Archiv für Januar 2007

Fair play der Woche

Zumindest dann, wenn man Fair play als Zahl der gegebenen Gelben und Roten Karten definiert. Dann hat er Recht, der Brandheiner. Ansonsten ist sein Spruch natürlich Unfug und eher ein psychologischer Schutz von Klopper Oliver Roggisch:

Wenn jeder nur fünf Prozent aggressiver zur Sache geht, fällt der Einzelne weniger auf. Dann können die Schiedsrichter nicht alle sechs Feldspieler vom Platz stellen.

King of Kilmarnock

Oooch: Heffernan will die Bundesliga verlassen.

Stasibelastet an der Bande


foto_flickr

Weil ja morgen die Europameisterschaften im Eiskunstlaufen beginnt und die besten Deutschen nicht wegen ihrer sportlichen Leistungen im Mittelpunkt des Interesses stehen sondern wegen der Schnüffeleien ihres Trainers, als der noch ein kleiner Junge war – deswegen hier noch schnell der Verweis auf zwei Texte aus Berlin und Frankfurt, die den Fall Ingo Steuer noch mal angenehm unangestrengt auseinanderklambüseln.

Und weil es ursprünglich ja um sie ging zum Dessert ein Zitat:

Unser Lesestoff war ›Timur und sein Trupp‹, ›Käuzchenkuhle‹ oder ›Nackt unter Wölfen‹ und eben nicht ›1984‹ von George Orwell. Es gibt Dinge, die man nicht wissen kann, wenn man sie nie vorgestellt bekommt.

Lichtgestaltung

Es ist übrigens vollkommen unnötig, eine schlichte Nachrichtenmeldung, die mit dem weihevollen Wort Fußball-Lichtgestalt beginnt, noch durch die Nennung des ohnehin bekannten Lichtgestaltnamens zu verlängern.

Dennoch bemerkenswert, dass Lichtgestalt mittlerweile ein neutrales Attribut in der Sportberichterstattung zu werden scheint. Zwar beschränkt auf den Einen, aber dennoch syntaktisch gleichrangig mit beispielsweise Volleyball-Bundestrainer oder Bayern-Platzwart.

Möchte, da ich das recht unterhaltsamgefährlich finde, den Antrag auf mehrweniger Glamour in den Sportnachrichten stellen. Nicht, dass bald in der Tagesschau folgende Sätze fallen:

Bundesliga-Retortenclub VfL Wolfsburg hat gestern Abend mit 0:3 gegen …
Ex-Nationalmannschafts-Geizkragen Jens Nowotny ist gestern zurückgetreten.
NBA-Blondstruppi Dirk Nowitzki schwimmt mit den Dallas Mavericks weiter auf der Erfolgs…
Handball-Friseurazubi Pascal Hens hat gestern gegen Polen sehr oft über das Tor …
Tennis-Dampfwalze Serena Williams hat beim gestrigen Spiel etwa fünf Kilogramm abgen…

Alles außer Fußball 22.1.

Die ganze Welt sorgt sich, ob Franziska van Almsick Scientologin wird. Vor lauter „Netzwerkeln“ verlieren die dänischen 2.0-Handballer das Gewinnen und verschleudern noch ein bereits sicher geglaubtes Spiel. Weil Waldemar „Alzheimer“ Hartmann einen ehemaligen Box-Europameister vor laufenden Kameras für tot erklärte, fordert der noch Quicklebendige jetzt eine Richtigstellung in der Tagesschau. Außerdem: Österreichs Skisprung-Cheftrainer glaubt zu wissen, dass seine Schützlinge niemals von sich aus einen Sprung verweigern würden – Befehl ist Befehl.
Und ich zitiere Hobbyarzt und Boxclown Don King:

Nikolai wird Champion aller vier Verbände. Keiner kann es mit ihm aufnehmen. Er schlägt so hart, dass er seinem Gegner die Kniescheibe gebrochen hat.

Fünf Fernsehfragen

Könnte mal bitte jemand mit viel Kompetenz und Zeit diesen Fragenkatalog auch mal für das so genannte Sportfernsehen durchexerzieren? Und könnte mal irgendjemand mit ganz viel Zeit und noch mehr Geduld den Menschen in diesem Land erklären, dass man solche Sender einfach nicht anruft?

Und was für ein Leben führen eigentlich diejenigen, die solcherart offensichtliche Volksverarsche produzieren? Lassen die sich nachts auspeitschen? Sammeln sie Briefmarken? Schreiben sie Blogs? Irgendeine Kompensation muss es doch geben.

Und ja, es waren sechs Fragen. Aber Stabreim geht vor Wahrheit.

