Archiv der Kategorie 'Fußball 2. Liga'

Und am besten bewerfen wir sie auch noch mit halbleeren Bierbechern …

Na sowas: Der Stern ruft zum Zivilen Fußballungehorsam auf. Die Suada von Sascha Theisen endet in folgender, schon fast rasend zu nennender Klimax:

Rufen wir Schlaudraff und Co unflätige Beschimpfungen hinterher, wenn sie hoffentlich zum letzten Mal in unsere Umkleide gehen. Sie verdienen schließlich ihr Geld mit der besseren sportlichen Perspektive. Und all die Schimpfwörter haben sie eh bald wieder vergessen. Und am besten bewerfen wir sie auch noch mit halbleeren Bierbechern. Wir haben – wie gesagt – dafür bezahlt. Wir sind die Könige im Spektakel. So läuft das Geschäft nun mal. Um guten Geschmack, Respekt und Benimmregeln geht es hier nicht. Schon seit der Kindheit nicht.

Fans von Hansa Rostock wollen nicht aufsteigen

Anders ist es nicht zu erklären, dass beim Auswärtsspiel in Essen Hansa-Fans Böller im Block zünden und sogar aufs Spielfeld werfen. Und zwar Böller, die eine echte Gefährdung darstellen. Der Schiedsrichter schickt die Mannschaften in die Kabine, nach einer Viertelstunde gehts weiter.

Hansa-Manager Studer sagt, er schämt sich für seine Fans, und man müsse auch mal darüber nachdenken, ob Stadionverbote für so etwas noch langen. Zur Erinnerung: Hansa steht vor dem Aufstieg in die Bundesliga, noch hat man Vorsprung, noch kann es die Kogge aus eigener Kraft schaffen. Ein Spielabbruch oder ein Punktabzug in dieser Situation wäre so ziemlich das Schlimmste, was die Fans ihrem Verein antun könnten.

Kurz bevor die Partie wieder angepfiffen wird, läuft Hansa-Coach Frank Pagelsdorf quer übers Spielfeld, er erlebt den Schiedsrichterball keine drei Meter vom eigenen Block entfernt, es sieht so aus, als wollen er und seine massige Erscheinung persönlich jeden Unruhestifter zur Raison bringen.

Ach so: Es steht 0:0. Noch eine halbe Stunde zu spielen.

Optiker fressen erst Löwen, dann Zebras.

Jena führt gegen geschwächte Zebras zu Hause mit 3:0. Nach 39 Minuten! Wann hat es sowas zuletzt gegeben?

Am 23. Februar.

Nachtrag, eine Halbzeit später: Schon gut, schon gut.

Zahlenspaß am Dienstag

58 61 54 62 65 60 58 58 59.

Das sind nicht die Taillenumfänge der verbliebenen GNTM-Kandidatinnen, sondern die Anzahl der Punkte der Drittplatzierten der Zweiten Liga der vergangenen neun Spielzeiten. Soll heißen: Der KSC ist mit jetzt 57 Punkten so gut wie erste Liga, nur Mainz schaffte es seit 1997 zweimal, mit mehr als 60 Punkten (62 und 64) nicht aufzusteigen.

9. 8. 7. 5. 5. 5. 9. 5. 5.

Das sind nicht die Bewertungen für den deutschen Grandprixeurovisiondellaschangsongteilnehmer, sondern die Platzierungen der SpVgg Greuther Fürth in Ligazwo. Das nenne ich mal Konstanz. Momentan sind die Greuther Fürther Vereinigten Vierter …

18 20 21 24 27 30 36 40 42.

Das ist jetzt wirklich Quatsch. Oder?

