Archiv für Juni 2007

Definition of a boombastic soccer weekend

Jede Woche ein Orgasmus frei Haus …

Halte durch, nur noch fünf Wochen.

Jörg im Spiegel

Der Montag verkommt immer mehr (Hallo, Blog!) zu einem Beichttag für entnervte Radprofis. Nach PiepBeckmann ist jetzt also mal Print dran.

Sport im Juli

Gibts nicht.

Na ja, ein bisschen.

In der Nacht vom 4. auf den 5. entscheiden alte Männer in Guatemala darüber, ob die Olympischen Winterspiele 2014 in Südbayern, Südkorea oder Südrussland stattfinden müssen. In Wirklichkeit fällt die Entscheidung vermutlich eine Nacht früher im Halbdunkel eines guatemalischen Luxushotels.

Am 7. startet ein ganzer Haufen Profiradfahrer das, was früher mal das größte Radrennen der Welt war. Es gibt bestimmt wieder nicht Wenige, die es nicht erwarten können. Es gibt aber bestimmt mehr, die kaum noch Bock drauf haben.

Apropos Doping: Am 15. steigt im französischen Lorient die Triathlon-WM auf der Langstrecke (3/80/20 km). Dass jetzt alle Ausdauersportarten permanent unter Generalverdacht stehen, ist aber auch nicht fair.

Am 22. fahren Deutsche und auch Teilnehmer anderer Länder auf dem Nürburgring im Kreis umher. Und wenn die Formel 1 bis dahin weiter so spannend bleibt, werde ich mir vielleicht mal ein halbes Rennen antun. Zumal die heavy rotation startet und im kommenden Jahr nur der Hockenheimring am Start ist.

Und dann noch Strandvolleyball. Auch hier ist Weltmeisterschaft, im Strandland schlechthin, in der Schweiz. Und das Sommerloch wird sich prompt füllen mit Bildern … na, ihr wisst schon. Viel interessanter, dass die Profis während der WM 05 mal einen sportpolitischen Minisieg gegen den Volleyball-Obermotzke errungen haben.


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Sport im Juni
Sport im Mai

Arschbombenalarm

Würde ich jetzt mal so sagen.


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Im Event-Jargon schimpft sich das ganze dann Splashdiving World Championship. Na gut.

Aber sowas tut weh (kleines mpeg). Am Arsch!


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Hat Churchill wirklich „No sports!“ gesagt?

Wohl eher nicht.


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Die Zeit sagt das in etwa so, der Wikipedia-Artikel ist als unzureichend belegt gekennzeichnet, der damals noch DSB befasste sich schon vor sechs Jahren kritisch mit dem Zitat, und in dieser Diskussion gehts auch in die Richtung urbane Legende.

Gegenwind jetzt auch von der Churchill-Archivarin Caroline Herbert (hier in Ausgabe 26 als .doc runterzuladen):

Obwohl oft Versionen dieses Zitats wiedergegeben werden, bin ich nicht in der Lage zu bestätigen, dass Churchill so etwas geäußert hat. Wenn er jemals gesagt haben sollte, er habe nie Sport betrieben, so muss das als Witz verstanden werden, denn das steht in offensichtli-chem Widerspruch zu seinem Leben.

Also: Tschörtschill gildet nicht mehr, diese Ausrede für alle dem Schweinehund unterliegenden Wohlstandsmenschen ist gar keine.

Bewegt Euch!

Viral

Welches Wappen könnte ein Fußballverein haben, der zu einer Insel gehört, die vor allem wegen des auf ihr beheimateten und nach dem Erfinder der Viren benannten Forschungsinstitut für Tiergesundheit bekannt ist und zuletzt zu Zeiten der Vogelgrippe oft in den Schlagzeilen war?

Eine Möwe. Natürlich.

Bundesliganussmus

Da die DFL heute den neuen Spielplan so irre toll präsentiert hat, soll auch dazu gesagt sein, dass die Deutsche Fußball Liga (Deppenleerzeichen included) offenbar Großes vorhat. Viel Großes. Sehr viel Großes.

