Archiv für Mai 2007

Zahl des Tages: 43,5

Ein Marathon-Lauf ist 42,195 Kilometer lang, das weiß jeder Gelegenheitsjogger. Eine der berühmtesten Ausnahmen ist der Marathon beim Rennsteiglauf, der seinen Teilnehmern naturbedingt knapp anderthalb Kilometer mehr abverlangt.

Wir stellen den Profi-Radsport ein

18.30 Auch Jan Ullrich will bald reden, sagt sein Manager der Welt. Dem Spiegel sagt er, das sei eine Falschmeldung. Hektische Zeiten für Radprofimanager.
17.20 Ich habe ja keine Ahnung, aber die Telekom-Aktie ist in den letzten fünf Tagen um knapp einen Euro gestiegen.
16.55 Riis sagt, er habe keinen Hämatokritwert von 64 gehabt. Ex-Betreuer Jef D‘hont hatte in seinem Enthüllungsbuch behauptet, „Riis Blut sei wie schleimiger Sirup“ gewesen.
16.50 Riis sagt, er weiß nicht, ob Ullrich gedopt habe.
16.45 Oh, ein ganz schlimmer, trauriger Satz:

Wenn ihr Euch das Gelbe Trikot jetzt holen wollt, bitte, es bedeutet mir nichts. Es liegt im Pappkarton.

16.40 Riis spricht ausschließlich für sich, entschuldigt sich, übernimmt Verantwortung, sagt, dass heute alles besser sei, das Übliche eben.
16.35 Bjarne Riis gesteht Epo-Doping.
16.33 Jens Voigt hat sich nichts vorzuwerfen. Er hat das aber nicht in Kopenhagen gesagt, sondern bei Berlin.
16.30 Wer Bjarne auch sehen will: n-tv überträgt live.
16.00 Notiz an alle, die dauernd was vom Wandel im Radsport lesen und hören: Bitte mal in den nächsten Jahren die Zeiten bei den großen Rennen mit denen der Vorjahre vergleichen.
14.40 Stefan Kretzschmar will sich heute auf einer – Achtung! – Pressekonferenz zu seiner Zukunft äußern. Er wird doch nicht auch … Nein, nur Karriereende. Aber eines macht stutzig – diese ganzen Tattoos …

Donnerstag, 24. Mai:
18.25 Lag ich gar nicht so weit daneben mit Olaf Ludwig: Dessen Ex-Kollege Uwe Raab, alter Friedensfahrt-Kämpe, meldet sich in der Mitteldeutschen Zeitung zu Wort. Team Telekom habe ihm in den 90ern Dopingmittel angeboten. Raabs Ablehnung habe sein Karriere-Ende besiegelt. Toll, dass uns Uwe dass gerade heute einfällt.
18.20 Noch ein TV-Tipps, aus den aas-Kommentaren gefischt: Der obligatorische Brennpunkt.
16.30 Neues von Ulle: Manager Strohband sagte der Bild, man habe Ullrich-Anwalt Peter-Michael Diestel das Mandat entzogen. Diestel daraufhin zickig: „Ich habe mein Mandat niedergelegt. Wer etwas anderes behauptet, den verklage ich.“ Oha, da hat die Diestel wohl heute etwas zu viel geplaudert.

Puh. Jetzt warte ich nur noch darauf, dass Olaf Ludwig in anderthalb Stunden beichtet, dass er Sex mit Margot Honecker hatte. Oder so.
14.35 Heute, 19.25, in ihrem Zett Deh Eff: ZDF special zu den Dopingbeichten.
14.30 Nummer sieben? Der Tour-de-France-Sieger von 1996 und derzeitige Teamchef von CSC, Bjarne Rijs, will morgen in Kopenhagen eine Pressekonferenz geben.
14.00 Die Nummer sechs: Brian Holm. Stand schon hier, ist jetzt offiziell. Hier die Liste aller Telekom-Fahrer ’96-’98.
12.30 Das Thema Tattoos bei Radfahrern bekommt nach Aldags Aussage, sich wegen der blauen Flecken genau dorthinein gespritzt zu haben, eine vollkommen neue Dimension.
12.20 Ich würde gerne Jan Ullrichs Gesicht sehen, nachdem er sich die PK reingezogen hat.
12.10 nolookpass geht jetzt Mittag essen. Einmalig, nur zehn Minuten lang. Weil ich es kann.
12.00 Rolf Aldag bleibt trotz allem Sportdirektor beim T-Mobile-Team.
11.55 Zabels Beichte bringt Schwung in die schwarze Woche des Profi-Radsports, er ist der erste noch aktive Fahrer, der sagt, er habe Epo genommen. Wenn auch nur temporär.
11.50 Erik Zabel gesteht Epo-Doping. Bleiben noch 22 Fahrer oder Ex-Fahrer, die von 1996 bis 98 für das Team Telekom auf den Sattel gestiegen sind. Der Tag hat noch zwölf Stunden.
11.35 Rolf Aldag gesteht Epo-Doping, die Telekom bleibt Sponsor.
11.00 „Wir stellen den Profi-Radsport ein“, sagt das Team Wiesenhof. Bleiben noch Gerolsteiner und T-Mobile.

