Archiv der Kategorie 'Buntes'

Rosinenbrötchen

Sport ist eine Spezialbezeichnung für Dopingdisziplinen, die das Dritte Reich überdauert haben. Dabei werden vor allem Rosinenbrötchen, gelegentlich auch Rizinusöl (beliebt bei den härteren Sumofurzern), türkische Zahnpasta oder der neueste Schrei EPO eingesetzt.

Weissebescheid.

Nanofußball

Von wegen, Fußball sei das allergrößte. Mal ein paar Nummern kleiner denken, liebe Kickerfreunde, auch mal physikalische Bescheidenheit üben, und hört mir auf mit höchster Berg und Gipfel und so Reklameraschelei. Will gar nicht den laufenden Kleingag Lahm heranziehen, oder irgendwelche Ich stopfe die halbe Welt miniatusiert in eine Weinflasche-Spinner, aber klein ist manchmal eben doch oho. Und ich kann heute endlich mal wieder guten Gewissens behaupten, etwas dazugelernt zu haben.

Eine dritte Modifikation von Kohlenstoff, neben Grafit und Diamant, wurde 1985 entdeckt. Es handelt sich um symmetrische Kugelmoleküle aus reinem Kohlenstoff, sogenannt Fullerene. Am besten bekannt ist das C60-Fulleren aus 12 Fünfecken und 20 Sechsecken – es gleicht einem Fußball.

Die Zeit, 8. Mai.

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„Deine Mutter klaut bei Kik!“

Kürzlich haben Sie sich kaputt gelacht, als ein Comedian in Ihrer Sendung gesagt hat: „Deine Mutter klaut bei Kik!“ Ist das ihr Sinn für Humor?
Raab: Ja, wenn Sie das jetzt so schreiben, hört sich das scheiße an. Ein Witz lebt vom Timing. Waren Sie mal bei Kik? Das kennt Ihr SZ-Typen gar nicht, ne? Gehen Sie mal hin. Sie werden mich anrufen und sagen: Das war der lustigste Witz, den ich je gehört habe.

Erstaunlich ist ja, dass sich der von Stefan Raab angesprochene Textil-Discounter passenderweise zwei Bundesligisten mit eher unterdurchschnittlichem Glamour-Faktor an die Brust geschmissen hat. Bochum und Hansa treffen am finalen Spieltag aufeinander, und die dann sicherlich wieder intensiv diskutierte Konstellation ist nach derzeitigem Stand nicht unwahrscheinlich: Dass sich Abstieg oder Klassenerhalt in jenem Match entscheiden kann.

Aber natürlich hält sich der Sponsor aus diesen sportlichen Fragen komplett heraus.

Sport im April

Merkwürdig: Nachdem die Rekorde für das längste Eishockeyspiel in Deutschland jüngst reihenweise gepurzelt sind, haben sich auffallend wenige Fußballprofis über ihr sonst gerne bejammertes (englisch-)wöchentliches Arbeitspensum beschwert. Jedenfalls beginnen am 13. April die DEL-Playoffs, ein mögliches fünftes Entscheidungsspiel am 22.4. müsste ohne Penaltyschießen entschieden werden.

Am 19. suchen Bayern München und Borussia Dortmund in Berlin den Fußball-DFB-Pokalsieger. Die Hauptstadt wird in schönstem Schwarz-Rot-Gelb erstrahlen, West-Charlottenburg wird dezent nach Fanpisse riechen, und trotz Weltmeistertitel ohne Gegentor wird eine der häufig gestellten Fragen wieder mal lauten: „Wer spielt eigentlich bei den Frauen?“

Ein paar Minuten später, also in der Nacht zum 20. April, beginnen die NBA-Playoffs. Und sollten die Dallas Mavericks den Zwei-aus-Dreikampf gegen Denver und Golden State nicht verlieren, kann die deutsche Nationalmannschaft namens Dirk Nowitzki wieder einmal ein paar Spiele lang, doch am Ende schließlich vergeblich gegen seinen Spitznamen „der Bayer Leverkusen des nordamerikanischen Basketballs“ ankämpfen.

Mit kleineren Bällen spielen einige distinguierte Herren im englischen Sheffield ab 19. die Weltmeisterschaft im Snooker aus. Das nach den schönsten Bahnstrecken der Welt beste TV-Sedativum für Männer ist fest in britannischer Hand, aktueller Titelträger ist der Schotte John Higgins. Die unumgänglichen Hinweise auf das Snookerblog und Rolf Kalbs Eurosport-Break soll nicht fehlen.

Am 21. April, dem amerikanischen Patriot’s Day, fällt traditionell der Startschuss zum Boston Marathon. Seit 111 Jahren schon schrubben ehrgeizige Langläufer in Massachusetts ihre Glückskilometer. Im vergangenen Jahr sorgte Petrus für die schlechtesten Siegerzeiten der letzten drei Dekaden. Wenn das hier jemand liest, der mir plausibel erklären kann, warum man solange über asphaltierte Straßen hetzen sollte, möge er sich bitte mitteilen.


