Ein Koch aus Münster bekocht jetzt die Nationalmannschaft. Und für hungrige Journalisten fällt manchmal auch etwas ab. Den beliebten Wer-hat-die-meisten-Vokale-im-Namen-Vergleich verliert Stromberg allerdings gegen seinen Vorgänger mit 3:5.
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Hauptsache, er ist gesund
14. August 2007 in Fußball, Geschichte und Fußball Nationalmannschaft 3 Kommentare
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Hätte er das Halbfinale gegen Italien in der Verlängerung schon vor der 119. Minute entschieden? Wahrscheinlich nicht, aber Signore Lippi und der freundliche italienische Restaurantbesitzer von nebenan wären vielleicht etwas nervöser geworden, wenn statt Neuville der damals 35-jährige Mehmet Scholl in den letzten zehn Nachspielminuten den Rasen im Westfalenstadion beehrt hätte.
(Irgendwie bin ich immer noch nicht durch mit dem Thema. Und in dem Restaurant war ich bislang auch nicht mehr.)
Jedenfalls: Mehmet Scholl wird noch langelange der letzte deutsche Fußballer bleiben, für dessen WM-Nominierung sich 175.000 Menschen in eine Liste eintragen.
ps. Wer Scholl mit Nachnamen heißt und seine Tochter Polli nennt, kann kein Schlechter sein.
Armer Andreas Brehme
9. August 2007 in Fußball, Geschichte und Fußball Nationalmannschaft 0 KommentareSchmerz wegen Scherz, tsstss:
Es war während eines Trainingsspiels vor der Weltmeisterschaft 1990 in Italien. Ich stand am Spielfeldrand. Plötzlich fiel Andreas Brehme um und krümmte sich vor Schmerzen. Ich lief aufs Feld, öffnete meinen Koffer – und da kam ein echter Hase raus und sprang im Zickzack davon. Sepp Maier, damals noch Bundestorwarttrainer, hatte ja schon als Spieler immer nur Blödsinn im Kopf, und der hatte mir den Hasen vorher in den Koffer gesteckt. Das arme Vieh! Icke Hässler und Olaf Thon standen daneben und lachten sich schlapp.
Die deutsche Nationalmannschaft verweigert die Kontaktaufnahme! Pfui!
Das Fernsehbild war noch genau so schwarz-weiß wie das Trikot der westdeutschen Nationalmannschaft. Die DDR war längst in der Quali gescheitert. Ich hörte zum ersten Mal von einem Mann namens Rudi Völler. Das meiste von dieser Fußball-Europameisterschaft 1984 sah ich, als ich – es war spät, ich war jung – durch die leicht geöffnete Stubentür wenigstens die linke Hälfte des Fernsehapparats abdecken konnte. Als Deutschland ausgeschieden war, habe ich mich nicht mehr für das Turnier interessiert, schließlich standen die Sommerferien vor der Tür, also auch stundenlang richtiger Fußball draußen im Hinterhof.
Später hörte ich von irgendjemandem, dass der in jeder Hinsicht graue Trainer der BRD jetzt nicht mehr Trainer sein wollte. Was ich doof fand, denn seine Spieler hatten doch Schuld, und dieser olle Spanier, der kurz vor Schluss noch ein Tor geschossen hatte. Egal, es waren Sommerferien, Beckenbauer wurde erst Teammanager, dann bald Weltmeister und später noch Lichtgestalt.
Ich habe damals den Namen Jupp Derwall nur kurz bemerkt und bald wieder vergessen. Heute ist er im Alter von 80 Jahren gestorben.

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Es geht doch nichts über ein gutes Beispiel:
Wenn Sie von einem Mädchen stehen gelassen wurden, die Brigitte hieß, dann würde ihre Tochter nie Brigitte heißen. Ein Leben lang begleiten sie den Namen negativ, obwohl es tausend tolle Brigittes gibt.
Hallo Boulevard! Wenn du nach dem peinlichen nur-6:1-Sieg (Tore: Mertesacker (3), Schneider, Lehmann, Trochowski) gegen San Marino am Sonnabendabendabendabend noch eine druckerfarbenverschwendende Schlagzeile suchst, greif doch bitte mal die Idee eines Wortistik-Kommentators auf und tittele titele doch mal in etwa so:
Schock! DFB-Stürmerflaschen von Mirokolose befallen!
Danke.
… würde ich dann gerne ein paar Statements von Herrn Olsen und den vorabenttäuschten Zuschauern hören oder lesen, wenn die deutsche B-Auswahl heute Abend gegen Dänemark in Duisburg ein Fußballfeuerwerk entflammt.
Aber nur dann.
Nachtrag: Also dann nicht.