Hansa vs. Effzeh

22.45 So, die Vollmilch ist alle. Das 1:1 ist furchtbar gerecht, auch wenn sich Daum anschließend ordentlich beruhigen muss und Pagel nur enttäuscht abwunk. Aber unterhaltsam wars.
20.15 Hurra, Spontanbesuch! Der Sixpack ist schon offen. Also kein Liveblogging, sondern erst Senf nach dem Abpfiff.
18.20 Die Kölner Fans geben sich entspannt und traditionsbewusst.
16.45 Vielleicht schaffen es die Spieler des MSV Duisburg heute Abend im frostigen Ostseestadion, mal so richtig mit der Faust auf den Arztkoffer zu hauen. Vielleicht hat aber auch Frank „Ecstasy“ Pagelsdorf nach Abpfiff wieder die Gelegenheit, einen seiner berüchtigten Jubelexzesse aufzuführen: breit grinsen und einen Wimpernschlag der Fußballgeschichte lang seine Catcher-Arme hochreißen. Vielleicht auch ist das Spiel scheißlangweilig und hier passiert gar nix mehr groß was.

Duisburg vs. Rostock

22.05 Ausdiemaus. Hansa gewinnt verdient und nach altem Muster: Routine, Arbeit, Kondition und gefährliche Nadelstiche. Nicht schön, aber irgendwie muss Cottbus in der Bundesliga ja ersetzt werden. Pagelsdorf flippt aus, er hebt seine massigen Arme und lacht, Ekstase pur.
22.00 Schober verschobert sich im Strafraum, doch Mokhtari zwirbelt knapp neben den Pfosten. Es wäre die erste Heimschlappe des MSV, der mit seiner Zebrakraft jetzt vollends am Ende ist.
21.50 Lavric sieht rot. Er kopfnusst in Richtung Beinlich, der oscarreif darniedersinkt. Und beide Teams machen gerade mit dem guten alten Laktat Bekanntschaft.
21.46 Pünktlich. Es ist die 75. Minute. Die Hansaschlussviertelstundenoffensive beginnt. Mit einem Tor. Von Shapourzadeh. Konter. 2:1.
21.43 Die Hansa-Abwehr wackelt jetzt bei nahezu jedem Eckball/Freistop wie zu warmer Waldmeister-Pudding. Hieße ich jetzt Pagelsdorf, ich würde meiner Mannschaft Fouls in Tornähe unter Androhung von Intervallläufen verbieten. Ach so: Ball wieder im Hansa-Netz, wieder Abseits, diesmal arg deutlich.
21.40 Es nebelt in Duisburg. Küstennebel quasi. Aus lauter Gastfreundschaft wurden den Hansa-Fans beim Einlass ihre Bengalos nicht weggenommen.
21.37 Hui, zwei krabbelige Schiedsrichterentscheidungen. Erst wird ein klares Foul an Tim Sebastian nicht geahndet, Gelb für Madsen wegen Meckerns, aus dem folgenden Freistoß entwickelt sich eine Szene, die den knapp 20.000 Zuschauern überhaupt nicht gefällt: Nach einem Distanzschuss beult sich das Hansa-Netz aus, der Treffer gilt aber nicht, weil Filipescu knapp im aktiven Abseits steht.
21.33 Lavric weicht mit einem einzigen Kurzpass den Hansa-Beton auf. Doch die Hereingabe wird nicht in einen Torschuss konvertiert, sondern landet bei einem Rostocker. Die lassen den Gastgeber sich jetzt müde angreifen und spekulieren auf die schon erwähnte Schlussoffensive.
21.25 Idrissou aus spitzem Winkel und Mokhtari im Vorwärtsstolpern lassen Schober nur kurz auflachen. Die Zebras schalten gerade vom zweiten in den dritten Gang, fahren aber noch untertourig. Und ja, nicht alles, was schief ist, ist auch ein Bild, dude.
21.20 Toller Konter eben vom MSV Duisburg. Vier gegen drei, und der öffnende Pass ist aber sowas von zu lang, dass dem gerade aufgewachten Gelegenheitszuschauer nur noch ein lautes Murrensauersein bleibt – ganz schwach, das.
21.00 Dass so ein Fußballschiedsrichter auf die Sekunde abpfeift, ist ein eigentlich eher seltenes Phänomen.
20.58 Der Zebras Respekt vor Hansa-Kontern ist deutlich zu spüren. Vorsichtiger Aufbau, kaum Risiko. Die gelbblauen Hanseaten nach kurzem Aufbegehren wieder im Winterschlaf. Sie lauern wohl wieder mal auf die Auswärtsschlussviertelstunde.
20.50 Duisburg jetzt mit Mühe, überhaupt mal am Rostocker Strafraum zu schnuppern. Trotz des Unentschieden gäbe es bei einem 1:1-Endstand einen Gewinner: Der 1. FC Kaiserslautern wäre drei an Rostock (3.), vier Punkte an Duisburg (2.) dran.
20.44 Gute Freistoßchance für Hansa, keine 20 Meter, halbrechts. Beinlich täuscht, Yelen schlenzt mit rechts, der von Schlicke abgefälschte Ball plumpst von der Querlatte zum 1:1-Ausgleich ins Tor. Dann wirds wild: Konter Hansa, Kern braucht die Kugel sechs Meter vor der Linie nur noch reingucken, scheitert aber am Beuckert-Reflex.
20.36 Der erste Angriff nach dem Gegentor landet am rechten MSV-Pfosten, nachdem Filipescu einen Distanzschuss von Yelen abfälschte.
20.35 Rahn schießt – daneben. Erste viertel Chance für Rostock nach einem Konter. Im Gegenzug Ecke für Duisburg, Kopfballverlängerung von Lavric, MSV-Kapitän Björn Schlicke ebenfalls per Kopf in den linken Winkel. Hätte Beinlich noch Haare, wäre er noch rangekommen. 1:0 (19.)
20.30 Wenn man flüchtig hinsieht, heißt Hansas Brustsponsor Neun Leben. Partie noch nicht auf Betriebstemperatur.
20.25 Erste dicke Chance für den MSV: Langer Ball auf Lavric, dessen Kopfball pariert Schober an den sich total verschätzt habenden Gledson, der knapp an einem Eigentor vorbeischrammt.
20.20 Stark grippebedingtes Gewurschtel zu Beginn. Die Torhüter bislang nur dazu gut, den Ball wieder aufs Spielfeld zu werfen.
20.15 Die Gäste haben es jetzt in der Hand, durch eine gute Vorstellung bei den Zebras die langsam auf Sparflamme hochkochenden atmosphärischen Störungen zwischen Trainer Pagelsdorf und Manager Stefan Studer zu pulverisieren. Jedes Krisengerede könnte im Keim erstickt werden.
20.08 So wolln wir das haben: Man kann den Kommentator sehen, aber nicht hören. Und das ohne Mute-Taste! Da hat jemand mitgedacht beim Sender. Schade, schon wieder vorbei.

