Archiv für Dezember 2006

Brauchst du Vorsatz? Machst du Unterzeichnung!

Doof ist doch, ohne guten Vorsatz ins neue Jahr zu schlittern. Warum sollte es schließlich Silvester geben, wenn nicht aus dem einzig guten Grund, sich danach was Hehres vorzunehmen. Wenn aber jetzt noch jemand so komplett vorsatzlos ist wie Jens Weißflog charmebefreit, dann hätte ich da etwas wirklich Schönes anzubieten: Warum nicht mal eine Petition unterzeichnen?

Für alle Olympier: Das ist keine Saftwerbung! Das ist keine Saftwerbung!
Das ist Beachvolleyball. Im Zeichen der Ringe da hinten.

Alles außer Fußball .19

Martina Hingis wundert sich, dass Diamantringe in der Schweiz nicht so auffallen. Ein deutscher Weltmeister spuckt statt großer Töne kleine Kerne. Lakers-Assi Tex Winter findet, dass Michael Jordan teils viel egoistischer noch als Kobe Bryant zockte. Außerdem: Die sueddeutsche findet Skispringen laaaaaaaaaaaaaangweilig, weil: Sportler fährt los, springt ab, fliegt, landet.
Und ich zitiere den zu Recht mir unbekannten Autor des Abendblatt-Textes über einen Traber-Trainer:

Heiner Christiansen ist immer auf Trab.

Gender Studies

Warum unterscheidet der Deutsche Schachverband eigentlich nach Männer- und Frauen-Bundesliga? Sollte es wirklich so sein, dass ein Geschlecht klüger ist als das andere? Und wenn ja, welches wäre das wohl?


foto_flickr

Die Hauptstadt, die taz und der Fußball

Wir haben das falsch eingeschätzt.

Sagt der Berliner Einzelhandel. Und ganz bestimmt nicht nur der. Während der Fußball-WM haben die Menschen lieber Fußball gesehen statt einzukaufen – isjanding. Während der WM haben weniger Deutsche ihre Hauptstadt besucht, sonder lieber bei sich zu Hause Fußball gesehen – was für eine Überraschung. Ein riesiges Fußballzelt im Plattenbauviertel Hellersdorf musste noch während des Turniers aufgeben, weil die Ureinwohner lieber in den Tiergarten gepilgert sind – verständlicherweise.

Das und noch viel mehr steht in diesem taz-Text, der wohl schon bald wieder offline geht, also hurtig! Überhaupt lohnt ein taz-Besuch öfters. Nicht nur wegen Volk ohne Raumdeckung, sondern auch der kleinen Überschriften-Kunstwerke wegen. So titelte man heute über den Berliner Olympiastadionnamenssponsorenstreit:

Das Jahr niked sich dem Ende zu

Für alle Nichtschwimmer

Schon immer mal wissen wollen, wie sich 50 Meter Kraul so anfühlen? Bei allen Erfahrungsversuchen gnadenlos abgesoffen? Bitte hier entlang.

Was tun … Herr Beckenbauer?

Das hier ursprünglich eingebundene Clipfish-Video zerschießt offenbar bei einigen Browsern das Layout, deswegen nur der Textlink. Danke an die Hinweisgeber.

Also für mich ist Weihnachten vorbei. Wurde gerade schon beschenkt. Das Investigativ-Interview von Harald Schmidt mit Franz Beckenbauer hat mich wieder auf den rechten Weg gebracht. So Menschen wie der Franz – die gibt es heute nicht mehr. Angela Merkel duftet nach Oleander. Jedes Wesen hat das Recht, sich zu widersprechen. Gerne auch mehrmals in einem Satz. Die beiden großen italienischen Philosophen Materazzi und Adorno. Lauter Lichtgestalten. Der Papst. Gott. Beckenbauer. Dittsche.

Nachtrag: Olli B.-Lobeshymnen vom Niggemeier und dem Tagesspiegel.

Es heißt Jordan

Ich überlege gerade ernsthaft, meinen Mailaccount bei diesen blasphemischen, praktikantengeführten, weihnachtsschusseligen Nerds von GMX abzumelden.

Alles außer Fußball .18

Vereintes verdrängt den Osten: Die Deutschlandtour prosperiert, die Friedensfahrt wird abgesagt. Der Leichtathletik-Weltverband will Grit Breuer partout kein Schmerzensgeld zahlen. Boratesk: Ein Teil des früheren T-Mobile-Radteams ist in die kasachische Steppe gezogen. Außerdem: Kiels Handballer erleben den Zusammenbruch aller Systeme.
Und ich zitiere Formel-1-Pilot Adrian Sutil:

Eigentlich bestand mein Leben immer nur aus Klavierspielen. Meine Familie ist sehr musikalisch.

5 – 4 – 3 – 2 – 1

Matthäus, Del Piero, Zidane, Daum, Neuville – Unterschreib‘ ich so.

