Wiederanpfiff

Spätestens, wenn man nachts mit einem vollkommen unerklärlichen „Wie lautet das Passwort?“ aus einem Traum aufwacht und die Frau am Frühstückstisch skeptisch die hübsch geschwungenen Augenbrauen senkt, ist es höchste Zeit, wieder ins Internet zu schreiben.

Was war

Schon wieder Urlaub. Allerdings extremkinderkrankheitsbedingt. Hat blogmäßig ungefähr dieselben Auswirkungen wie eine Australienrundreise mit ohne Laptop. Und ganz nebenbei dürfte es auch zu ähnlich gearteten Selbsterkenntnissen führen – mann sieht die Welt plötzlich ganz anders.

Immerhin weiß ich jetzt auch, dass zwei nette Menschen sich sachte sorgen, wenn hier mal Ebbe ist. Könnte ja auch im Haushalt verunglückt sein, da passiert so viel, kann ich sagen.

Was ist

Jedenfalls habe ich kurz hintereinander jetzt zum zweiten Mal einen vollkommen zugestopften rss-reader durchkämmt. Das ist zum einen ganz hilfreich, um sich von einigen Abos zu trennen (gut ein Fünftel gelöscht heute), zum anderen gibt es ordentlich Stoff für so manche Metagedanken.

In jüngster Zeit schallte irgendwo unabhängig voneinander gleich zweimal die tolle Idee durchs Blogland, man könne zum Beispiel doch auch mal ein gutes Sportfanblog aufmachen, so etwas fehle noch derzeit. Hab leider die Quellen verschusselt (Nachtrag: Ein Post im Nachhinein wiedergefunden!), bin mir aber sicher. Nun, da wurde offenbar etwas minderrecherchiert, obschon die dauerhaft lesenswerten Sportblogs in deutscher Sprache rar gesät sind. Aber es gibt sie.

Mein Arbeitsnachweis vom Sonnabendnachmittag:

Es hat anderthalb Philipp-Boa-Songs gedauert, alle Allesaussersport-Beiträge im im rss-reader nur zu scrollen. Da schuldet mir bald jemand einen neuen Mausjoystick (jahaa, Rad hat jeder). Der zweite Platz im Bundesblogscrollcontest geht nach München, weil (fast) jeder Satz ein Absatz.

Es ist möglich, Scarlett Johansson, die amerikanische Sportwirtschaft und Tom Waits in einem ernsthaften und nicht unangenehm bebilderten Text zu mixen. Oder auch Hörspielkassetten, a-ha und das Maracana-Stadion.

Es gibt Fußballspieler, die wiederholt ins Internet schreiben; direkt und schnell zu den Fans.

Es ist kein Problem, Fehler zu machen, solange sie nach einer knappen Dreiviertelstunde bestimmt sehr intensiven Nachdenkens so schlagfertig zugegeben werden.

Es gibt auch andere Blogs, die sich einige Tage lang tot stellen oder das weiße Wunderlandkaninchen imitieren.

Es ist nicht mehr zu leugnen, dass Trainer von Bayern München immer ein gutes Thema sind, wenn Clubfans ausgehend von Ottmar Hitzfelds nun verlängerter Interimität eine Wertedebatte anstoßen, die in ihrer Tragweite auch das nächste Christiansen(heißtdasnochso?)thema stellen könnte.

Was wird

Sonntag. Frühling. Noch ne Trainerentlassung. Was weiß ich schon. Aber ein Dreiklang ist ein Dreiklang ist ein Dreiklang.


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