Giovanni Rumpelstilzchen

Wenn man die Berichte und Interviews über die deutsche Mannschaft bei der Frauen-Volleyball-WM liest, taucht ein Name immer wieder auf – egal, wer zu welchem Thema zitiert wird: Giovanni Guidetti. Der Tenor der Aussagen: Ohne den jungen Italiener hätten die DVV-Frauen nicht so eine gute WM gespielt.

Ich habe die Mannschaft und seinen Trainer vor der WM mal bei einem Testspiel erlebt. Die Halle war gut gefüllt, der Lärmpegel je nach Spielsituation normal bis laut. Und es ist keine kleine Halle. Dennoch: Signore Guidettis Anweisungen waren für jeden einigermaßen hörfähigen Zuschauer bis ins letzte Detail verständlich – zumindest die kritischen.

Lange habe ich niemanden mehr so theaterreif und emotional ausrasten gesehen wie diesen kleinen Italiener. Noch mal: Es war ein Testspiel, Deutschland führte meist knapp, und in jedem Volleyballspiel werden Fehler gemacht. Doch bei fast jedem Punktverlust sah man Guidetti schreien, wie ein Rumpelstilzchen an der Linie hüpfen und sein Handtuch schleudern, als wollte er einen Schwarm lästiger Fliegen verscheuchen.

Bemerkenswert auch, dass die Frauen parallel zum Spiel vom Co-Trainer permanent zu einem schmalen Hi-Fi-Teppich gebeten wurden. Dort waren mehrere Sprungtests zu absolvieren, bis es wieder zum Spiel ging. Geholfen hat das wohl ganz gut, in vielen „Beste Spielerinnen“-Kategorien sind bei der WM Deutsche ganz vorn.


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