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März
Februar
Januar

Die Olympischen Spiele in Peking fallen aus

So, Thema abgehakt. Weiter im Blog. (Obwohl das Sarkozy-Ribery-Techtelmechtel schon eine feine Sache ist. Dazu Trainer-Nachschlag.)

Bin i Strand, bin i Kaiser

Kaum hat der letzte Schneesturm seinen Kopf traurig in den Finnischen Meerbusen vergraben, quälen sich dem Freiluftsport Zugeneigte in farbenfrohe, kurze Hosen, schütten irgendwo einen eigentlich tollen, ehrlichen Bolzplatz mit Sand zu und treiben ab sofort Beachsport. Die bekannteste Variante ist sicherlich die Volleyball-Modifikation, man kann Handball auf Sand spielen, Basketball, Tennis, Frisbee und Boule. Und Fußball spielen natürlich auch.

Das schimpft sich dann Beach Soccer. Und ich glaube, bei der Wikipedia haben sie sich irgendwie vertan:

Wird der Ball in der Halle an die Decke gespielt, erhält die andere Mannschaft einen Freistoß an der Mittellinie.

Wie auch immer. Weltmeister wird – noch öfter als auf dem Rasen – meist Brasilien, auch die Gras-Loser Spanien und Portugal dürfen ab und an aufs Sand-Treppchen klettern. Jedoch begab es sich vor 50 Jahren, dass die brasilianische Polizei den Strandfußball verbot, weil der ehrgeizig-hitzige Wettkampf zunehmend die wohlproportionierten Schönheiten vertrieb. (Schätze ich mal.) Findige Dribbler wussten eine Ausweichlist: Sie wichen auf Volleyballfelder aus und kickten weiter.

So entstand Footvolley. Es ist nicht zu verwechseln mit dem etwas spröderem Fußballtennis, was in unterklassigen Ligen oft schon als halbe Trainingseinheit gewertet wird und dann nicht selten ob der sprichwörtlichen Amateurhüftsteifigkeit in wahre Knochenbruchorgien ausartet. So, und wenn wir jetzt noch das im Vergleich zum kommerziellen und leider stärker verbreiteten Bandenhallenfußball viel graswurzeligere Futsal dazunehmen, hamma doch ein ordentliches Vereinsportfolio.

Dann noch ein hübscher Name, Strandkaiser vielleicht, und man assoziiert Krefeld und Fußball vielleicht bald nicht mehr nur mit Funkelbrüdern oder Dynamo Dresden. Einen kleinen Eindruck vom unglaublich kräftezehrenden Strandfußvolleyball vermittelt dieser mit entspannender Wochenbeginnsmusik unterlegter Ballwechsel:

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Sport kann man aber auch nackt treiben.

Mondlahmdung

Bloggen ist das Bohren dicker Bretter, weiß man ja seit heute, und dann wollnwermal:

Astronaut Edwin „Buzz“ Aldrin war der erste Mensch, von dem ein Foto auf dem Mond gemacht wurde. Der Pilot der 69er Mondlandefähre war aber bereits drei Jahre zuvor das erste Mal in den Weltraum geflogen, am 11. November 1966 mit Gemini 12.

Genau 17 Jahre später, am 11. November 1983, erblickte der spätere Fußballspieler Philipp Lahm in München das Licht der Welt. Mit seinem Spezialtrick von der linken Außenbahn nach innen schwenken und den Ball ins lange Eck schlenzen eröffnete er die WM 2006 und scheiterte später dutzende Male an gelangweilten Außenverteidigern.

Und weil der 11. November außerdem der Geburtstag des amerikanischen Schauspielers mit deutschen Wurzeln namens Leonardo di Caprio sowie der Beginn der Karnevalszeit ist, staunt man nur wenig über diese Karte, die die erste menschliche Mondlandung 1969 auf ein Fußballfeld projeziert und dabei exakt den Laufradius von Philipp „Wireless“ Lahm beim jüngsten 2:1 gegen Leverkusen nachzeichnet.


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(Und wenn das jetzt kein dickes Brett war, weiß ich auch nicht.)
via

Von Rosenheim nach Peking



So ähnlich sah es heute in einigen Teilen Norddeutschlands auch aus: Es hagelte. Und ich musste an die Olympischen Spiele denken.

Die finden im August in Peking statt. Die Regenwolkenwahrscheinlichkeit wird dann bei ungefähr 50 Prozent liegen. Und damit die ganzen Sportlerproteste gegen chinesische Menschenrechtsverletzungen nicht im Regen untergehen, hat sich der chinesische Wetterdienst CMA (nicht mit diesem Milchmarketingdingens zu verwechseln) überlegt, den Regen ganz konservativ zu bekämpfen: Mit Raketen.

