Archiv der Kategorie 'Fußball'

Wider die Schlechtpassklatscherei


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Portogesen haben es gestern getan, Schalker sowieso. Kaum ein Spiel, in dem es nicht passiert. Besonders ab Regionalliga abwärts ist das Ritual um so lustiger, je ernsthafter es vorgetragen wird, impliziert es doch ein gehobenes Verständnis von fußballtechnischen und -taktischen Feinheiten, was meist aber nicht unbedingt zu den Primärtugenden der Sportarbeiter in jenen Gefilden gehört.

Reden wir also über die Schlechtpassklatscher.

Man kennt das: Spieleröffnung, das Warten auf den richtigen Moment, und dann schlägt jemand einen Pass, zu dessen guten Eigenschaften vor allem gehört, gut gemeint gewesen zu sein. Kann passieren. Was – in meinen Augen zunehmend – stört, ist die einlullende Reaktion des vermeintlichen Passempfängers. Weil das Zuspiel in Zeit und/oder Raum missglückte, kommt der Stürmer oder Flügelläufer ein paar Schritte zu spät, in einigen hoffnungslosen Fällen ist es ein kompletter 100-Meter-Lauf, der Ball und Passempfänger trennt. Meist landet die Pille dann im Seiten- oder Tor-Aus, der Angriff ist futsch.

Und dann passiert es.

Der Adressat klatscht. Meist über dem Kopf, drei, vier aufmunternde Händepatscher lang. Dazu ein Hundeblick gen Zuspieler, hey, kommt vor, die Idee dahinter war allerdings großartig! Eine gern verwendete Modifikation ist der erhobene Daumen, der signalisieren soll, dass man sich auf dem richtigen Weg befinde, den es nun gemeinsam zu beschreiten gilt, allen Widrigkeiten zum Trotz. Wahrscheinlich ist die grassierende Schlechtpassklatscherei auch eine Folge des trendigen Trainierens mit Sportpsychologen, die es dann permanent in die Fußballerköppe hämmern: „Die Mannschaft ist der Star! Seid positiv! Auch ein schlechter Pass hat etwas Gutes und kann, nein, muss beklatscht werden!“

Ich warte auf den Moment, in dem ein soeben wegen eines Abwehrpatzers überwundener Torwart seinen Vorderleuten den behandschuhten Daumen entgegenreckt und so Sachen sagt wie: „Es geht voran, Leute! Diesmal schon 50 Minuten bis zum ersten Gegentor, darauf müssen wir aufbauen. Und Heiner, die Absicht, die hinter deiner missglückten Grätsche im Sechszehner steckte, die verstand ich wohl. Bravo! Ich bin mit euch!“

Das Fazit: Es muss wieder mehr geschimpft werden im Fußball. Gerade und besonders mit den Spielern der eigenen Mannschaft. Permanent schlechte Leistungen zu beklatschen ist eine doofe Form von sportpolitischer Korrektheit, und ich wünschte mir, Olli Kahn könnte das vor seiner Pensionierung bitte noch mal klären. Danke schön.

Eckball

Es gab ja mal diesen drittbesten Blondinenwitz aller Zeiten. Der war schon lustig. Jetzt also Fußball. Und ich muss gestehen, ich habe geschmunzelt. Obwohl ich das Wort „schmunzeln“ gar nicht mag und die Serie eigentlich „Die schlechtesten Fußballwitze“ heißt.

Seeler hat manchmal auch Blut gehabt


Wenn man gefallen ist, hat man manchmal auch Blut gehabt.

Tja, Euch Uwe hatte es nicht einfach. Damals™. Heute blutet ja keiner mehr richtig auf dem Fußballplatz, zumindest in Europa, in Afrika steckt man sich Taschentücher in den Mund, dann geht das schon. Uwe hatte noch keine Taschentücher, Kriech war ja gerade aus, „gefallen“ hatte noch eine etwas andere Bedeutung; und Fußball war damals™ noch was für echte Typen, die gibts es ja heute laut mehrmals wiederholten Klageinterviews gar nicht mehr, die sind quasi ausgestorben. Außer Uwe Seeler, der lebt noch.

Bis er mal auch kein Blut mehr hat. Wenn er fällt.

(Eingeordnet unter: Was man doch für ein Mordsbeitrag aus einem 20-Sekunden-Audioschnipsel saugen kann.)

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Pressen, Hässler, pressen!

Plötzlich nehme ich eine schüchterne Bewegung von der oberen Saunabank wahr. Thomas Hässler hat offenbar entsetzt festgestellt, dass große Teile seines Fußballer-Körpers verbotenerweise Holzkontakt haben: seine Füße und ein Stückchen Po. Mit einer unglaublich spannungsreichen Zeitlupen-Bewegung zieht Hässler nun die Beine an seinen Körper heran – rasch genug, um nicht als nächstes Anranz-Opfer der Sauna-Polizistin abgeschossen zu werden, und bedächtig genug, um nicht durch Bewegungshektik unnötige Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Hässler legt die Arme um seine Unterschenkel und zieht die Beine fest an seinen Oberkörper. Die Haut an seinen Knien wird ganz weiß, und seine Oberarm-Muskulatur zittert ob der gewaltigen Anstrengung. Hässlers Körper steht unter Hochspannung. Pressen, Hässler, pressen! Sein Körper zittert auf dem viel zu kleinen Handtuch.

