Archiv für März 2007

Asphaltunebenheiten galore


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Wenn hier in der nächsten Zeit irgendwann einmal länger als vier Wochen nichts mehr passiert, ist die städtische Bauwirtschaft schuld.

Und das ist der Grund: Eine Handvoll schlecht gelaunter und kettenrauchender Bauarbeiter riss vor kurzem zwei Betonrabatten ab. Diese standen bis vor ein paar Tagen mitten auf dem Radweg von zu Hause bis zur Arbeit. Und zwar auf einem Teilstück mit einem alped‘huezesken Gefälle. Auf der rechten Seite. Und wirklich mitten drauf.

Auf der linken Radwegseite fahre ich das Gefälle hoch, jeden Morgen jedes Mal, wenn ich das Auto nicht bekomme. Ohne abzusteigen schaffen das nicht viele Kollegen. Schöner ist jedoch die Feierabendabfahrt, regelmäßig kocht das Fünfeurotachometer heiß. Wer bietet mehr als 53 km/h?

Lebensrettend wirkten bislang die beiden Blumenbeete, die idiotischerweise die Sause bremsten. Drüberspringen ging nicht, die Pflanzen waren doch sehr hoch. Jetzt sind die Rabatten weg, derselbe ist nun frei, und genau das ist das Problem. Denn hinter den Rabatten kamen immer die Asphaltunebenheiten, produziert vermutlich durch unmäßige Wurzelbildung in Verbindung mit den Witterungseinflüssen der vergangenen Dekaden. Abgebremst wie bisher – kein Thema. Mit 50 Sachen aber: Bullenreiten + DDR-Autobahn + Luftturbulenzen + Buckelpiste².

Aber es muss ein Riesenspaß machen. Und deswegen werde ich das jetzt gleich mal testen. Also: Es war schön mit euch.

(Fast schäme ich mich ein wenig, diesen Beitrag unter Radsport zu verbuchen. Aber irgendwo musser ja hin.)

Nachtrag: Es hat einen Riesenspaß gemacht. Bis zu diesem wirklich fiesen Huckel, dem Albtraum (Alptraum? Der Duden erlaubt beides) jedes Rennradreifens. Gut, dass ich mich rechtzeitig aus dem Sattel gehoben hatte.

Deutschland vs. Tschechien: Elf Schnellkritiken und ein Link

Okay, okay, sie haben gewonnen. Und sich damit relativ sicher qualifiziert. Prima.

Jens Lehmann Wirkte nicht so, als würfe er nach dem Spiel Pissbecher durch Prager Katakomben: Souverän, abgeklärt, nervenstark, wenn es darauf ankam. Musste nur eine Halbzeit arbeiten. Gelb wegen halbherzigen Zeitspiels.
Marcell Jansen Brachte Deutschland durch seine Flankenläufe erst ins Spiel. Gewöhnte sich erst langsam an Schweinsteiger. Defensiv sicher. Schaffte es aber auch nicht, den Dusel-Tschechen nach dem Anschluss den Schneid abzukaufen. Scheiß Frisur.
Christoph Metzelder Das blaue Auge schien ihm – zumindest im ersten Durchgang – einen gewissen Respekt zu verschaffen. Rieb sich an Kolloss Koller auf, das hat sich gelohnt. Der WM-Form recht nah.
Per Mertesacker Der deutsche Turm. Als er mal foulte, wunderte sich selbst das Imitat am Mikrofon. Ein paar Mal Probleme mit Bubi Baros, der clever nachrückte. Der WM-Form recht nah.
Philipp Lahm Sorgte für die einzige Szene des Spiels, die noch 2017 bei youtube zu finden sein könnte, als er sich wagemutig in einen Zweikampf mit Jan Koller warf. Natürlich gab es Foul gegen Koller, der hinterher aus dem Lachen nicht mehr rauskam und mit der Hand in Brusthöhe die, nun ja, foulbegünstigenden Größenordnungen von Papa und Sohn andeutete. Köstlich. Und: Schöne Flanke zum Zwonull.
Torsten Frings Sein größter Verdienst war Frings‘ Initiative in der Eckballfrage. Dreimal flankte Schweinsteiger lustlos und viel zu flach. Dann kam Frings und bereitete unter anderem das erstaunliche 1:0 vor. Gar keine Frisur.
Michael Ballack Spielte auch mit. Gerade zu Beginn der dritte Innenverteidiger, später war er gar nix mehr. Ich vermute ja, ich habe ihn nur nicht beachtet, weil Ballack total mannschaftsdienlich und systemisch und abwehrstark agierte. Aber irgendwie hab ich den inner anderen Schublade.
Bastian Schweinsteiger Komisches Spiel für ihn. Gewöhnte sich erst langsam an Janssen. Hatte er Sehnsucht nach Lahm? Versuchte es hier und da mit Schweini-Schüssen, da jedoch glücklos. Wenigstens bremste er später durch einige typisch unfaire Aktionen den tschechischen Offensivdrang ein wenig.
Bernd Schneider Ach, Bernd Schneider. Unser aller Lieblingsbrasilianer ist aber auch einer. Gewohnt elegant und trickreich, das Spiel kam ihm zugute, der Mann wird im Alter immer besser. Aber leider: Seine prägnanteste Szene war ein 2-0-Konter, in dem Schnix einen mies getimten Podolski-Pass zusätlich noch verstolperte. Kann ja mal passieren.
Kevin Kuranyi Da muss ich mich gar nicht anstrengen, denn alles Relevante zum irgendwie gesichtdicklich wirkenden Nutellaboy schreibt heute bestimmt sein größter Fan in Internet wo gibt.
Lukas Podolski Sein Konterlauf mit Schneider war armselig. Seine Schusstechnik ist grandios. Immer eine Unruheherdplatte, die Sturmaufteilung mit dem Kevin funktionierte. Ging etwas früher duschen, damit der Hitzeberger noch zweimal um die Pille sprinten konnte.
Joachim Löw Freute sich. Wirkte mit seinem ebenfalls komplett in schwarz gewandeten Wellensittich an der Seite wie zwei Pantomime-Köpfe vor der schwarzen Pantomime-Wand. Aber egal. Ist zur fast sicheren EM 08 zu beglückwünschen.