Ostmontag

Jan Ullrich (pfui) und Hansa Rostock (hui) heute live beim Nachspiel. Wir jammern vielleicht, haben aber schönere Natur, weissdu!

Löwen, gebändigte

Jena führt gegen geschwächte Löwen zu Hause mit 3:0. Nach zehn Minuten! Wann hat es sowas zuletzt gegeben?

(Das ist keine rhetorische Frage, ihr suchfaulen Webvagabunden! Antwortet! Pronto!)

Die Königlichen im Pott

Wie tief ist Real Madrid gesunken. Ronaldo verlässt das sinkende Schiff, im Netz kursiert ein Spaß-Bildchen mit Michael Ballack als real-Supermarktsverkäufer, und jetzt nehmen sie einem zweitklassigen Zebra noch den Stürmer weg. ¡madre mía!

Kleine Beschwerde an den MSV Duisburg

Nicht genug, dass die Inthronifizierung von Christoph Daum beim 1. FC Köln jahrzehntelang die Zeitungen füllte und der hervorragend zu verkalauernde Nachnahme originelle Überschriftenausdenker nur noch zusätzlich anstachelte – nein, jetzt muss mit Markus Daun auch noch ein Ähnlichlautender die Daumsche Premiere versauen.

Was gab das heute nicht überall für lustige Schlagzeilen! Und Verschreiber. Danke, liebe Duisburger.

Was fast noch schlimmer ist: Der nächste Kölner Gegner ist Kickers Offenbach mit seinen beiden Stürmern Regis Dorn und Sean Dundee. Sollten sie beide gegen den FC treffen, werden wir vermutlich Zeuge der größten Alliterationsschlacht seit Titel, Thesen, Temperamente.

Am allerschlimmsten wird es jedoch in der nächsten Saison, wenn Markus Daun, Christoph Daum, Regis Dorn und Thomas Doll in einer Liga spielen.