Archiv der Kategorie 'Leichtathletik'

Vor 40 Jahren: Der langsamste Marathon aller Zeiten

Im April 1967 läuft sich ein 76-jähriger Universitätsprofessor aus Japan in Stockholm zwölf Kilometer lang ins Sportrekordbuch. Denn mehr als ein halbes Jahrhundert nach dem eigentlichen Startschuss beendet er endlich den längsten Marathon aller Zeiten.

Denn Shisō Kanaguri, 1912 in Stockholm der erste Japaner überhaupt bei Olympischen Spielen, lief zwar am letzten Tag der Spiele mit allen anderen Läufern los. Im Ziel kam er jedoch nie an. Nach 30 km trank Kanaguri ein paar Schluck mit einer freundlichen schwedischen Vorgartenfamilie. Auch ihr Angebot, sich etwas auszuruhen, nahm der bequeme Japaner nur zu gern an. Er wachte aber erst wieder auf, als die Polizei am nächsten Morgen schon die Suche aufgenommen hatte.

Zwei Weltkriege später bemerkte ein schwedischer Journalist die Peinlichkeit und lotste den Marathon-Verschlafer an die Stätte seiner Schmach. Die er dann unverzüglich und mit einem ordentlichen Sinn für Sportsgeist tilgte.

Bravo. Hat irgendwie ein henrymaskeeskes Moment, diese Geschichte.

Wikipedia

Neues DLV-Logo

Der Deutsche Leichtathletik-Verband featuring CNN:

Speerwerferinnen sind ungeschickt

Die EM-Goldmedaille, Beweisstück ihres ersten internationalen Titels, fiel kürzlich zu Boden, als die Leverkusenerin das gute Stück aus schwedischem Kristall ihrer Nachbarin zeigen wollte. Die drei Teile hat der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) mittlerweile zum Veranstalter zurückgeschickt – mit der Bitte um Ersatz.

Aktionismus

Jawoll: Weißes Silikon gegen Doping! Damit diese Liste nicht länger wird. Aber ich möchte den DLV-BonzenFunktionär sehen, der true athletes ohne Katja-Burkard-Touch aussprechen kann.

Be one of us!

Woher der Erfolg kommt, weiß der NDR

Vier der zehn EM-Medaillen deutscher Athleten in Göteborg haben Sportler aus Mecklenburg-Vorpommern erkämpft – darunter zwei goldene. Woher der Erfolg kommt, weiß so recht niemand.

Das schreibt der Norddeutsche Rundfunk, um danach auf mehr als 30 Zeilen genau das zu erklären. Als wenn sportlicher Erfolg und Mecklenburg-Vorpommern ein gar grausames Paradoxon sei. Tss.

Heute vor 75 Jahren …

… ist Paavo Nurmi seinen letzten Weltrekord gelaufen. Am 24. Juli 1931 benötigt der flinke Finne für die zwei Meilen keine neun Minuten. Im kommenden Jahr wird der Sportler Nurmi von einem Amerikaner getötet.

statueAvery Brundage, Präsident des US-amerikanischen NOKs findet es ganz schlimm, dass die laufende Legende für Geld antritt. Das taten andere schon längst und länger, an Paavo Nurmi sollte jedoch ein Exempel statuiert werden. Nurmi ist vor den Olympischen Spielen 1932 in Los Angeles 35 Jahre alt. Er möchte seine grandiose Karriere mit einem Sieg beim olympischen Marathon krönen. Doch weil er nicht mehr als Amateur eingestuft wird, darf Nurmi nicht laufen. Nicht 1932, nicht später – gesperrt auf Lebenszeit.

Der Mann, der schön laufen erst zum Begriff machte, kam nie über diesen schon damals heuchlerischen Skandal hinweg. Und er starb als einer der wenigen Menschen, denen eine 2,7 Millionen teure Oper gewidmet wurde und deren Nachruf der aktuelle Staatspräsident mit dem Satz schloss:

Er war kein glücklicher Mensch!