Eine Netzstörung namens Medien

Nachtrag: Mehr Schockierendes zum Thema auch beim unvermeidlichen Herrn Niggemeier.

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Der jüngste Blog-Scoop hat einmal wieder gezeigt, wie Medien Blogs sehen. Oder vielmehr, als was sie sie nicht sehen: Als stinknormale Informationsquelle zum Beispiel.

Der mehr als umtriebige Herr Pahl hat mit Hilfe eines Lesers den Beckmann-Pieps entschlüsselt, nicht unwichtige Aspekte der Dietz-Beichte wurden dadurch thematisiert. Nun schwuppte das Thema über Heise, dwdl.de, die Netzeitung bis in die FAZ, und jetzt raten Sie mal, verehrte seriöse Medien nennen die Quelle-Vertreter, wer Allesaussersport explizit als Informanten genannt hat.

Heise: Link und zweifache Namensnennung
dwdl.de: Nennt das Blog Internetangebot und verlinkt erst nach Mail-Aufforderung
Netzeitung: Weiß schon, was ein Blog ist, verlinkt aber erst nach Mail-Aufforderung. Immerhin wird im heutigen Altpapier kräftig zitiert.

Und die FAZ? Die renommierte Überregionale für Deutschland startet folgendermaßen in ihren Text:

In diesem Fall hatten Verschwörungstheoretiker ausnahmsweise recht: Am Montag hat es bei „Beckmann“ im Gespräch mit dem ehemaligen Radprofi Bert Dietz, der sich zu seinem Doping bekannte, nicht zufällig gepiept.

Verschwörungstheoretiker! Das war übrigens die einzige Stelle, die überhaupt auf die Quelle hinweist. Weder wurden die anderen kolportierenden Medien genannt, noch irgendwelche Internetangebote, von Blogs ganz zu schweigen. Es waren Verschwörungstheoretiker, die sich dann auch noch erdreistet haben, üble Gerüchte in die Welt zu setzen.

Pfui deibel!

Der meistgeklaute Riedle der Welt

Neinneinnein, der gute alte Kalle ist nicht eingestampft worden. Er vermarktet Sport und schreibt für Eurosport ins Internet.

Trotzdem ein hübscher Spruch, wenn auch grammatikalistischig fragwürdig. Die Tüten sind auch ganz nett. Riedle ist überhaupt die beste Tütenfirma wo gibt auf die Welt. Die können Tüten bauen, da staunt man. Tütenweltmeister, quasi. Cheftüten. Tütengötter. Gehet hin und seht euch diese Tüten an. Kauft Tüten! Mehr Tüten! Tüten!


foto_riedle

(Das war mein schleichreklamischer Beitrag zum Thema „Ich habe beschlossen, aus naheliegenden Gründen heute mal vollkommen auf Moral und so‘n Quatsch zu verzichten“.)

Nordseestadion

Hihi:

Außerdem steht momentan der Name für das Ostseestadion zum Verkauf. In der Stadt macht das (scherzhafte?) Gerücht die Runde, daß eine Fischimbisskette die Namensrechte erwerben könnte und die Küstenkicker vom FC Hansa Rostock dann nicht mehr im „Ostseestadion“ sondern im „Nordsee-Stadion“ spielen würden…

Nur noch 45 Tage!


foto_flickr

Hallihallo! Am 7. Juli startet die Tour de France!