Handball-WM-TV im Netz

Nun also die Handball-WM im Internet. Die Höhepunkte von D-Bra gibt es in ordentlicher Qualität, knapp dreieinhalb Minuten dauert die Zusammenfassung. Mehr braucht der durchschnittlich Interessierte nicht. Der Kommentar so lala, die Szenenauswahl sehr schmeichelhaft. Größtenteils sind deutsche Konter zu sehen, die holprige Vorstellung besonders in der ersten Hälfte wird in anderthalb Nebensätze versteckt. Nun gut, die wollen schließlich ein Produkt verkaufen. Mal sehen, wie sie die heutigen elf Vorrundenspiele verhöhepunkten.

Oldschool-TV bringt die Haileits übrigens erst heute Abend, ab 20 Uhr.

Schirmschaft von Handball-WM abgenommen

Ich bin dafür, künftig alle wichtigen Weltmeisterschaften offiziell von Ägyptern eröffnen zu lassen, die vor Jahrzehnten mal bei der DHFK in Leipzig studiert haben und deshalb, ähm, „Deutsch sprechen“:

Ich freie mich besonders, dass Präsident Horrrrst Kehler sich entschlossen, die Schirmschaft derrrr Wjeiltmeisterschaft abgenommen.

Großartig, Hassan Moustafa! Außerdem wurde Thomas Bach ausgepfiffen. Auch gut. Und keine Sau interessierts. Tja, deutsches Land musste ja unbedingt die Weltmeisterschaften seiner Hauptballsportarten im Abstand von sieben Monaten austragen – wer hat sich das bloß ausgedacht?

Außerdem hakt die WM-Homepage. Und ein Schalker livebloggt Handball. Und der WM-Pokal sieht irgendwie so zweiter Weltkrieg aus.

Ein Sportblogger mehr

Ich hatte vor ein paar Monaten mal in einer Mail darüber nachgedacht, dass doch ein Blog von Jens Weinreich keine schlechte Idee sein müsste. Der Mann ist Sportchef der Berliner Zeitung, und wenn es in der Republik um investigative Printjournalisten in diesem Ressort geht, fehlt sein Name nicht. So manche interessante Widerlichkeit im täglichen Sportzirkus dürfte aus verschiedenen Gründen in seinem Papierkorb landen – dann doch lieber weggebloggt.

Der 2005 mit dem Wächterpreis Ausgezeichnete war vor einem Jahr auch Mitinitiator des Sportnetzwerkes, einer Art Gegenverband zum VDS. Keine schlechte Idee, doch ich gehe mit dem dogfood-Kommentar konform, der zu Recht die web1.0-Diskrepanz von Netzwerk-Idee und Internet-Umsetzung derselben konstatiert. Eben doch noch PrintenPrinterPrintjournalisten. Bezeichnenderweise gibt es auf der wenig aktuellen site sogar eine Seite namens Einsnull.

Nun also ein Blog, eines von fünf der Berliner Zeitung. Noch wenig zu lesen, der einzige Beitrag datiert vom 15. Dezember, aber immerhin gibt es ein paar Links, schau an. Und Weinreich erklärt, warum eine Junioren-Sprinterin für ihn die Sportlerin des Jahres nullsechs ist. Übrigens bekommt man mit einer Registrierpflicht bestimmt ganz toll viele Kommentare – dolle Diskussionskultur geht anders.

Ganz hervorragend passiert das im Moment beim Tagesschau-Blog. Nur ein Beispiel: Die Erklärung, warum gestern Kyrill vor Stoiber kam. Und in den Kommentaren die Erklärung für den leicht angeranzten Aufmacher. So geht das.

Alles außer Fußball 18.1.

Andreas Lesch fasst kurz vor Beginn der Handball-WM dessen regionalligaeske Öffentlichkeitsarbeit zusammen. Passend dazu die, ähm, Videovorstellungen in der SZ: Kennen Sie den lustigen Torsten? Den wilden Pascal? Den schönen Henning? Nicht? Dann wird es aber höchste Zeit. Die bald tabloide FR erklärt, warum die Schweizer bei Strichern eher an große und vor allem angezogene Jungs denkt. Die taz berichtet über das DOSB-Saftblog-Duell und die Petition gegen die Altlast Olympiaschutzgesetz. Außerdem: Der Tagesspiegel bietet heute die schönste Überschrift zum NADA-Skandälchen.
Und ich zitiere Heinz Günthardt, früherer Trainer von Tennisspielerin Anna-Lena Grönefeld:

Ich verstehe nicht, wie man als professionelle Tennisspielerin in so kurzer Zeit so auseinandergehen kann.

Was ist los mit Trainer B.?

Muss man sich Sorgen machen? Erst die Mitarbeit an einem recht zwielichtigem Blogprojekt, so mit ganz viel herrlichem Unfug und Nackideis und so, dann eine Prozac-Hymne, nur weil Basti kein Bock auf Fussi mehr hat, und nun das:

Getarnt durch harmlose Gugelreklame in einem, nun ja, recht bescheiden besuchten Sportblog, lockt der gute Herr Baade vollkommen Ahnungslose, so zu werden wie er. Sogar eine Lizenz vergibt der Mann. Nur das mit der Rechtschreibung üben wir noch, natürlich müsste es akut heißen.