Wie sich der DOSB gerade unbeliebt macht

18.1.: Die Petition gegen das Olympiaschutzgesetz in der taz.
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21.12.: Basic auf sechs.
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20.12.: Das Saftblog schrumpft weiter. Focus online berichtet – und hat auch die Olympischen Ringe im Bild. Auweia.
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19.12.: Die Wikipedia hat den Saftblog-Zusatz im DOSB-Eintrag seit drei Tagen unverändert stehen lassen.
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16.12.: Am Wikipedia-Eintrag des DOSB wird gerade ein bisschen herumgefummelt. Außerdem: Die Top Ten der Technorati-Suchen ist war erklommen.
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Und fürs Wochenende noch was zum lesen und zum sich ansehen.
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Bei der reinen google-Suche nach dosb taucht der saftblog auf 269 auf. Noch.
Nachtrag 19.12.: Basicthinking auf 13.
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Es ist schon erstaunlich. Der Deutsche Olympische Sportbund, die Dachorganisation des deutschen Sports, vertritt etwa 27 Millionen Mitglieder und ist damit quasi ein Mammut. Heute ist also folgendes passiert: Der Mammut-Pressesprecher reagiert auf ein mittleres Blog-Beben am gleichen Tag exklusiv in einem Blog. Das ist nicht nur ungewöhnlich, das ist geradezu beunruhigend. Denn entweder glaubt Michael Schirp, dass Blogs sowieso niemand liest, oder der DOSB nimmt die Saftblog-Sache ernster, als viele annahmen.

Nun zu seiner Reaktion: In launigem Tonfall mäkelt Schirp, dass sich Fa. Walther noch nicht bei den DOSB-Anwälten zurückgemeldet hat. Dann die billigen Versuche, mit schleimigen Nettigkeiten gute Laune zu produzieren:

Grundsätzlich mag ich Saft. Und mag auch Corporate Blogs …

Es folgt ein ewiger Absatz über die Kelterei und die Vorteile des Bloggens für selbige. Dann unterstellt er Walther volle Absicht:

Wir schützen unsere Markenrechte gegen Unternehmen – bis hin zu Weltkonzernen – die genau wissen, was sie tun, wenn sie im Windschatten eines Symbols wie den Ringen segeln.

Hier musste ich lachen. Am allerbesten aber der Schluss:

So, und jetzt rufe ich Frau Walther an und sage Ihr dies alles selbst. Denn so toll Bloggen auch ist – manchmal ist der direkte Weg der Bessere.

Genau, Herr Schirp, manchmal ist der direkte Weg der Bessere. Leider ist eine 17-seitige Abmahnung sehr vieles, nur nicht ein direkter Weg. Und ein freundlicher, der Sache angemessener (vom Streitwert will ich gar nicht reden) schon mal erst gar nicht.
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„Man wird sich einigen.“ Soso. Da scheint der Verband wohl kalte Füße zu bekommen.
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Die exklusive Vermarkterin des Themas Olympia in Deutschland, die Deutsche Sport-Marketing GmbH, erklärt sich in der Saftblog-Sache für nicht zuständig.
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Offenbar hat der DOSB ein bisschen Kleingeld derzeit gut nötig. Dass die Fusion von NOK und DSB (ist es nicht traurig, dass ein Rechtsanwalt den DOSB als mir bisher unbekannt bezeichnet?) finanziell problematisch war, ist so neu nicht.
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Knüwer schimpft.
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Um es den so genannten und netzaffinen Anwälten noch einfacher zu machen, hier eine kleine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, genannt Suchmaschine.
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Bin leider mal wieder nur aufm Sprung hier, aber diese Sauerei gehört ordentlich verbreitet:

Anwälte des Deutschen Olympische Sportbundes machen in zwei schnuckeligen Beiträgen des Saftblogs Rufausbeutung, Urheberrechtsverletzung, Irreführung und Markenrechtsverletzung aus und produzieren dazu einen 17-seitigen Brief mit einer interessanten Zahl: Gegenstandswert 150.000 Euro.

Die juristischen Feinheiten gibts wie üblich bei Herrn Vetter, geboot wurde auch schon.
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Ach ja, schaden kanns ja nich:

Sehr geehrte Damen und Herren.
Was Ihre abmahnwütigen Anwälte derzeit mit dem „Saftblog“ der Fa. Walther anstellen, ist nicht unbedingt der Imagepflege des neu gegründeten DOSBs dienlich. Unabhängig von allen juristischen Winkelzügen und etwaigen Ansprüchen: Wegen zweier harmloser Artikelchen und einem Olympia-Logo eine Mittelstandsfirma derart ans Bein zu pinkeln, mag vielleicht rechtlich in Ordnung sein. Ich weiß es nicht. Eines ist es definitiv nicht: Verhältnismäßig. Von olympischem Geist mag ich da noch gar nicht reden.

Unterschätzen Sie die Blogosphäre nicht, lesen Sie aufmerksam die Kommentare auch eines bloggenden Juristen (www.lawblog.de) und vertreten Sie den deutschen Sport würdig, anstatt harmlose Blogs einzuschüchtern. Idioten!

Lakers-Fans haben Stil

Deshalb.