Ein Diavortrag und dann zeitig ins Bett

Ich finde es immer wieder beruhigend, wenn Menschen, die öfter in den Medien vorkommen als ich heute Frohsneusjah! grüßen musste, immer mal wieder auch zeigen können, dass sie mit ihren krafttrainingsgestählten Beinen fest auf dem Boden der Realität stehen und über jeglichen Verdacht des yuppie-esken Versnobtseins erhaben scheinen. Zumindest legen das Aussagen wie die des heutigen Neujahrsspringen-Dritten, Michal Neumayer, nahe:

Wir haben zusammen gegessen, einen Diavortrag von früheren Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften angeschaut und sind dann zeitig ins Bett gegangen.

Da sitzen also die deutschen Skispringer gemütlich in einem Stüblein in Garmisch-Partenkirchen, trinken Glühwein, alkoholfrei natürlich, und warten geduldig, bis der Rohwein-Peter die Geschmacksnerven der Milka-Bubis mit dem nächsten Dia vom Bartschmuck des jungen Jens Weißflog malträtiert. Dazu erzählt der Bundestrainer launige Anekdoten aus einer Zeit, als man mit Skispringen noch anschaulich die geometrische Parallelverschiebung erklären konnte und das Motto Nur ein leichter Springer ist auch ein guter Springer noch nicht erfunden war.

Irgendwann sagt dann der Neumayer zu dem Uhrmann:
„Du, Micha, mir könnens gut huam, oder? DVDs san was für strunzdumme Kicker, häh!“
„Joa, Micha, Recht hoasts. Gieß moal noch a bisserl Punsch nach.“

Und um Viertel nach Eins ist Zapfenstreich. Irgendwie beruhigend.

ps: Ein schönes 2008 wünsche ich gewünscht zu haben.

foto_flickr


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