That’s why I‘m easy

Am Sonnabend bin ich komplett runtergefahren, bildschirmlos quasi. Ich werde den Frühling persönlich begrüßen, dem nächstgelegenen Basketballfreiplatz das letzte bisschen Winter aus den Reusen werfen, und so Sitze von Rennlaufrädern passen sich auch nicht von alleine an die stetig wachsenden Rennlaufradbenutzerinnen an. Außerdem: Wer will schon deutschen Fußballern beim Verlieren zusehen?

PR-Sprech-Extremdolmetsching

Heute: bwin

PR-Sprech heißt eigentlich
Das Department „Corporate Social Reponsibility“ bei bwin wird pro-aktiv tätig sein und sieht soziale Verantwortung nicht unter einem singulären Fokus, sondern umfassend. Die Abteilung „soziale Verantwortung“ macht sehr viel.
Seit Sommer 2005 laufen bei bwin alle Aktivitäten zum Thema Problem-Gaming zentral im Customer Support bei einem „Responsible-Gaming-Team“ zusammen. Seit 2005 kümmert sich bei uns ein Team um das Thema Spielsucht.
Im Rahmen des CSR-Departments trägt das Team dafür Sorge, dass bestehende Maßnahmen laufend verbessert sowie neue, inter- und pro-aktive Präventionsprogramme entwickelt werden. Das Team betreut bestehende Maßnahmen und entwickelt neue Präventionsprogramme

Das Ergebnis des WHO-Spielsucht-Selbsttests sollte mir indes zu denken geben:

Ihre Antworten weisen darauf hin, dass Sie ein Problem mit dem Spielen haben. Sie sollten professionelle Hilfe aufsuchen.

Zu wenig Polizei für Kieler Fans

Die EU gipfelt in Berlin (endlich mal ein bloghorstpassender Link hier) und bindet dabei ganz viel Polizei an sich und verhindert somit ein ehrliches Regionalligaspiel, das schon einmal wegen Wetter verschoben wurde und jetzt vielleicht ausgewürfelt wird. Aber ich als Stadt wäre da auch vorsichtig, wenn die berüchtigten Holstein-Hools marodierend durch die Lande ziehen.

ot: ey blogsport, bin ich hier vielleicht zu unpolitisch, oder warum bin ich auf eurem planeten nicht gelistet?

Scorer, Tänzer und Strümpfehochzieher

Arme New Orleans Hornets. Dürfen nach Los Angeles fliegen und dort heute gegen die Lakers Basketball spielen. Und alle wollen eigentlich nur wissen, wie viele Punkte Kobe Bryant diesmal eintütet und welchen Rekord er denn nun wieder bricht und ob Kobe denn nun der beste NBA-Spieler ist oder einfach nur ein grandioser Scorer in einem mittelmäßigen Team, was wiederum hier auch gerade diskutiert wird.

