Archiv für Mai 2008

Nanofußball

Von wegen, Fußball sei das allergrößte. Mal ein paar Nummern kleiner denken, liebe Kickerfreunde, auch mal physikalische Bescheidenheit üben, und hört mir auf mit höchster Berg und Gipfel und so Reklameraschelei. Will gar nicht den laufenden Kleingag Lahm heranziehen, oder irgendwelche Ich stopfe die halbe Welt miniatusiert in eine Weinflasche-Spinner, aber klein ist manchmal eben doch oho. Und ich kann heute endlich mal wieder guten Gewissens behaupten, etwas dazugelernt zu haben.

Eine dritte Modifikation von Kohlenstoff, neben Grafit und Diamant, wurde 1985 entdeckt. Es handelt sich um symmetrische Kugelmoleküle aus reinem Kohlenstoff, sogenannt Fullerene. Am besten bekannt ist das C60-Fulleren aus 12 Fünfecken und 20 Sechsecken – es gleicht einem Fußball.

Die Zeit, 8. Mai.

foto_wikipedia

Jogi auf dem Berg

Da simmer dabei, zeitnah natürlich. Kommt doch mal rüber!

Wer hat einen Fotoapparat für Oliver Kahn?

Oliver Kahn, stellt sich dann heraus, hat noch nicht mal einen Fotoapparat.

Henning Sussebach hat für das Zeit-Magazin erneut über Oliver Kahn geschrieben. Das ist lesens- und aber auch deshalb bemerkenswert, weil der erste Porträtversuch vor zwei Jahren großartig gescheitert war. Jetzt sind Kahn und Kahns Manager offenbar altersmilde geworden.

Jedenfalls hoffe ich insgeheim, dass Hertha am Sonnabend in den Schlussminuten gönnerhaft einen Elfmeter verursacht, den das Titanchen mit einem vollkommen unromantischen Vollspannstoß in die Mitte verwandelt, woraufhin er aufgrund seines ersten Torerfolgs heulend zusammenbricht und vom Stadion direkt zu seiner Mittelmeeryacht jettet.

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Zeitenwechsel
Das Kahn-Prinzip
Kahn, schwarz-weiß

Silbereisen spielt in China Tischtennis

Wollte schon immer mal einen maschinensuchenden Volksmusikliebhaber listig auf die Seite locken. Also.

Bayern zensieren Bayern

Die taz nennt es Maulkorb, die SZ druckt einen kleinen Sondertext darüber, vergisst jedoch, ihn auch online zu stellen; und ich habe wieder mal einen Grund gefunden und ihn zu den anderen 37 gesteckt, warum mich die professionellen Ligen immer weniger interessieren. Ribery hofft auf neue Spieler, Rummenigge will das nicht in der Zeitung lesen, und schwupps, wird das Bayern-Mediendirektorat tätig.

Kurz vor Redaktionsschluss – selbstverständlich genau dann, denn da kann eine Redaktion nicht mehr reagieren – hatte die Presseabteilung, angeblich auf Geheiß von Vorstandchef Rummenigge, diese „zentralen Passagen gestrichen“.

Tja, liebe Süddeutsche, schon blöd, so ein Redaktionsschluss.

Rad-Rat

Der Dokumentarfilmer Stefano Tealdi erläutert die wissenschaftlichen Hintergründe im Radsport und begleitet das Team Gerolsteiner und den Fahrer Fabian Wegmann einige Monate durch die Saison.

Heute Abend, bei arte

Entscheidend ist …

… wer den längsten hat.

Grüne Idee

Manchester oder Moskau – Hauptsache, die Ökobilanz stimmt.

Triple, Viertel, Quarterback

Das ist so ein Ereignis der Medien, Triple, Viertel, Quarterback, das interessiert mich alles überhaupt nicht.

Hut ab, Herr Hoeneß! Wer nach einem derart wichtigen und für einen selbst unbefriedigt verlaufenen Fußballspiel Begriffe aus dem Basketball, American Football sowie einen sportartenübergreifenden stolperfrei hintereinanderassoziiert, gehört beklatscht. (Wobei so Interviews ja auch druckreif redigiert werden.)

Zeitenwechsel

Aller schlechten Dinge sind drei.

1999. Seine Mannschaft steht im wichtigsten Klubfinale der Welt. Sie geht in Führung, dominiert das Spiel, trifft das Aluminium, wichtige Spieler werden in Siegesgewissheit ausgewechselt. Er hat wenig zu tun, wähnt sich als Sieger, Erster, Bester. Diese Sicherheit wird er nie wieder haben. Immer wieder denkt er später an dieses Spiel und bläut sich ein, nie wieder so sicher zu sein, wenn er den Abpfiff noch nicht gehört hat, immer weiter zu machen. Er denkt an den Schock nach dem späten Ausgleich, der allerdings nicht lange währte, weil er durch ein nachspielzeitiges Fußball-Koma abgelöst wurde. Ich habe dieses Spiel mit einem echten Bayern-Fan erlebt und konnte anschließend mein Mitleid in Kilogramm messen.

2002. Er ist der Beste des Turniers. Er hat seine Mannschaft mit einer konstant guten Leistung ins Finale gespielt, er ist die sichere Bank, derjenige, auf den sich alle verlassen können. Er hat sich auf dem Fußballolymp gesehen und in der letzten Partie selbst von den Stufen geschubst. Er hat ihn nicht festgehalten, diesen eigentlich festhaltbaren Ball. Es war der Anfang vom Ende, vom Ende dieses Spiels, dieser WM und seiner Hoch-Zeit. Er wurde wieder Mensch; und der Pfosten, an dem er schließlich konsterniert lehnte, hätte eigentlich für einen guten Zweck versteigert werden müssen.

2008. Seine letzte Spielzeit. Er hütet das Tor der besten Mannschaft Deutschlands, auf seiner Abschiedstournee werden alle, Freunde und Feinde, versöhnlich. Sie gönnen ihm die Meisterschaft, sie gönnen ihm den Pokalsieg. Durch den Uefa-Pokal huscht das Team so durch, sein fatalistischer Ausflug in gegnerische Strafraumgestade rettet das Halbfinale. Dort ist Schluß. Eine in Form und Inhalt vernichtende Niederlage besiegelt seine internationale Karriere, vier Mal muss er den Ball aus dem eigenen Netz klauben. Ein Titan der alten Schule scheitert an einer russischen Gas-Mannschaft. Es ist ein Zeitenwechsel. Hätte man ihn gefragt, hätte er sich vermutlich eine legendäre Fußball-Schlacht in Barcelona, Manchester oder Mailand für sein europäisches Byebye gewählt. Falsch: Er hätte sich natürlich einen sicheren Finalsieg in Moskau erbeten. So wurde er mitsamt Riberoni und der halben Nationalmannschaft von einer souveränen Staatskonzern-Elf gedemütigt. Aber er wird es wie ein Mann nehmen, ganz sicher.

Auf Wiedersehen, Oliver Kahn.


foto_othylmann

Nachschlag: Die 17 schönsten Bayern-Schlappen

Nur mal so

Sportfreund Nolokkpass: Vielleicht wäre das auch etwas für Deinen Nachspiel Blog!

Ja, liebe Kommjuniti-Verkäuferin, wäre es vielleicht. Leider lege ich hin und wieder etwas wert auf Rechtschreibung. Aber ich weiß, Sie machen auch nur Ihren Job. Ich hier nicht.