-Suada folgendermaßen:

Egal, wie Sie die politische Situation in China bewerten, ob Sie den Tibetern Unabhängigkeit wünschen (und den Basken?, den Korsen?, den Kurden?, den Kosovo-Albanern?) oder nicht, rufe ich Sie auf, meinem Beispiel zu folgen und Olympia NICHT ZU BEACHTEN! Was soll ich denn dann machen, C., bitteschön, im Sommer?, werden Sie fragen. Keine Ahnung! Was Sie wollen. Lassen Sie sich mal wieder vernünftig volllaufen oder einen blasen. Streichen Sie die Wohnung oder die Zigaretten. Mirdochegal, nur nicht Olympia, dieser nichtsnutzige Kropf…

Dogfood erweist sich als ausgewiesener Frauenversteher:

Der Gegenentwurf beider Mannschaften heißt derzeit Manchester United. Die strotzen derzeit derart vor Virilität, dass man sich bei weiblichen Zuschauer wegen Fernschwangerschaften via Ätherwellen sorgen muss.

VfLog-Christoph hofft für das montagliches Derby gegen Köln auf schönspielende Gladbacher und erkennt:

Aber ebenso berechenbar ist allzu oft ihre Spielweise, und so gibt es wenig jener inspirierten Kombinationen und überraschenden Ideen, die das Herz des romantisch veranlagten Fußballfans erwärmen würden.
Wobei ja speziell im Land des Zweckrationalismus Ästhetik unter dem Generalverdacht des Überflüssigen steht, mit mancherlei fatalen bildungs- und kulturpolitischen Konsequenzen. Entsprechend verbreitet ist unter hiesigen Fußballfans die Neigung, zwischen schönem und erfolgreichem Spiel einen Widerspruch zu konstruieren.

Von Rosenheim nach Peking



So ähnlich sah es heute in einigen Teilen Norddeutschlands auch aus: Es hagelte. Und ich musste an die Olympischen Spiele denken.

Die finden im August in Peking statt. Die Regenwolkenwahrscheinlichkeit wird dann bei ungefähr 50 Prozent liegen. Und damit die ganzen Sportlerproteste gegen chinesische Menschenrechtsverletzungen nicht im Regen untergehen, hat sich der chinesische Wetterdienst CMA (nicht mit diesem Milchmarketingdingens zu verwechseln) überlegt, den Regen ganz konservativ zu bekämpfen: Mit Raketen.

Geplant ist der Einsatz von Silberjodid, einem Kristall, das mit Raketen direkt in die Wolken geschossen wird. Das noch gasförmige Wasser kondensiert an dem Kristall, und die Wolken regnen sich ab, ehe sie über dem Olympiastadion Stellung beziehen können.

Ein erster Test mit drei Flugzeugen, 30 Technikern, drei Stunden Flugzeit und knapp drei Tonnen Diatomit (Kieselgur) wurde bereits durchgeführt. Rund um Peking wird das künstliche Regenmachen weiterhin getestet. Ob die Flugzeuge mit den Silberjodidraketen auch schon über Tibet gesichtet wurden, ist bislang nicht bekannt.

Eine chinesische Erfindung ist diese Art des Gottspielens allerdings nicht:

Trotz gegenteiliger Expertenmeinungen wird Silberjodid auch in Deutschland eingesetzt. Die so genannten Rosenheimer Hagelflieger etwa sollen bei Unwettern in Bayern die Gefahr von Verletzungen und Zerstörungen durch große Hagelkörner minimieren.

Bis 1974 wurden in Bayern die Wolken mit Raketen beschossen, heute tuns zwei Flugzeuge, die rund um die Uhr für die Hagelabwehr bereitstehen. 220.000 Euro lassen sich die beteiligten Landkreise diesen Spaß jährlich kosten. Ob das sinnvoll ist, wurde jedoch noch nicht eindeutig bewiesen.

„Aber Regen machen ist eine Sache, Hagelkontrolle eine ganz andere“, sagen Kritiker wie Hartmut Höller, Atmosphärenphysiker am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). „Die meteorologischen Verhältnisse in einer normalen Wolke sind überschaubar. Aber die Prozesse in einer Gewitterfront sind viel zu komplex und zu energiereich, um sie gezielt beeinflussen zu können“, so Höller. Es sei „reiner Zufall, wenn es mal funktioniert“.

Derselben Ansicht ist Jörg Kachelmann offenbar auch schon mal gewesen. Trotzdem gibt es auch eine Hagelabwehr in Österreich sowie für historisch Interessierte ein paar alte Hagelabwehrraketenbilder. Was es hingegen in den nächsten anderthalb Jahren definitiv nicht mehr geben wird, ist Meteorologie beim Nachspiel.