Wie sonst ist es zu erklären, dass beim Patentamt insgesamt 480 Zeilen voller Waren und Dienstleistungen im Zusammenhang mit der DFL geschützt sind. Es wäre vermutlich einfacher gewesen, all jenes aufzuführen, was nicht geschützt ist. Und bei einigen Waren frage ich mich, was die in Verbindung mit der Fußball-Bundesliga hinsichtlich Handel und Gewerbe denn so bringen könnten:

Heilkräuter in getrockneter und konservierter Form; Hieb- und Stichwaffen; Häute und Felle; Waren aus Kork, Rohr, Binsen-, Weidengeflecht, Horn, Knochen, Elfenbein, Fischbein, Schildpatt, Bernstein, Perlmutter und Meerschaum; Schiedsrichterstühle für Tennisveranstaltungen; Polsterfüllstoffe (außer aus Kautschuk oder Kunststoffen); künstliche Blumen; Milch, einschließlich Dick-, Sauer-, Butter- und Kondensmilch; Tofu; Essenzen für Backzwecke (ausgenommen ätherische Öle); Frucht- und Gemüsepasten einschließlich Nussmus; Dienstleistungen eines Redakteurs; Betreiben von Campingplätzen; persönliche, soziale und gesellschaftliche Dienstleistungen zur Befriedigung persönlicher Bedürfnisse; Begleitdienste, soweit in dieser Klasse enthalten

Besonders das mit den Begleitdiensten müssen sie mir noch mal genau erklären.

(Achso.)

Uli H. und die Quadratwurzel

Das wäre doch mal ein Vorschlag für das nächste Titelbild.

Sport 2.0

Es ist eine Zeit angebrochen. Arbeitnehmer, Studenten, Schüler, Handwerker und Hunde haben ihr Zwonullnetzwerk, überall sprießen Webcommunitys aus dem Boden wie Barthaare aus Nick Heidfelds Kinn. Zumindest jubilieren so die zahlreichen Sssi-i-ooohhuus, dass man weinen möchte vor lauter Internetglückseligkeit.

Und da – wie in Mecklenburg - alles gefühlte 50 Jahre später passiert, jetzt also auch im Sport. Damit meine ich nicht die 2.0-gepimpte DFBnet-Seite, die an Fahrt gewinnt wie ein 30-Tonner bei Gegenwind: ganz allmählich. Nach ein bisschen Wellenreiten bin ich auf drei Seiten gestoßen, die den Content-Brocken Sport mit sozialnetzwerklichen Technologien beschmeißen, auf dass Gutes daraus werde.

Als da wären:

1. DeinSport.net

Hinter DeinSport.net steht die Vision der grenzenlosen Vernetzung des Breitensports, um die rationalen, emotionalen und sozialen Bedürfnisse aller sportlich Aktiven zu befriedigen.

2. netzathleten.de

Die netzathleten sind eine Online-Plattform für Sportler, Betreuer, Teams und Vereine – egal aus welcher Sportart oder ob aus dem Freizeit- oder Leistungssport.

3. Champions-World.com

Championsworld ist das große Online-Netzwerk für sportlich Aktive aus allen Bereichen des Breiten- und Profisports.

Der erste Punkt geht schon gleich mal vor dem Anpfiff an DeinSport für die ziemlich übergeigte Vorstellung – wer Visionen hat, … ihr wisst schon. Dann also mal rein ins soziale Getümmele.

DeinSport

Gemessen an der Mords-Mindmap hier wächst da was heran. Ein Blog jedenfalls gibt es schon mal. Interessant die Beschreibung dessen, was man nicht sein möchte:

Wir halten es für unangebracht, ein mit Foren, Blogs, Wiki und Messaging aufgepepptes Konzept von Singlebörsen auf den Breitensport zu übertragen, um damit neue Trainingspartner zu finden und bestehende sportbezogene Kontaktnetzwerke zu pflegen.

Also nix mit Gruscheln. Stattdessen Communityintegratedproductlifecircle. Sogar eine eigene Abkürzung haben sie schon dafür, jetzt nur noch schnell das Patent.

Hinter DeinSport steht mit Carbon Consulting ein Dienstleister für Lager- und Logistiksoftware. Da verwundert dann folgende Selbstbeschreibung nicht mehr:

DeinSport ist Trainingssoftware und Community Plattform zugleich. Sie haben Ihre Leistungen, Ihre Partner oder Gegner zusammenhängend im Griff und können auf Betreuer zurückgreifen. Neue Partner finden, sich mit anderen messen, die eigenen Leistungen kontrollieren, auswerten und mit den Leistungen der Anderen vergleichen wird mit DeinSport einfach und bequem. DeinSport unterstützt eine Vielzahl von Geräten im Indoor und Outdoor Bereich.

