Fußball-WM: Deutschland vs. Brasilien

15:50 Mit den Worten von Norbert Galeske: Aus, aus! Deutschland ist Fußballfrauenweltmeister. O je. Aber dennoch: Hut ab und herzlichen Glückwunsch!
15:45 Tooor! Ich weiß zwar nicht, wer, wann und wie, weil gerade Kinderkrach im Badezimmer. Aber Deutschland führt 2:0 und hat somit fünf Minuten vor Schluß seinen WM-Titel so gut wie verteidigt!
15:40 Der Rechner streikt. Runter-, dann wieder hochgefahren. Aber es ist jetzt auch schon alles egal. T minus 10 Minuten.
15:30 Brasilien drückt. Nadine Angerer hat jetzt den Zenga-Rekord geknackt. Es ist ein Spiel auf ein Tor. Bleibt es dabei, wird mindestens eine Frau nach dem Abpfiff heulen wie Olli Kahn 2002 in Japan: Elfmeterverschießerin und Dribbelgöttin Marta. T minus 20 Minuten.
15:20 Formiga passt auf Daniela, die von Linda Bresonik im Strafraum ge-, nun ja, gestoßen wird. Dennoch, der Elfmeter ist vertretbar. Marta schießt ganz schwach, halbhoch, halblinks, Angerer hält! Deutschland führt weiter. T minus 30 Minuten.
15:10 Schnell ausgeführter Freistoß für D, Smisek auf dem rechten Flügel, exakte Rückgabe auf Birgit Prinz, die aus zehn Metern mit einem trockenen Schuss die verdutzte Andreia im brasilianischen Tor überwindet – 1:0 für Deutschland! T minus 40 Minuten.
15:08 Erste deutsche Duftmarke nach dem Wiederanpfiff: Freistoß von links, Kopfballversuch von Garefrekes, missglückter Schuss von Melanie Behringer. Gegen die permanente Gefahr, die von den Gelb-Blauen ausgeht, war das jedoch Kindergarten.
14:50 Die DFB-Auswahl rettet sich in die Halbzeit. Ich will gar nicht wissen, wie hoch der Ballbesitzanteil der Südamerikanerinnen gewesen ist. Jetzt ist Sylvia Neid gefragt. Der Ball muss nach vorne, die furchteinflößendste Deutsche spielt nun mal dort.
Ach so: Die SZ sieht auch zu.
14:30 Brasilien aktiver, aggressiver, lauernd. Deutschland nur ab der Mittellinie präsent, vorne geht so gut wie gar nichts. Entweder teilen sie sich die Kräfte ein und lassen den Gegner leerrennen, oder die Neid-Frauen können es nicht besser.
14:20 Birgit Prinz wird umgestoßen. Das ist mir deshalb einen eigenen Eintrag wert, weil ich so etwas in dieser Vehemenz noch nie gesehen habe. Das hat auch etwas mit Physik zu tun. Aber Prinz dürfte jetzt sauer sein, das ist gut für schwarzrotgold.
14:18 Eintatschfußball: Direktpass folgt Direktpass folgt Direktpass, dann schlenzt Sandra Smisek den Ball überneben das Tor. Brasilien nun etwas abgekühlt, das Spiel kann beginnen.
14:10 Chance für Brasilien: Freistoß von halblinks (Garefrekes sah zuvor gelb), Angerer lässt abprallen, der Nachschuss von Christiane trudelt ins Aus. Ich bin kein Freund von Gewalt, aber die Weiß-Schwarzen sollten die euphorisch dribbelnden Gegnerinnen erst mal beruhigen können, sonst klingelts’s bald und der schöne Zu-Null-Rekord ist futsch.
14:02 Dann also Anpfiff. Schiedsrichterin ist Tammy Ogston aus Australien, 34.000 Menschen sehen das Spiel vor Ort, ARD-Reporter ist Norbert Galeske. Die Kulisse ist momentan deutlich besser als bei den beiden Halbfinals, als höchstens bei Torszenen mal Spontanjubel aufbrandete.
13:45 Mittagsruhe. Alles schläft. Alles leise. 15 Monate altes Deutschland-Fähnchen hängt noch im Keller. Finale, Deutschland gegen Brasilien. Wie vor fünf Jahren bei den Männern. Bei den Frauen spielen die Mannschaften wenigstens noch so, wie sie heißen. Marta gegen Prinz. Hackentrick gegen Wucht. Wer jemanden kennt, der Frauenfußball nicht leiden kann, sollte ihn jetzt vor den Fernseher zerren.


3 Antworten auf “Fußball-WM: Deutschland vs. Brasilien”

  1. 1 Trainer Baade 30. September 2007 um 16:37 Uhr

    Ich wundere mich ein wenig über das hier:

    „Bei den Frauen spielen die Mannschaften wenigstens noch so, wie sie heißen. Marta gegen Prinz. Hackentrick gegen Wucht.“

    Hat das Wort Prinz für dich die Assoziation des Wuchtigen? Ein Prinz ist doch etwas Edles, Graziles, muss nie arbeiten und so…

  2. 2 nolookpass 30. September 2007 um 20:59 Uhr

    Du hast Recht. Ich meinte aber nur die Assoziationen zu den Fußball-Klischees Deutschland und Brasilien. Marta und Prinz als quasi Aushängeschilder ihrer Teams verkörpern dabei exakt diese Vorurteile.

  3. 3 Günther Schön 30. September 2007 um 22:24 Uhr

    Hallo Sylvia Neid,
    erstmal allerherzlichsten Glückwunsch zum WM-Titel.
    Ich habe nichts Anderes erwartet.
    Das schreibt Ihnen liebe Frau Sylvia Neid, ein Fußballfan der in der mittleren Ebene etabliert ist, jedoch Männer-und Frauen-Fußball in etwa gleich bewertert.
    Sie und Ihr Team haben bewiesen dass Deutschland im Fußball beider Geschlechter vorne ist.
    Ich persönlich finde es schade dass Frauenfußball in den Medien sehr vernachlässigt wird.
    Ich hoffe für Sie Frau Sylvia Neid dass die nächste WM 2011 in Deutschland statt findet denn da werden für das deutsche Frauenfußball
    Zeichen gesetzt.
    Bitte versuchen Sie die Medien zu begeistern. Fans habt Ihr mehr als ihr glaubt.
    Ganz liebe Grüße an Sie und Ihr erfolgreiches Team
    Günther Schön
    (Ich weiß nicht ob diese E-Mail Sie Frau Sylvia Neid erreicht.aber es ist schon sehr schwierig Sie zu erreichen)

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