Eine Netzstörung namens Medien

Nachtrag: Mehr Schockierendes zum Thema auch beim unvermeidlichen Herrn Niggemeier.

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Der jüngste Blog-Scoop hat einmal wieder gezeigt, wie Medien Blogs sehen. Oder vielmehr, als was sie sie nicht sehen: Als stinknormale Informationsquelle zum Beispiel.

Der mehr als umtriebige Herr Pahl hat mit Hilfe eines Lesers den Beckmann-Pieps entschlüsselt, nicht unwichtige Aspekte der Dietz-Beichte wurden dadurch thematisiert. Nun schwuppte das Thema über Heise, dwdl.de, die Netzeitung bis in die FAZ, und jetzt raten Sie mal, verehrte seriöse Medien nennen die Quelle-Vertreter, wer Allesaussersport explizit als Informanten genannt hat.

Heise: Link und zweifache Namensnennung
dwdl.de: Nennt das Blog Internetangebot und verlinkt erst nach Mail-Aufforderung
Netzeitung: Weiß schon, was ein Blog ist, verlinkt aber erst nach Mail-Aufforderung. Immerhin wird im heutigen Altpapier kräftig zitiert.

Und die FAZ? Die renommierte Überregionale für Deutschland startet folgendermaßen in ihren Text:

In diesem Fall hatten Verschwörungstheoretiker ausnahmsweise recht: Am Montag hat es bei „Beckmann“ im Gespräch mit dem ehemaligen Radprofi Bert Dietz, der sich zu seinem Doping bekannte, nicht zufällig gepiept.

Verschwörungstheoretiker! Das war übrigens die einzige Stelle, die überhaupt auf die Quelle hinweist. Weder wurden die anderen kolportierenden Medien genannt, noch irgendwelche Internetangebote, von Blogs ganz zu schweigen. Es waren Verschwörungstheoretiker, die sich dann auch noch erdreistet haben, üble Gerüchte in die Welt zu setzen.

Pfui deibel!


2 Antworten auf “Eine Netzstörung namens Medien”

  1. 1 sportnetzwerk » Blog Archive » Presseschau Dopingberichterstattung Pingback am 06. November 2007 um 23:22 Uhr
  2. 2 Presseschau Dopingberichterstattung : sportnetzwerk Pingback am 14. November 2007 um 0:36 Uhr
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