Zur Konferenz in Dortmund

Ich habe im Lotto gewonnen. Also symbolisch. Denn ungefähr so klein muss die Chance sein, an einem großstädtischen Hauptbahnhof den einen Taxifahrer um eine Mitfahrgelegenheit zu bitten, der nicht auf Anhieb weiß, wie es am schnellsten zur Universität geht. Vielleicht hätte ich mit russischem Akzent sprechen sollen, wir hätten uns vermutlich sofort blendend verstanden.

Hajo Seppelt spricht gerade über die Mission sauberer Sport, mein Aufmerksamkeitsfenster ist jetzt aber sowas von geschlossen, und andauernd Cola und Kaffee ist nicht gut fürs Herz. Der erste Tag der Konferenz Qualitätssicherung im Sportjournalismus ist fast vorbei, mein Schlussfazit steht aber schon jetzt: Es hat sich gelohnt.

Ich bin weit davon entfernt, alles nachzuerzählen, beim Sportnetzwerk und natürlich auch bei aas (stand das Kürzel eigentlich mal für eine andere Sportsendung?) gibt es jetzt und später Ausführlicheres.

Schade war, dass der Workshop Qualität im Lokalsport: Zwischen Online-Visionen und Alltagsproblemen krankheitsbedingt ausgefallen ist, er war einer der Gründe, mich sechs Stunden auf Bahn-Sesseln auszuschlafen. Anbei an dieser Stelle ein paar unreflektierte Schlaglichter, in den nächsten Tagen mehr und Tiefergehendes.

Thomas Hahn, Süddeutsche Zeitung, zu den hausinternen Verhältnissen:

Also wie die Verhältnisse der Print- zur Onlineredkation sind, wär‘ noch mal ein Thema für eine eigene Konferenz.

Jens Weinreich, Berliner Zeitung, zur Frage, wie Chefredaktion und Leserschaft auf den BZ-Boykott während der Tour de France reagiert hat:

Mit dem ersten Dopingfall war Ruhe im Karton.

Elmar Theveßen, ZDF, über eine seiner Moderatorinnen:

Kristin Otto ist eine gute Moderatorin und Journalistin.

Derselbe zu Hajo Seppelt nach einigen kritischen Bemerkungen über dessen Blutplasma-Geschichte:

Ich möchte mich bei dir entschuldigen, dass ich dich nicht vorher angerufen habe.

Michael Schaffrath, TU München:

Mir ist im Interview mit Martin Schmitt aufgefallen: Das ist ein Kind.

Freddie Röckenhaus:

Das Verhältnis von Sportlern und Sportjournalisten in der DDR war so, wie es sich Matthias Sammer vielleicht auch für Gesamtdeutschland wünscht: „Wir sitzen alle in einem Boot.“

Michael Schaffrath:

Aber machen wir uns nix vor: Spitzensportler lesen relativ wenig Bücher.

Henrik Brandt, Danish Institute for Sports Studies:

Man kauft die Zeitung nicht mehr, um Sportunterhaltung zu bekommen.

ps. Und wer es noch nicht bemerkt hat: Es darf gewählt werden.

pps. Ich weiß jetzt gar nicht, ob sie’s schon wußten … aber es gibt immer noch Hotels, die mit eine Viertelstunde Modeminternet für drei Euro verticken. Tief im Westen ist alles eben auch ein bisschen teurer.


3 Antworten auf “Zur Konferenz in Dortmund”

  1. 1 Recht so | gehts raus und spuilts Fußball Pingback am 15. Februar 2008 um 23:03 Uhr
  2. 2 Von der Konferenz in Dortmund // Nachspiel Pingback am 16. Februar 2008 um 15:59 Uhr
  3. 3 Goodbye Dortmund : sportnetzwerk Pingback am 17. Februar 2008 um 2:40 Uhr
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