Puh, und dann kostenlos gleich dreimal und fett im Text. Ich lese von Konzepten und Prozessen und Software, so muss das wohl sein in einem Entwickler-Blog. Die Seite an sich ist noch im Testspiel-Modus, das fertige DeinSport soll später eine andere Seitenarchitektur aufweisen und vor allem von der Gemeinde weiterentwickelt werden.

Mir dünkt, es geht vor allem um Ausdauersportarten und all die kleinen Gadgets, mit denen reiche Jogger sich ihre wöchentlichen zehn Kilometer so versüßen können. Ich stecke da nicht so drin, aber es gibt bestimmt schon Myriaden von Seiten, auf denen man Trainingspartner, -betreuer, -pläne finden kann. Insofern zieht es mich als ballaffinen Garnichtläufer mit ohne Mangel an Trainingspartner aller Art da noch nicht so hin. Zumal es ja noch gar nicht losgegangen ist.

netzathleten

Die Seite mutet hinsichtlich Layout (Weißraum!), Logo (Alpha 1.0!), Farben (hellgrün! hellblau!) und Gesellschaftsform (Limited!) am modernsten der drei Kandidaten an. Ein Blog gibt es aber nicht. Hinter den netzathleten stehen Kanuslalom-Olympiamedaillist Stefan Pfannmöller (Bronze, Athen 2004) als Zugpferd sowie drei Mitarbeiter der Uni Augsburg, die für Marketing und Software zuständig sind.

Ziel ist die Schaffung einer Kommunikationsplattform für Sportler: Meine Sportart, Sportfreunde, Teams, Fotos, dazu Blog und Bild und Gästebuch, Profil, Einstellungen, Login, Logout. So gut, so alt. Erstaunlich, dass in einem Monat schon ein hübsches Häuflein deutscher A- und B-Sportprominenz den Weg zu den netzathleten gefunden hat. Britta Steffen, Anne-Kathrin Elbe, Stefan Kretzschmar, Helge Meeuw sind bereits netzathleten, wenn jetzt noch der eine oder andere Regionalligafußballer …

Ganz niedlich übrigens, wie die Seite mal in die Wikipedia drängte und prompt an Linkspam entlarvt wurde. Eine der Begründungen, warum netzathleten Lexikonrelevanz besitzt, lieferte der Gründer und Olympiamedaillengewinner selbst:

Sind wir nicht bspw. schon jetzt die größte private „Anti-Doping“ Bewegung („Anti-Doping Team“ auf netzathleten)

Das Anti-Doping-Team im Netzwerk hat 103 Mitglieder, es steht im Internet und ist damit für den nationalen Anti-Doping-Kampf in etwa so relevant wie der Ligapokal für die große Bundesligasaisonprognose. Dennoch: Seit einem Monat sind die netzathleten online, sie sehen gut aus, sie entwickeln sich und sind damit so zu bewerten wie jede andere gut gemachte soziale Netwerkseite auch. Bleibt nur die Frage, an wen das Ganze letztendlich verkauft werden soll.

Championsworld

Eine Berliner Produktion, die offenbar auch so ein Vater-Tochter-Dingens nutzt, um ein wenig voranzukommen. Wir haben ein leicht amerikanisch anmutendes und aufgeräumtes Äußeres, es gibt Blogs, Vereine, Spielberichte, Videos und sogar eine Rubrik Kleinanzeigen, in der 140 Judomatten abgegeben werden – aber erst ab September.

Um so tiefer der Champion in seine World eintaucht, um so mehr wird er bemerken, dass er gar nicht tief eintauchen musste, um tief einzutauchen. Sprich: Is nüscht groß was los dort. Das meistgesehene Video vereinigt knapp 250 Views auf sich, das zweitmeistgesehene 112. Ähnliches bei den Fotos. Für morgen sind ganze drei Veranstaltungen eingetragen.

Nun gut, es soll Weile haben können. Aber mit meiner Ansicht nach überhöhten Zahlen und dem Slogan Mehr Sport geht nicht in dieser Frischphase zu hantieren, ist mutig, um es vorsichtig auszudrücken. Aber wieder steht ein Softwarehaus hinter allem, die Sonderzeichenschubser haben wohl alle Langeweile.

