Archiv für Oktober 2006

Warum Alonso mit einem Megane nicht Weltmeister werden kann

«Alonso ist der WM so nahe, dass er den Titel auch mit einem Renault Megane holen könnte», witzelte ein spanischer Kommentator kürzlich. «Oder er könnte in Brasilien die letzte Runde im Rückwärtsgang fahren.»

Dazu möchte ich feststellen: Das stimmt nicht. Also der Spruch mit dem Megane. Aus eigener Erfahrung kann ich behaupten, dass ein Megane vor allem extrem laut und brummig fährt, aber nicht annähernd schnell. Außerdem ist er hässlich, unbequem, teuer, uncool und eigentlich zu schmal für drei Kindersitze in einer Reihe.

Und, nein, ich bin nicht verärgert darüber, dass ein defekter Mittelschalldämpfer unseres, nun ja, Familienvans aus dem Hause Renault mich heute noch den Gegenwert eines Monatsabos aller überregionalen Tageszeitungen Deutschlands kosten wird. Nein, das ärgert mich überhaupt nicht.

Es macht mich STINKSAUER.

Wo waren Sie, Herr Köster?

Mehr als eine Bestandsaufnahme war es dann leider nicht. Und die Erkenntnis, dass „11 Freunde“ das Lieblingsmagazin fast aller Panel-Teilnehmer ist. Und immerhin das ist ein innovatives Printprodukt. Wo war nur deren Chefredakteur er hätte interessanteres erzählen können.

Erste Erkenntnis der Medientage: Mediaplaner und Verlagstiere stehen auf 11 Freunde. Erste offene Frage: Wo waren Sie, Herr Köster?

Und wo waren Sie eigentlich, als der liebe Gott .de-domains vergab? 11freun.de führt zur D1-Jugend des Westerrönfelder Sportvereins, elffreunde.de zu den Wingtjun-Schulen Feuerbach und Gerlingen, elffreun.de ins Café Vinyl nach Wetzlar. Nur mal so.

Scharapowa im Badeanzug

Die Tage werden kürzer, die Nächte kälter, und die Weltranglisten-Dritte im Damentennis posiert neben Heidi Klum und Elle MacPherson in der aktuellen Bademodenausgabe von sports illustrated. Und das ist hübscher anzusehen als Sina Schielke im Playboy, Brandi Chastain im Sport-BH oder die amtierende Miss Borussia im halblangen Roten.

Ballack singt Cornelius

Michael Ballack ist schon so einer. Mir ist er durch die WM und das folgende Sommermärchen nicht unbedingt näher gekommen, also menschlich.

Manchmal und besonders, wenn er den Mund aufmacht, wirkt er so harmlos wie Bernd Schneider, was durchaus an ihrem Herkunftsdialekt liegen kann. Nur hat Bernd Schneider das Glück gehabt, niemals torgefährlich gewesen zu sein und demzufolge nie in die Gefahr zu geraten, ein so genannter leader sein zu müssen.

Dann sehe ich im Fernsehen in Superzeitlupe eine Szene, in der Ballack seinen äußerst kräftigen Arm winkelt und dessen spitzen Winkel im Luftduell in des Gegners Visage platziert. Das und andere Grobheiten macht der Ballack öfter, und nicht immer unabsichtlich, so scheint mir. Schließlich muss er der leader sein, Zeichen setzen und sowas.

Ansonsten wirkt er ganz nett, er hat Kinder und sagt keinen Unsinn. Aber manchmal verstehe ich ihn immer noch nicht. Da wird er ins Herzstück einer der besten Legionärsmannschaften des Weltfußball verpflanzt und hat den bei Chelsea obligatorischen Initiationsritus zu bestehen: Auf einem Stuhl ein Lied singen. Gut, muss man durch, warum also nicht mal acapella rocken. Nun gibt es viele Möglichkeiten, dies zu tun: Udo Lindenberg (Kult), Reinhard Mey (Texte), Grönemeyer (London), Campino (Refrain), Gerhard Schöne (Papafaktor). Und immerhin hat Ballack nicht versucht, einen auf Naidoo zu machen.

Aber Peter Cornelius?

Wann i oft a bissl ins Narrnkastl schau‘,
dann siech i a Madl mit Aug‘n so blau,
a Blau des laßt si‘ mit gar nix anderm vergleich‘n.
Sie war in der Schul‘ der erklärte Schwarm,
von mir und von all meine Freund‘, doch dann,
am letzten Schultag da stellte das Leben seine Weich‘n.
Wir hab‘n uns sofort aus die Aug‘n verlor‘n,
i hab mi oft g‘fragt, was is aus ihr word‘n.
Die Wege, die wir beide ‚gangen sind,
war‘n net die gleichen.
Und vorgestern sitz i in ein‘m Lokal,
i schau in zwa Aug‘n und waß auf einmal,
es is dieses Blau, des laßt si mit gar nix vergleich‘n.

