Bin i Strand, bin i Kaiser

Kaum hat der letzte Schneesturm seinen Kopf traurig in den Finnischen Meerbusen vergraben, quälen sich dem Freiluftsport Zugeneigte in farbenfrohe, kurze Hosen, schütten irgendwo einen eigentlich tollen, ehrlichen Bolzplatz mit Sand zu und treiben ab sofort Beachsport. Die bekannteste Variante ist sicherlich die Volleyball-Modifikation, man kann Handball auf Sand spielen, Basketball, Tennis, Frisbee und Boule. Und Fußball spielen natürlich auch.

Das schimpft sich dann Beach Soccer. Und ich glaube, bei der Wikipedia haben sie sich irgendwie vertan:

Wird der Ball in der Halle an die Decke gespielt, erhält die andere Mannschaft einen Freistoß an der Mittellinie.

Wie auch immer. Weltmeister wird – noch öfter als auf dem Rasen – meist Brasilien, auch die Gras-Loser Spanien und Portugal dürfen ab und an aufs Sand-Treppchen klettern. Jedoch begab es sich vor 50 Jahren, dass die brasilianische Polizei den Strandfußball verbot, weil der ehrgeizig-hitzige Wettkampf zunehmend die wohlproportionierten Schönheiten vertrieb. (Schätze ich mal.) Findige Dribbler wussten eine Ausweichlist: Sie wichen auf Volleyballfelder aus und kickten weiter.

So entstand Footvolley. Es ist nicht zu verwechseln mit dem etwas spröderem Fußballtennis, was in unterklassigen Ligen oft schon als halbe Trainingseinheit gewertet wird und dann nicht selten ob der sprichwörtlichen Amateurhüftsteifigkeit in wahre Knochenbruchorgien ausartet. So, und wenn wir jetzt noch das im Vergleich zum kommerziellen und leider stärker verbreiteten Bandenhallenfußball viel graswurzeligere Futsal dazunehmen, hamma doch ein ordentliches Vereinsportfolio.

Dann noch ein hübscher Name, Strandkaiser vielleicht, und man assoziiert Krefeld und Fußball vielleicht bald nicht mehr nur mit Funkelbrüdern oder Dynamo Dresden. Einen kleinen Eindruck vom unglaublich kräftezehrenden Strandfußvolleyball vermittelt dieser mit entspannender Wochenbeginnsmusik unterlegter Ballwechsel:

---------
Sport kann man aber auch nackt treiben.


4 Antworten auf “Bin i Strand, bin i Kaiser”

  1. 1 Trainer Baade 31. März 2008 um 22:48 Uhr

    Die Hintergrundmusik stammt anscheinend aus der Feder jenes Mannes, der auch die Titelmelodie zu ALF schrieb. Und wieso spielen sie fast immer mit der Brust zu? Geht das mit dem Kopf nicht präziser? Bei mir jedenfalls schon, könnte aber an der Brust liegen.

  2. 2 nolookpass 01. April 2008 um 8:52 Uhr

    Vermute, mit dem Kopf ginge es zwar präziser in der Horizontale, aber nicht in der Vertikale, sprich: die Tiefensteuerung wäre ob der Dickschädel weniger fein justierbar.

    Hab mich aber auch gewundert.

  3. 3 Handballschuhe 07. August 2008 um 13:22 Uhr

    Ich habe hier mal ein paar Informationen zum Beachhandball zusammen gestellt: Beachhandball

  1. 1 Bandy // Nachspiel Pingback am 03. April 2008 um 13:57 Uhr
Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.