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Olympia-Boykott: Drei Kommentare und eine etwas andere Sicht

Evi Simeoni, FAZ

Die Sportler leben in einer vermeintlich elitären Traumwelt. Und da wollen sie – und sollen es nach dem Willen der Mächtigen auch – bleiben.

Thomas Hahn, Süddeutsche

Die Boykott-Diskussion dieser Tage wird am Ende das Wertvollste sein, was vom großen Sporttheater Olympia übrigbleibt.

Friedhard Teuffel, Tagesspiegel

Als der Westen 1980 seine Sportler nicht zu den Spielen nach Moskau schickte und der Osten sich vier Jahre später in Los Angeles revanchierte, war der Sport nur noch Werkzeug der Politik. Nie wieder so abhängig zu sein, das erklärte der Sport danach zum Ziel. Jetzt droht er wieder zum Spielball zu werden – weil das IOC nicht unterscheiden kann zwischen unabhängig und unpolitisch.

Harald Neuber, heise.de

Es ist deswegen kein Zufall, dass die Proteste in Tibet ausgerechnet vor den Olympischen Spielen eskalieren, die im Sommer in China stattfinden. Auch wenn der Dalai Lama Peking nun medienwirksam einen „kulturellen Völkermord“ in Tibet unterstellt, ist der Auslöser der aktuellen Eskalation unklar. Während man sich diesem Grund medial bestenfalls annähern kann, scheint die Verurteilung der chinesischen Seite als Aggressor von vornherein festgestanden zu haben. Kaum wahrgenommen werden andere Stimmen.

Olympia boykottieren? – Eine Presseschau


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Dirk, 36, in den Kommentaren:

Einen Boykott der Olympischen Spiele hat es auch 1980 (Moskau) und 1984 (Los Angeles) gegeben. Und was hat es gebracht ? Politische Auseinandersetzungen auf dem Rücken von Sportlern auszutragen halte ich für den falschen Weg. China kann man auch anders treffen: durch den Kaufboykott der in China hergestellten Waren. Erziehung und Einsicht klappt eben nur über das Portemonaie. Das funktioniert im Kleinen wie im Großen.

Wolfgang Schäuble, Bundesinnenminister:

Der Sport kann seine Wirkung nur entfalten, wenn die Olympischen Spiele stattfinden.

Thomas Bach, DOSB-Präsident:

Gerade in solchen Situationen sind die olympischen Werte und Symbole, das Leben unter einem Dach und der friedliche Wettstreit besonders wichtig. Sie können ein ganz besonders intensives Zeichen setzen.

Sven Hansen, taz:

Doch zum anderen setzen heute alle westlichen Regierungen auf eine Einbindung Chinas in die internationale Gemeinschaft und das internationale Regelwerk. Da wäre ein Boykott kontraproduktiv, weil er nur eine nationalistische chinesische Abschottungspolitik fördern würde. (…) Und ausgerechnet bei Olympiaboykotten zählt China selbst zu den Spitzenreitern, womit es seinem jetzigen Mantra angeblich unpolitischer Spiele selbst am deutlichsten widerspricht. Denn von 1956 (Melbourne) bis 1980 (Moskau) hat China selbst wegen der Teilnahme Taiwans alle Spiele boykottiert.

Winfried Herrmann, Die Grünen:

Sollten sich die Unruhen in Tibet zu einem Bürgerkrieg ausweiten, dann muss sich das IOC ernsthaft fragen, ob es mit den Regeln der Olympischen Spiele vereinbar ist, diese Spiele überhaupt zu beginnen. (…) Man kann von Sportlern nicht das erwarten, was die Politik nicht leistet und die Wirtschaft schon gar nicht leisten will.

Dalai Lama, Geistliches Oberhaupt der Tibeter:

Ich will die Spiele.

Wang Guangze, Dissident:

Ich selbst unterstütze die Ausrichtung der Olympischen Spiele, allerdings unter bestimmten Bedingungen. Es ist nicht hinzunehmen, dass im Namen der Olympischen Spiele die Menschenrechte verletzt werden, zum Beispiel wenn vielen Wanderarbeitern während der Spiele ihr Aufenthalts- und Arbeitsrecht in Peking entzogen wird. An sich haben die Spiele aber etwas Positives für China. Die Volksrepublik lässt sich so ein Stück weiter auf internationale Gesellschaft mit ihren Werten und Regeln ein.

Jürgen Kremb, Der Spiegel:

Wenn „Olympia Beijing 2008″ nicht den Beigeschmack von Berlin 1936 bekommen soll, dann muss Chinas KP-Chef Hu Jintao jetzt etwas ganz anderes probieren, als er gewohnt ist. Nicht Härte, sondern Deeskalation. Nicht stupide Propaganda, sondern echten Dialog. Das Argument, Sport habe nichts mit Politik zu tun, wird kaum reichen.