Der aktuell beste Tänzer im US-Basketball ist aber eindeutig Clyde The Glide Drexler. Auch wenn der sonst so traumwandlerisch elegante Ex-Guard sich ordentlich konzentrieren musste, die Füße zum richtigen Zeitpunkt an die richtige Stelle zu bekommen. Ich finde ja, Hape sollte sich für die nächste Let’s dance-Staffel mal um den Herrn Femerling bemühen, wegen Glamour und so. Kollege Drexler ist schließlich auch nicht so ganz barfuß geglitten:


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Mach mir den Femerling!

Ich sah aus wie Patrick Femerling vor einem entscheidenden Freiwurf. Nur mit dem Unterschied, dass er doof aussieht und viel Geld dafür bekommt und ich einfach nur doof aussah.

Und dieses Modevergehen konnte ich dann doch nicht unbebildert lassen:

knie

Rufen Sie an! für ein hochwertiges Sportprogramm

So genehmigten die Medienwächter die Erhöhung des Gewinnspielanteils auf insgesamt 28,5 Stunden pro Woche, da der Sender zu Gewährleistung eines möglichst hochwertigen Sportprogramms neben der Werbung weitere Einnahmequellen benötige.

Das ist lustig: Mehr Gewinnspiele = hochwertiges Sportprogramm. Liegesgutesdeutschessportfake. Und dann noch digitale Spartenkanäle, huiuiui. Man sollte die „Medienwächter“ mal zu Zwangsfernsehen (1 Tag DSF pur) und Zwangsbloglesen verdonnern.

12.000 Quallen = 20 Langstreckenschwimmerinnen

Auch Schwimmen ist ja eine Sportart. Und damit das nicht langweilig wird, haben sich kluge Menschen ganz viele Disziplinen ausgedacht. In der Schwimmhalle kann man dann nur einmal hin- und herschwimmen oder mehrmals, und das kann man sogar auf ganz verschiedene Art und Weise tun. Man kann von einem Brett oder Turm hüpfen, bevor man kurz schwimmt, oder frau klemmt sich Plastik an die Nase und wassertanzt und taucht, dass Bruce Darnell seine wahre Freude daran hätte. Andere werfen sich Bälle zu und schwimmen dabei ein bisschen, noch andere tun so, als ob sie Menschen retten, und nennen das dann Sport.

Der härteste Schwimmsport ist aber ohne Frage das Langstreckenschwimmen. Um den Ausdauerathleten eine ausgewachsene Kachelphobie zu ersparen, scheucht man sie dafür in ufernahes Meereswasser. Das hat zwei Nachteile.

Zum einen scheuen die Veranstalter den zweifellos recht großen Aufwand, für jeden der sehr vielen Teilnehmer Schwimmbahnen zu markieren. Also drängelt sich alles wie die Tokiohotelfans beim Konzert ganz vorne auf ein paar Quadratmetern. Nun schwimmt man ja mit meist so ausladenden Arm- und Beinbewegungen. Leider missachten die Konkurrenten allesamt die Intimsphäre der anderen, ein allgemeines Wasserkloppen ist die Folge.


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Nachteil zwei heißt Feuerqualle und führt zu großer anschließender Juckerei. Bei der jüngsten Wasser-WM kam eins zum anderen, zumindest aber wichtete Deutschlands blondeste Langschwimmerin Britta Kamrau-Corestein die Hindernisse noch:

Ich wollte nur noch raus, es ging nur noch ums Überleben. Ich wäre lieber mit 12.000 Quallen geschwommen als mit 20 dieser Mädels.

Fazit: Quallen und fiese Frauen – kein Sport für mich.

Ein Sportblogger weniger

Nu isses wieder verschwunden, das Blog von Jens Weinreich. Schade.

fritz pleitgen körpergröße

Wollte jemand wissen, aus aktuellem Anlass wahrscheinlich. Ich vermute, da soll mal ganz pfiffig der Zusammenhang zwischen materieller und ideeller Größe holzhammerig konstruiert werden. Haha. Obwohl sich doch Wortspiele mit seinem Nachnamen viel eher aufdrängen würden. Hoho.

Nun denn: Ich weiß auch nicht, wie groß Fritz Pleitgen ist. Schätze mal, so einsfünfundsiebzig.

Nachtrag: Dafür weiß ich aber, woher der Suchende kam.