Auf der Ersatzbank

Bei Sportme gehts erst demnächst los, also noch kein erster Eindruck.
MeinSport ist erst ein paar Tage online und mir am Ende doch zu bunt, man kann sich dort knuffen, der Sport ist eher nebensächlich.
Die Mannschaftskabine erscheint noch arg dünn auf der Brust, auch wenn immerhin über ein Blog ein gewisses Grundrauschen besteht.
Xola schreibt auf seine Startseite etwas sehr Ärgerliches:

Kein Bock auf Sport? Egal! Um bei Xola mitzumachen, musst du das auch nicht.

Geschenkt.
Get2Sport ist erst seit einer knappen Woche online, da muss man noch mal abwarten.
Yourteam erzeugt bei mir Augenkrebs – ruff aufs rote Schließen-Kreuz.
DeinFussball ist sportartenbeschränkt, somit zu speziell.

Sportalis wurde von Studenten und Absolventen der Deutschen Sporthochschule entwickelt und ist offen für alle Personen die gerne Sport machen.

Nö, lasst mal. In etwa so sexy wie eine drittklassige Birgit-Fischer-Imitatorin. Bonuspunkt: Kooperationspartner von Fudder.
Und sportleronline? Endlich ein ordentliches Blog, und, schwupps, auch gleich ein frecher Vergleich aktueller Sportnetzwerke. Optisch simpel gehalten, ein paar interessante Rubriken angekündigt (Sonntagsbeichte), aber leider, leider noch nicht frei für alle, da noch rumgebastelt wird. Die Frontfrau Inga Weihe hat offenbar ein büschen Netzerfahrung intus, aber warum auch nicht. Klingt alles recht lustig und entspannt, ist aber noch beim Warmmachen.

Das Fazit

Na endlich, das Fazit. Mannmann!

Wie das so ist im Sport, es bewegt sich was. Offenbar ist vielen Zwonull-Aktivisten nach dem Saisonende plötzlich eingefallen: Ach du Scheiße, nach der Sommerpause fängt ja in vielen Sportarten wieder alles von vorne an, oh je …. Dann wurde drauflosprogrammiert, dass der durchschnittliche Kreisliga-Rechtsaußen gar nicht mehr wusste, wohin mit seinem Persönlichkeitsprofil.

Allein die Anzahl der frisch geschlüpften Netzsportgemeinden zeigt, dass einige Menschen denken, damit künftig etwas Brauchbares anstellen zu können. Sport-Netzwerke hat offenbar jemand sehr Wichtiges vor kurzem als interessante Investition oder so bezeichnet, dass jetzt alle um die User feilschen.

Für mich kann ein soziales Netzwerk laufen, sitzen, stehen, sich treffen, Bier saufen, mal miteinander schlafen oder sich die Fresse einschlagen. Habe ich schon in echt, brauche ich generell nicht im Netz. Bei den netzathleten werde ich aber ab und zu mal reinschmökern, weil es am übersichtlichsten daherkommt und die gewisse C-Promi-Atmo mitbringt. Sportleronline bleibt auf der Liste, wenn die durchgestartet sind, gibts vielleicht noch mal ein extra Text. Ostberlin rocks! Und mir ist die Frage nicht beantwortet worden, die sich mir durch irgendein Kommentar ins Gehirn gebrannt hat: Reicht für Spezialgebiete (Hunde, Handwerker, Hausfrauen) nicht eine Gruppe in einer wirklich großen Community?

Ach, das merkt bestimmt keiner …

Da hat Nürnberg mal ’ne ordentliche Saison hingelegt und gleich noch den Pokal gewonnen, schon werden sie übermütig, die Franken, und riskieren eine gesonderte Beachtung der Markenschützer vom europäischen Fußballverband. Ob so große Banken eigentlich auch fix abgemahnt werden? Und in welchem Blog steht das dann?

Höxscht intereßant

Irgendwas funktioniert beim neuen yiggediggedidag-Klon vom Stern noch nicht richtig. Die Suche nach Fußball-getaggten Supernachrichten führt zu drei SZ-Texten. In einem geht es um die Ausbreitung der Wüsten, im zweiten um den toten König Ludwig II. Nur der dritte Fund hat irgendwie etwas mit Fußball zu tun, es geht um das Uralt-Bild von der Riesenreklame mit Oliver Kahn am Münchener Flughafen. Na ja.

Schön auch, dass der Stern die Klammer zwischen gestern und morgen mit nur einem Angebot so wunderbar schließt und auf Anhieb eine subtile Synthese in den FAQs geschaffen hat. Webzwonull und Mittelalterschreibweisen ergänzen sich einfach hervorragend.



Nachtrag:
Mehr daßu hier.