Henning Fritz, Handball-Torwart:

So schlimm und ungerecht das Ganze ist, aber wir als Sportler können da eh nichts machen, das muss die Politik tun. Ich fokussiere mich derzeit auf den Sport und so blöd es klingt, ich lebe in meiner eigenen Welt, wo ich genug zu tun habe.

Heinrich Mann auf der Konferenz zur Verteidigung der Olympischen Idee am 6. und 7. Juni 1936:

Ein Regime, das sich stützt auf Zwangsarbeit und Massenversklavung; ein Regime, das den Krieg vorbereitet und nur durch verlogene Propaganda existiert, wie soll ein solches Regime den friedlichen Sport und freiheitlichen Sportler respektieren? Glauben Sie mir, diejenigen der internationalen Sportler, die nach Berlin gehen, werden dort nichts anderes sein als Gladiatoren, Gefangene und Spaßmacher eines Diktators, der sich bereits als Herr dieser Welt fühlt.

Jörg Schild, Chef von Swiss Olympic:

Ich bringe es nicht fertig, zu sagen, wir gehen jetzt dort hin, um Sport zu treiben.

Michael Vesper, Chef de Mission der deutschen Olympiamannschaft:

Hat der Sport Erwartungen geweckt, die nicht erfüllt werden können?
Vesper: Die Erwartungen sind riesig, und sie überfordern uns.

Wango Tethong, Chef des Nationalen Olympischen Komitees von Tibet, in einem Brief an Jacques Rogge:

Ihr feiges Schweigen hat die Chinesen ermutigt, die Unterdrückung in Tibet fortzusetzen.

Christian Zaschke, Süddeutsche:

Dass die Boykotte der Vergangenheit nicht „nichts“ brachten sondern jeweils weltweit große Aufmerksamkeit, wird gern übersehen. Letztlich gilt den Olympiern, Sportlern wie Funktionären, der Satz ihres ehemaligen Vorsitzenden Avery Brundage als Motto, der 1972 in München sagte: „The games must go on“.

ps: Spam

Mit dem Bus zu den Olympischen Spielen

Hey Sie! Ja, Sie da! Haben Sie mal 13.000 Euro übrig? Stehen Sie auf masochistische Busreisen? Ja? Dann hätte ich da was für Sie:

Mit zwei großen Fernreisebussen, besetzt mit nur jeweils 25 Personen, folgen wir ab Venedig den Spuren Marco Polos: Zunächst mit dem Schiff nach Griechenland, anschließend über Tausende von Kilometern über kurvige Landstraßen, schlechte Autobahnen, abenteuerliche Pässe und mörderische Schlaglochpisten auf der Seidenstraße nach China.

Auf der historischen Seidenstraße mit dem Bus zu den Olympischen Spielen – dieses Vorhaben bietet der Freiburger Busunternehmer Hans-Peter Christoph an. 70 Tage lang will er mit einem Halbhundert Mitreisenden in zwei Bussen durch Asien marachen, um pünktlich zur Eröffnung den Pekinger Smog erleben zu können. Griechenland, Türkei, Iran, ein knappes halbes Dutzend ehemaliger Sowjetrepubliken mit Endung -stan und schließlich China – Zeit für viele DVDs und mp3s. Oder Busreisegeschichten.

Im Anschluss bietet sich die Möglichkeit, der Welt beim gemeinsamen Sporttreiben zuzusehen. Sofern das im Nebel von Peking noch möglich ist.

„… ich sah viele abstürzen.“


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An wie vielen Häusern ich schon mitgebaut habe, weiß ich nicht mehr, es waren viele, ich sah Peking von oben wachsen. Ob die Stadt meine Heimat ist? Ich weiß nicht. Ich sehe, wie sie wächst, ich sehe die Kräne. Und ich sah schon viele Kollegen fallen, ich sah viele abstürzen.

Der Pekinger Bauarbeiter Guo Ende in der Zeit vom 19.7.

… im Schlepptau vier schwarze Limousinen

Ines Geipel über eine Erfahrung mit der Pressefreiheit im Olympiawunderland. Und noch eine. Und noch eine.

Aber, puh, hier geht es ja um Sport. Olympia. Wollen wir doch diese Vorspielverderber ganz schnell wieder vergessen. Weltverbessern können doch andere.

Olympia 2008: Bergfeuer

Das olympische Feuer wird 137.000 Kilometer zurücklegen, 28 Länder durchqueren und den Mount Everest auf einer eigens gebauten Straße passieren – sicherheitshalber mit einer zweiten Fackel.


Olympisches Feuer vor 35 Jahren

Ein Satz, der im Sommer 2008 nicht fehlen darf

Es ist sehr schwierig, in China „sauberes“ Business zu machen.