Als Thomas Häßler mal ins Schwitzen geriet. (Und Oliver Kahn mal seinen Laptop vorführen musste, aber nicht konnte.)

Iyouhgosslahvjienn

Eigentlich war Jugulsovien an Stelle von Dänemark für die Europameisterschaft qualifiziert. Allerdings wurde Juguslavien aufgrund der Balkankrise vom Wettbewerb ausgeschlossen.

So ist das nämlich, Frank und Paul.

Fußballfeedfutter

Man merkt es: Die Bundesliga ist aus dem Winterschlaf erwacht.

Aber es wäre für mich ein Traum, wenn ausgerechnet gegen diese extrem aufgepumpte Mannschaft ein Kraut gewachsen wäre.

Arnd Zeigler über den FC Bayern im Tagesspiegel.

Biegen sie nun ein auf die Bratweh Rohd. Nächste Ausfahrt Richtung Taksen ohstweats. Edita Tomtomowa haben wir unser Navi daher anfangs genannt. Inzwischen sagen wir nur noch liebevoll: Dieter.

Das T-Online-Sportblog on the way to Super Bowl.

Keine große Überraschung vielleicht, dass es viel mehr Klubs weltweit mit Raubtieren zu Land, in der Luft oder im Wasser im Vereinswappen gibt als Klubs mit deren (und unseren menschlichen) Beutetieren.

Die nächste Statistik von ulizinho

Bei mir wird es auch keine Laktattests geben. Das mag bei Ausdauersportarten sinnvoll sein. Im Fußball gibt es andere Methoden, und meinen Mannschaften hat keiner mangelnde Fitness nachgesagt. Wenn ein Spieler privat seine Laktatwerte überprüfen will, kann er das gern tun. So lange er dafür keine Trainingseinheit versäumt.

Felix Magath ist Felix Magath.

Es gibt ja den alten Witz mit der Zigarettenpackung (Leiht sich eine Packung vom Pressesprecher und schiebt die durchsichtige Folie hoch, so dass ein Hohlraum entsteht) Was ist das? (Pause) Der Trophäenschrank des VfL Bochum.

Stefan Kuntz erzählt einen Witz.

Der possierliche Straßenfußballer ist vital wie lange nicht mehr, außer wenn es regnet. Er tarnt sich meistens in der Kleidung der Telekom und Michi Ballack, verrät sich aber akkustisch noch allzuleicht durch theatralisches Lamentieren und kann deswegen von mir sofort erkannt und weggegrätscht werden.

Robert ist voll oldschool.

Flocke, Flickr, Fritz

Die morgen beginnende Handball-Europameisterschaft ist erkennbar an einem Logo, das gekonnt drei moderne Themen grafisch miteinander verbindet:

- den Trendsport Handball
- das Trendtier Eisbär
- die Trendfarben hellblau-magenta

Schiedrichter, Telefon!

Diesen verstaubten Spruch habe ich am Wochenende bei einem Hallenturnier gehört und dabei an die modernen Fußball-Schiris gedacht, die mit ihren Headsets die ursprüngliche Intention der angesäuerten Fans doch leicht ins Banale kippen lassen. Während auffem Platz die Technik von morgen praktiziert wird, produziert der Mob auf den Rängen Pixelbrei mit seinem alten Klapphandy, anstatt sich endlich mal originellere Schimpftiraden einfallen zu lassen. Und es wird der Tag kommen, an dem der Sohn seinen Vater nach solch einer Schiedsrichterbeschimpfung schüchtern fragen wird:

„Papa, was ist das, ein Telefon?“


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Nomen est nicht Omen

(Ja, ich kann kein Latein.)


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Also ich finde das ja gut, dass man von einem schnöden Namen nicht mehr auf die Nationalität oder ausübende Sportart schließen kann.

L. Kenia -> georgischer Knappe
X. Huaiwen -> deutsche Federballerin
C. Großmüller -> uruguayischer Knappe
S. Ireland -> Fußballer aus Irl… ups!
S. Fahrad -> Bundesliga-Basketballer
FC Elche -> spanischer Fußballklub der Segunda Division
Blau-Weiß Hammer -> kein Leichathletikverein
P. Boy -> deutscher Turner

Korbball

Herr Laser! Wird wohl mal wieder Zeit für ein neues Fahrsicherheitstraining.

Das war eine tolle Sache. Wir fahren viele tausende Kilometer im Jahr, aber bei einem solchen Training erhält man ein neues Gefühl für sein Fahrzeug. (…) Wir haben unsere Busse in Situationen bringen können, wie sie im Straßenverkehr eigentlich nicht vorkommen.

Was ihr seht

… ist ein Screenshot von meinem Rechner, der einem RSS-Reader dabei zusieht, wie der ein Foto zeigt von einem Journalisten, der einen Journalisten beim WM-Finale fotografiert, fotografiert von einem anderen Journalisten.