Konfetti! Vorfreude! Und diese Landschaft! Hach! Millionen vor Ort, Milliarden an den Geräten, Sommersonnesonnenschein. Alpdüäs, Sackrekör und dann der Schongseliseh, ohlala. Zwischendurch die Fahrer, die fahren für so putzige Mannschaften und kommen aus der ganzen Welt! Konfetti! Die netten Herren vom Ersten erzählen dann immer ganz viel von der Region, dass sogar meine Alte mal kurz vom Putzen ablässt. Und die haben so tolle bunte Grafiken, da kann man sehen, wie lange noch und wie hoch und wie schnell. Geil! Dass jetzt irgendwer irgendwo was erzählt hat, von wegen Betrug und so – drauf geschissen. Alles Miesmacher! Querulanten! Wollen ehrlichen GEZ-Zahlern wie mir drei Sommerwochen auf dem Sofa versauen, wo doch selbst der Ulle, unser Ulle! gesagt hat, es war nüscht. Glaub ich ja auch nicht, aber so ein Theater wie jetzt, meine Güte, solln die sich mal die Industrie vornehmen, Ackermann, sie wissen schon, oder Afrika, wo doch jetze der Gipfel is und die ganzen Linken wieder einen auf Krawall machen. Aber mir die Tuhrdefrongs schlechtreden, das ist, als wenn jemand sagen würde, Neunleif betrügt. Man kann alles im Leben schlecht reden, aber nicht die Tour de France. Konfetti!

Und wenn ich ehrlichen Radsport sehen will, kuck ich mir die Fette vom zweiten Stock an, die jeden Morgen sich und ihr Mifa zur Arbeit quält.

Überdosis Zone

Fürs erste hab ich genug vom osten.

Ein Groß- und kleinschreibender Polizist beschreibt seine Laune, nachdem er die Aufstiegsfeier von Hansa Rostock bewachen durfte.

Taschentuch 04

Meine Gedanken sind jetzt ganz bei einem Kollegen, der Schalke lebt. Der ein Vorbild an Ausgeglichenheit und personifizierter Guter Laune ist – außer an den Tagen nach einer Schalke-Niederlage. Der nicht singen kann – außer blau-weiße Fangesänge. Der kein Bild seiner Familie auf dem Schreibtisch stehen hat, aber ein paar knäppische Fußballikonen als Bildschirmschoner. Der in den vergangenen Wochen nicht mehr – also im Sinne von überhaupt nicht mehr – über Fußball geredet hat. Der für seine große und eigentlich blödsinnige Angst, dass sein Klub es wieder vermasseln würde, in der Rückrunde mehr als nur einmal ausgiebig belächelt wurde. Dem die eigentlich ja gute sportlerische Leistung von ein paar zusammengekauften Fußballern wurscht ist, der auf die Champions League pfeift, dem die Silbermedaille egal ist, die Vizemeisterschaft noch egaler, der unbedingt auch mal Meister werden wollte. Zusammen mit seinem Verein.

Der Kollege muss jetzt ganz, ganz tapfer sein.

Der Satz zum Saisonfinale

Mit Bayern München wäre das nicht passiert.

Die Tagesschau ist Bayern-Fan.

Wie es kam, dass Schweini eine Zecke biss …

… und andere Merkwürdigkeiten aus der Welt des Sports: Stehen hier.

16 Uhr Nachmittags

Eine ansonsten belebte Einkaufsstraße. Schritte hallten. Taxifahrer haben ihre Bild schon zweimal durch. Die Penner erkannten offenbar von vornherein den Unsinn ihrer üblichen Samstagnachmittagsbettelei, sie waren komplett abwesend. Da wir nicht im Wilden Westen wohnen, sondern woanders, wehten statt der handelsüblichen Strohballen ein paar Dutzend zerrissener Werbeprospekte um die Häuserecken. Ich habe in dieser arg gespenstischen Szenerie eigentlich nur darauf gewartet, dass plötzlich von irgendwoher ein Typ laut Cutcutcut, was macht dieser Idiot auf dem Set? brüllt.

Das einzige, was in dieser Stadt um diese Zeit gelebt hat, war die Sportsbar. Bundesliga, vorletzter Spieltag.