Jan Ullrich und seine neue Diestel

Was besseres, als sich von Rechtsanwalt Peter-Michael „Die Distel“ Diestel vertreten zu lassen, hätte Jan Ullrich nicht machen können. Wenn ein Dopingverdacht langsam aus den Medien verschwindet, wenn die ersten Verdächtigten wieder bei anderen Teams anheuern, wenn sich die Untersuchung hinzieht, wenn das Auto verkauft und die Freundin geheiratet wurde – dann ist es Zeit, die Gegner mit Stacheln zu warnen und, wenn es denn sein muss, hundsgemein zu pieksen.

Dabei hieß es noch jüngst, „Ullrich wolle die Affäre ohne großes Aufsehen beenden, medialen Aufruhr und böses Blut vermeiden“. Kaum vorstellbar, studiert man die Vita seines neuen Rechtsbeistands genau.

Eines war Diestel nie: Leise. Ob es um Hagen Boßdorf, Heinz-Florian Oertel, Siegfried Kirschen ging, um Manfred Stolpe, Thomas Springstein oder den FC Hansa Rostock. Nur als Fußball-Orakel ist der Umtriebige nur bedingt zu gebrauchen, wie dieses Interview vom Mai ’05 beweist:

Ich befürchte, daß Hansa in zwei Jahren der Verein mit dem schönsten Stadion sein wird – in der Regionalliga. Ich habe Angst um Hansa.

Nachtrag 23.11.: Diestel gerät selbst ins Visier:

Die Staatsanwaltschaft prüft, ob gegen den Anwalt ein Ermittlungsverfahren wegen versuchter Nötigung, versuchter Verleitung zu einer Falschaussage oder versuchter Strafvereitelung eingeleitet werden muss.

Nachtrag 24.5.07: Das Ende.


0 Antworten auf “Jan Ullrich und seine neue Diestel”

Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.