Deutschland vs. Tschechien: Elf Schnellkritiken und ein Link
25. März 2007 in Fußball, Fußball Nationalmannschaft und Fußball EM 2008 5 KommentareOkay, okay, sie haben gewonnen. Und sich damit relativ sicher qualifiziert. Prima.
Jens Lehmann Wirkte nicht so, als würfe er nach dem Spiel Pissbecher durch Prager Katakomben: Souverän, abgeklärt, nervenstark, wenn es darauf ankam. Musste nur eine Halbzeit arbeiten. Gelb wegen halbherzigen Zeitspiels.
Marcell Jansen Brachte Deutschland durch seine Flankenläufe erst ins Spiel. Gewöhnte sich erst langsam an Schweinsteiger. Defensiv sicher. Schaffte es aber auch nicht, den Dusel-Tschechen nach dem Anschluss den Schneid abzukaufen. Scheiß Frisur.
Christoph Metzelder Das blaue Auge schien ihm – zumindest im ersten Durchgang – einen gewissen Respekt zu verschaffen. Rieb sich an Kolloss Koller auf, das hat sich gelohnt. Der WM-Form recht nah.
Per Mertesacker Der deutsche Turm. Als er mal foulte, wunderte sich selbst das Imitat am Mikrofon. Ein paar Mal Probleme mit Bubi Baros, der clever nachrückte. Der WM-Form recht nah.
Philipp Lahm Sorgte für die einzige Szene des Spiels, die noch 2017 bei youtube zu finden sein könnte, als er sich wagemutig in einen Zweikampf mit Jan Koller warf. Natürlich gab es Foul gegen Koller, der hinterher aus dem Lachen nicht mehr rauskam und mit der Hand in Brusthöhe die, nun ja, foulbegünstigenden Größenordnungen von Papa und Sohn andeutete. Köstlich. Und: Schöne Flanke zum Zwonull.
Torsten Frings Sein größter Verdienst war Frings‘ Initiative in der Eckballfrage. Dreimal flankte Schweinsteiger lustlos und viel zu flach. Dann kam Frings und bereitete unter anderem das erstaunliche 1:0 vor. Gar keine Frisur.
Michael Ballack Spielte auch mit. Gerade zu Beginn der dritte Innenverteidiger, später war er gar nix mehr. Ich vermute ja, ich habe ihn nur nicht beachtet, weil Ballack total mannschaftsdienlich und systemisch und abwehrstark agierte. Aber irgendwie hab ich den inner anderen Schublade.
Bastian Schweinsteiger Komisches Spiel für ihn. Gewöhnte sich erst langsam an Janssen. Hatte er Sehnsucht nach Lahm? Versuchte es hier und da mit Schweini-Schüssen, da jedoch glücklos. Wenigstens bremste er später durch einige typisch unfaire Aktionen den tschechischen Offensivdrang ein wenig.
Bernd Schneider Ach, Bernd Schneider. Unser aller Lieblingsbrasilianer ist aber auch einer. Gewohnt elegant und trickreich, das Spiel kam ihm zugute, der Mann wird im Alter immer besser. Aber leider: Seine prägnanteste Szene war ein 2-0-Konter, in dem Schnix einen mies getimten Podolski-Pass zusätlich noch verstolperte. Kann ja mal passieren.
Kevin Kuranyi Da muss ich mich gar nicht anstrengen, denn alles Relevante zum irgendwie gesichtdicklich wirkenden Nutellaboy schreibt heute bestimmt sein größter Fan in Internet wo gibt.
Lukas Podolski Sein Konterlauf mit Schneider war armselig. Seine Schusstechnik ist grandios. Immer eine Unruheherdplatte, die Sturmaufteilung mit dem Kevin funktionierte. Ging etwas früher duschen, damit der Hitzeberger noch zweimal um die Pille sprinten konnte.
Joachim Löw Freute sich. Wirkte mit seinem ebenfalls komplett in schwarz gewandeten Wellensittich an der Seite wie zwei Pantomime-Köpfe vor der schwarzen Pantomime-Wand. Aber egal. Ist zur fast sicheren EM 08 zu beglückwünschen.
That’s why I‘m easy
23. März 2007 in Fußball, Fußball Nationalmannschaft und Auswärtsspiel 0 KommentareAm Sonnabend bin ich komplett runtergefahren, bildschirmlos quasi. Ich werde den Frühling persönlich begrüßen, dem nächstgelegenen Basketballfreiplatz das letzte bisschen Winter aus den Reusen werfen, und so Sitze von Rennlaufrädern passen sich auch nicht von alleine an die stetig wachsenden Rennlaufradbenutzerinnen an. Außerdem: Wer will schon deutschen Fußballern beim Verlieren zusehen?
