Ode gegen 5:1-Debakel und 0:3-Arbeitssiege

So leset und gehet in euch, all ihr Erstatter des Berichtes von einer glückseligmachenden Sache namens Sport:

Es gibt das nicht. Es ist nicht richtig,
auch wenn vielleicht grad nicht so wichtig
Doch muss gezeigt es doch mal werden,
dies klitzekleine Leid auf Erden.
Angeprangert, kritisiert,
verhöhnt und ridikülisiert -
nichts konnt‘ es bislang richtig stoppen,
kein Foppen und Sichselberpoppen,
kein Beten, Bitten und Erklär‘n
konnte das Ungemach erschwer‘n.

So wird die Taktik nun gewechselt
und Worte – klug und dumm – gedrechselt.
Dann fühlt das Ding sich wohl und fein,
bald fällt’s auf diese List herein.
Es dünkt sich sicher und beschützt,
die Ruhe wird prompt ausgenützt,
es gibt ein Donnern und ein Blitzen,
das Klagen dringt durch alle Ritzen.
Dass alle Schreiber es nun wissen,
was solche Schreiber wissen müssen:

Gewinnt man, heißt es fünfzueins,
egal, ob hier oder in Mainz,
es ist egal, wo man gewann,
denn freut sich Siegerfrau und -mann,
wenn ihr Ergebnis erstgenannt
und die Verlierer ganz entspannt
erst dann zu ihrem Rechte kommen.
Denn ist es doch – genau genommen -
ein Ding der Logik, wenn man weiß
(bei Logikfeinden machts auch Fleiß):
Einszufünf kann man nicht siegen –
höchstens Relationen wiegen.

Dasselbe klemmt auch andersrum.
Dafür brauchts auch kein summa cum
und laude überhaupt schon nicht,
erst recht kein Schönschreibegericht:
Ein nullzudrei ist kein Gewinn,
so sehr auch Nebel trübt den Sinn.
So sehr die Ansetzung hier lockt
und das Nachdenk-Gen wegblockt,
so sehr es geht ums Spiel daheim
oder im Fremden, hört den Reim:

Ein Sieg heißt immer dreizunull!
Wer’s nicht kapiert, trinkt halt Red Bull, (jaja, schon gut)
steht Kopf oder im Regen,
trampt nach Berlin oder Norwegen,
hört Heino oder Depeche Mode,
macht Yoga oder säuft sich tot –
egal, was jeder unternimmt,
eins muss er merken ganz bestimmt:
das Zahl-Ergebnis muss schon passen
zu den ganzen Dingwortmassen,
die die Zahlen hübsch beschreiben.

Alles soll im Einklang bleiben.


1 Antwort auf “Ode gegen 5:1-Debakel und 0:3-Arbeitssiege”

  1. 1 Wenn Fußballmannschaften sich trennen | Du Gehst Niemals Allein Pingback am 27. August 2008 um 12:43 Uhr

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