Von der Konferenz in Dortmund

Es erinnerte an vergangene Uni-Zeiten, nach dem abendlichen einen Bier zuviel am folgenden Vormittag erst eine Dreiviertelstunde nach Veranstaltungsbeginn einzutrudeln. Der erste Themenkomplex Ethik im Sportjournalismus und Sportwissenschaft als Erkenntnisquelle des Sportjournalismus fiel folglich mit seiner ganzen Wucht in meine Kaffeetasse. Erst wieder bei Jens Weinreich eingeklinkt, der Vom Versagen der Sportwissenschaft sprach und sehr anschauliche Beispiele von im Elfenbeinturm unreflektierten und teilweise sogar dort angesiedelten Sauereien vortrug.

Höhepunkt war für mich der Moment, als der gestern schon erwähnte Henrik Brandt frug, wie denn ein Sportjournalist ethisch vertretbar mit starken Dopingverdächten umgehen sollte. Zuvor hatte Prof. Dr. Claus Eurich von der TU Dortmund jegliche Verdachtsberichterstattung – aufgerollt an der aktuellen Biathlon/Humanplasma-Geschichte, u.a. in der Süddeutschen – für Qualitätssportjournalisten quasi ausgeschlossen. Auf den berechtigten Einwand „Verschweigen kann man es bei derartigen Hinweisen doch aber auch nicht“ antworteten die Wissenschaftler nur zögerlich mit einem für meine Begriffe waschigen und nicht wortwörtlichen „Man muss in diesen Fälle eine Art der Berichterstattung finden, die angemessen ist.“

Eben beendet der Workshop mit Ronny Blaschke zum Thema Warum Sportjournalisten mit der Aufarbeitung von Rechtsextremismus und Gewalt im Fußball oft überfordert sind. Das möchte ich an dieser Stelle nicht mit zweieinhalb Sätzen abtun, sondern vorerst nur faulerweise die ausgegebene Themen-Linkliste weiterreichen:

Bündnis aktiver Fußballfans
Fußball gegen Rassismus und Diskriminierung
Bundeszentrale für politische Bildung
Football Against Racism in Europe
Initiative gegen Homophobie im Sport
Koordinationsstelle der Fanprojekte

Jetzt noch die Blogrunde, dann ab nach Hus.


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