Da hat der Boulevard schon recht: Es ist ein Skandal.
Ich habe mir das Video, dass die ukrainische Schwimmerin Katerina Subkowa und ihren Trainervater bei einer sehr handgreiflichen Aussprache zeigt, jetzt mehrmals angesehen. Viel Unschönes, da stimmt nichts zwischen den beiden, das steht mal fest.
Was ich nicht gesehen habe, ist das, was Bild heute suggeriert.
Plötzlich holt der Mann mit der rechten Hand aus, schlägt brutal zu.
So wird ungeschickterweise gerade die Szene untertitelt, in der Michail Subkow sich mal verteidigt. In den Kommentaren unter dem youtube-Video steht, dass die ganze Szene knapp sieben Minuten lang sein soll. Wenn es denn noch schlimmere, den Begriff prügeln aber erst rechtfertigende Bilder gibt: Welchen Grund gibt es, diese nicht zu zeigen?
Der Skandal ist für mich aber nicht dieses Video. Und auch nicht, dass die ehrwürdige Esszett das Video mal ganz locker einbindet. Auch bei Sky News ist es schon zu finden – sie nennen es übrigens Tätlichkeit.
Viel beunruhigender finde ich die Unsitte, Fernsehkameras in die wenigen Räume zu hängen, die Leistungssportler und ihre Trainer vor wichtigen Wettkämpfen unbeobachtet sind. Und ich rede noch gar nicht mal von Fußballern oder NBA-Basketballern, die unbedingt in ihren Kabinen belästigt werden müssen, die bekommen genug Schmerzensgeld. Aber für mein Verständnis geht diese Art von Überwachung zu weit. Das ist durch kein öffentliches Interesse zu rechtfertigen, nur durch Sensationsgier.
Und das Argument, man könne somit die körperlichen Züchtigungen von Trainern im Leistungssport bekämpfen, weil sich niemand mehr sicher sein könne, auch nicht die Prügel-Proletarier aus dem Ostblock, nicht dabei beobachtet zu werden; dieses Argument ist Big Brother.