Nackt


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Schon mal nackt Sport getrieben? Von der Nacksportart Nummero 1 mit dem Hauptbetätigungsort Matratze mal abgesehen? Vollkommen frei den Federball geschlagen, den Schmetterschlag probiert oder die Beachblutgrätsche angewandt?

Ich noch nich. Komische Vorstellung, irgendwie. Liege aber ja auch nicht angezogen in der Badewanne. Und es gibt so Disziplinen, die eher nicht prädestiniert für Blankgezogene sind, Fechten zum Beispiel, aber auch Skispringen oder Judo. Aber Nacktsport ist – wie Geräteturnen auch – wenig in den Medien präsent, dafür mit umso längerer Historie ausgestattet. So ritt neulich mal eine Lady aus Steuerprotestgründen nackt durch die Grafschaft. Olympia war lange Zeit ein Hort der Nackedeis. In der DDR erfand der FDGB in Zusammenarbeit mit der DHFK die FKK. Schließlich beschloss der Weltvolleyballverband, die Beachvolleyballhosen zu kürzen, auf dass die Spielerinnen quasinackt durch den Sand toben.

An den Ufern kann der Nackte und die Nacktin nicht nur volleyballen, sondern auch beachbalgen, sprich: Rheinisch Raufen, und dem Motto der Beachbalger Hirn – Herz – Hand – Hoden folgen. Und natürlich gibt es Regeln:

Die Rasur des Körpers gilt für männliche Ringer als höflich. Kleidungsfrei ringenden Frauen schlage ich die Beibehaltung vorhandener natürlicher Körperbehaarung vor. Schlechte Chancen für Spanner!

Weitere Interessantheiten: Der Deutsche Verband für Freikörperkultur bietet in seinem Webshop Hemden an, vor zwei Wochen war es wieder mal so kalt, man kann auch integral nacktiv sein und in Roskilde gibt es einen Nacktwettlauf. So schließe ich denn mit der Erklärung, warum demnächst in Peking alle angezogen sein werden:

Aufgrund des kommerziellen Interesses der Sportbekleidungsindustrie hat der Nacktsport keine wirtschaftliche Interessenvertretung (Lobby).


6 Antworten auf “Nackt”

  1. 1 Markus 29. Januar 2008 um 13:10 Uhr

    Na, dann oute ich mich mal hier…
    In einem Fussballtrainingslager haben wir nach einer Runde Sauna/Massage mal Nudistenrundlauf ( Tischtennis ) gespielt. Wäre ja albern extra was dafür anzuziehen.

  2. 2 Herr Wieland (Drei Ecken, ein Elfer) 29. Januar 2008 um 13:34 Uhr

    Fußball ist ja eher schlecht. Die Blanken gegen die Behaarten? Oder gar die Langen gegen die Kürzen?
    Hier wäre nur Männer gegen Frauen eindeutig. Aber das kommt im Fußball eben eher selten vor.

    Wieso und wie überhaupt war Olympia denn lange Zeit ein Hort der Nackedeis?

  3. 3 nolookpass 29. Januar 2008 um 14:31 Uhr

    Ich zitiere mal das Lexikon:

    Die gymnischen (griechisch: „gymnos“ = deutsch: nackt) Sportarten der Antike, die – ihrem Namen entsprechend – nackt ausgeübt wurden, können als Vorläufer des heutigen Nacktsports angesehen werden, obwohl ihre Beweggründe woanders liegen als im Naturismus der Neuzeit. Nicht nur die Olympischen Spiele der Antike wurden mehrere Jahrhunderte lang nackt ausgetragen. Auch sportliche Übungen und zeremonielle Tänze wurden vielfach unbekleidet ausgeübt. Ein bekanntes Beispiel dafür sind die Gymnopaedien, ein großes und mehrtägiges sommerliches Festival zu Ehren des Gottes Apollo, das rund 800 Jahre lang jeweils im Juli auf der Agora von Sparta gefeiert wurde. Zu den Gymnopädien gehörten Chor-, Tanz- und Sportwettbewerbe mit teils religiösem, teils militärischem Charakter. Der überwiegende Teil der männlichen Jugend der Stadt nahm daran teil.

    Besonders verbreitet war der Nacktsport in Sparta, wo Jungen und Mädchen gemeinsam gymnastisch ausgebildet wurden. Auf Grund dieser Tatsache hatten die Frauen Spartas im übrigen Griechenland teilweise den Ruf der Scham- und Treulosigkeit. Die nur von Frauen ausgeübten Heräen, die möglicherweise eine Entsprechung der Olympischen Spiele für Frauen waren, wurden in kurzer Tunika mit entblößter rechter Brust ausgeübt. Auch im römischen Reich war die öffentliche Nacktheit ursprünglich nicht tabuisiert. Die teilweise oder völlige Nacktheit der römischen Gladiatoren diente jedoch eher der Zurschaustellung gut trainierter Körper als dem Naturismusideal der Neuzeit.

    @ Markus: Ich hätte dabei Angst gehabt, irgendwo anzuecken.

  4. 4 Blavont 31. März 2008 um 16:04 Uhr

    Fussball geht auch. Socken gegen „Ohne-Socken“

  5. 5 NackterAlex 29. Mai 2008 um 10:26 Uhr

    Hallo Markus,
    nackt wurde nicht nur vor Jahrtausenden Sport getrieben.
    Dazu brauchst du nur in die FKK-Ferienanlagen zu gehen, um Volleyball, Tischtennis, Tennis zu spielen oder nackt Minigolf zu spielen oder nacktes Parasailing zu machen.

    Oder du ziehst dich einfach hierzulande aus und schwingst deinen Hintern aufs Rad oder bewegst ihn in ein Schlauchboot und ruderst mit uns die Isar hinunter.

    Das alles lässt sich in den Isarauen wunderbar machen.

    Hier kannst du es sehen und es geht wunderbar ohne wundgescheuerte Hintern oder was es da auch immer für seltsame Vorstellungen gibt.

    Alex von der nackten Tour

  1. 1 Bin i Strand, bin i Kaiser // Nachspiel Pingback am 31. März 2008 um 9:55 Uhr
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