Geplant ist der Einsatz von Silberjodid, einem Kristall, das mit Raketen direkt in die Wolken geschossen wird. Das noch gasförmige Wasser kondensiert an dem Kristall, und die Wolken regnen sich ab, ehe sie über dem Olympiastadion Stellung beziehen können.

Ein erster Test mit drei Flugzeugen, 30 Technikern, drei Stunden Flugzeit und knapp drei Tonnen Diatomit (Kieselgur) wurde bereits durchgeführt. Rund um Peking wird das künstliche Regenmachen weiterhin getestet. Ob die Flugzeuge mit den Silberjodidraketen auch schon über Tibet gesichtet wurden, ist bislang nicht bekannt.

Eine chinesische Erfindung ist diese Art des Gottspielens allerdings nicht:

Trotz gegenteiliger Expertenmeinungen wird Silberjodid auch in Deutschland eingesetzt. Die so genannten Rosenheimer Hagelflieger etwa sollen bei Unwettern in Bayern die Gefahr von Verletzungen und Zerstörungen durch große Hagelkörner minimieren.

Bis 1974 wurden in Bayern die Wolken mit Raketen beschossen, heute tuns zwei Flugzeuge, die rund um die Uhr für die Hagelabwehr bereitstehen. 220.000 Euro lassen sich die beteiligten Landkreise diesen Spaß jährlich kosten. Ob das sinnvoll ist, wurde jedoch noch nicht eindeutig bewiesen.

„Aber Regen machen ist eine Sache, Hagelkontrolle eine ganz andere“, sagen Kritiker wie Hartmut Höller, Atmosphärenphysiker am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). „Die meteorologischen Verhältnisse in einer normalen Wolke sind überschaubar. Aber die Prozesse in einer Gewitterfront sind viel zu komplex und zu energiereich, um sie gezielt beeinflussen zu können“, so Höller. Es sei „reiner Zufall, wenn es mal funktioniert“.

Derselben Ansicht ist Jörg Kachelmann offenbar auch schon mal gewesen. Trotzdem gibt es auch eine Hagelabwehr in Österreich sowie für historisch Interessierte ein paar alte Hagelabwehrraketenbilder. Was es hingegen in den nächsten anderthalb Jahren definitiv nicht mehr geben wird, ist Meteorologie beim Nachspiel.


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Drei Nachspiel-Tipps zur Wochenmitte

Robert dröselt die Vergangenheit der Bundesliga-Führungsmenschen auf und stellt entscheidende Fragen:

Wieso gibt es so wenig Quereinsteiger in den Führungsetagen der Bundesliga und was würde passieren, wenn beispielsweise ein Klub wie Hertha BSC mal mit einer qualifizierten Vereinsspitze ausgestattet würde?

Uwe und Mareike beziehen sich im Schatten der Tribüne auf den Euronichtteilnehmer England und sinnieren über neutrale Austragungsorte schon bei Pokalhalbfinals:

Das Spiel des BVB gegen die Jenenser von Carl Zeiss würde, sagen wir mal, in Frankfurt ausgetragen werden, und könnte schon den Klassenunterschied ein wenig ausgleichen. Beiden Vereinen stände das gleiche Kontingent an Karten zu und ein kleiner Hauch von „Wallfahrt Halbfinale“ würde das „Wir-Gefühl“ von gleich vier Fanszenen stärken.

Martin verweist auf die fetteste Liga von allen – die Major League Eating:

Warum Wettessen wirklich zu einem Sport geworden ist und dass man das schon daran erkennen kann, dass nicht mehr die dicken Männer die Wettbewerbe dominieren, sondern durchtrainierte Profis.

Der Rekord steht übrigens bei 65 hart gekochten Eiern in 6:40 Minuten, gehalten von dieser eher schmalen Frau namens Sonya „Die Schwarze Witwe“ Thomas, die im MLE-Ranking auf Platz fünf rangiert und damit die bestplatzierte Frau überhaupt ist. Sie schafft auch 80 Chicken Nuggets in 5 Minuten sowie 5 1/2 Kilo Käsekuchen in 9 Minuten. Igitt.

(foto_drivenbyboredom)

Mamimami, ich will auch einen Billartisch ins Kinderzimmer!

Der erste Dopingfall im deutschen Billardsport ist gestern bekannt geworden. Und ich bin mir sicher, den Maskierungsmittelsünder hier im Bewegtbild präsentieren zu können. Diese Dinger funktionieren jedenfalls nicht ohne chemische Helferlein, definitiv. Besonders der Trick mit dem Schuh und der mit der Colaflasche zauberten mir noch mehr Sonnenschein in diesen ohnehin heiteren Frühfrühlingsdienstag.

Babypause für Niggli-Luder

Nachwuchs für den Orientierungslauf: Die 14-malige Weltmeisterin und dreifache Schweizer Sportlerin des Jahres, Simone Niggli-Luder, ist schwanger!

Und so bestimmte Doppelnamen sind einfach nur noch doppeldeutig.