Du entschuldige i kenn di,
bist du net die Klane,
die i schon als Bua gern g‘habt hab.
Die mit dreizehn schon kokett war,
mehr als was erlaubt war,
und die enge Jeans ang‘habt hat.
I hab Nächte lang net g’schlaf‘n,
nur weil du im Schulhof
einmal mit die Aug‘n zwinkert hast.
Komm wir streichen fünfzehn Jahr‘,
hol‘n jetzt alles nach,
als ob dazwischen einfach nix war.

Sie schaut mi a halbe Minuten lang an,
sie schaut, daß i gar nix mehr sag‘n kann,

Und so weiter und so fort. Ich stelle mir gerade vor, wie ein verschämter Ballack in der Chelsea-Kabine auf einen Stuhl steigt und vor der versammelten Fußballprominenz einen Weg zwischen südostdeutschem und österreichischem Dialekt sucht, Mourinho die Tränen kommen und das Bier zwecks Schmerzbetäubung nur so fließt.

Ich verstehe das nicht. Aber ich bin ja auch kein Spitzensportler – das wurde mir schon bewusst, als Dirk Nowitzki zugab, sich vor Freiwürfen Spielen mit David Hasselhoffs „I‘ve been looking for freedom“, nun ja, zu stimulieren sagt man da wohl.

Wer sich für den kompletten Text des Peter-Cornelius-Burners interessiert – nun, Reisende soll man nicht aufhalten.

Selbstgespräch vor Mitternacht

Mister nolookpass, sind Sie jetzt ein kleines bisschen verärgert, weil geschlossene fragen im VfLog ein Text ist, den Sie auch schon mal immer schreiben wollten?

Ja.

Dschamp!

Hey Pippi Langstrumpf hollahihollahahollahoppsassa!

Wobei in diesem possierlichen Videoschnipsel besonders auf das hoppsassa eingegangen wird. Und ich hab jetzt ‚n Ohrwurm, na prima.

Süddeutsche der Zeit voraus

Die Süddeutsche Zeitung ist gewiss nicht von gestern, im übertragenden Sinne. Und bei der Affäre um Radcross-Dopingfall Steinmeier ist sie ganz vorne dabei, so viel ist sicher. Doch dass ihr amüsanter Artikel über die Verstrickungen und Verwicklungen von Thomas Kistner gleich auf den 19. Oktober, also übermorgen datiert, scheint mir leicht zu viel der Progressivität.

Sibutramine im Dreivierteltakt

Bei diesem Tanzpartner hätte ich an Edita Daniutes Stelle auch Stimulanzmittel nehmen müssen, um so ein Lächeln hinzukriegen:

Eugen Polanski und
der Gladbacher Internet-“Blogger“

Deshalb wird vermutlich auch der Wunsch eines Gladbacher Internet-“Bloggers“ nicht in Erfüllung gehen. „Lieber Gott, mach, dass Eugen Polanski der nächste Effenberg wird.“

Dirk Tietenberg in der aktuellen FourFourTwo in einem Text über Eugen Polanski. Hab mal kurz gesucht, das Zitat aber in dieser Form nicht finden können. Entweder hat Tietenberg es umformuliert oder ich weiß auch nicht. Kennt jemand jemanden, der jemand kennt?

Und gibt es auch Nicht-Internet-Blogger? Und warum in Anführungszeichen? Ach ja, unsere Printer.

Sportwebsite des Jahres

Sie beginnt schon wieder, die Jahreszeit der Umfragen, Wahlen und Verleihungen zum …. des Jahres. Und weil dies ein Sportblog ist, wollen wir uns die website-des-Jahres-Nomminiehs in der Kategorie Sport mal näher ansehen.

Da sind zum einen die Fußballseiten: bundesliga.de, fussball.de, kicker.de und transfermarkt.de.

Dann die großen Sportp0rtale sport.de, sport1.de, sportal.de, eurosport.de, sportbild.de.

Die Fußballvereinsseiten fcbayern.de, dynamo-dresden.de, herthabsc.de, schalke04.de, werder-online.de und vfb-stuttgart.de.

Lars‘ butt not least die Formel 1 mit formel1.de und adrivo.com, einem aufgeräumten Motorsportmagazin, das aus der früheren f1welt.com hervorging.

Den Außenseiter-Bonus entfällt komplett auf soccerline.de, der Bayerischen Amateurfussball Community – sollte man denken. Im vergangenen Jahr gewählt: die Hertha-Seite als populärste, und – falsch gedacht – soccerline als beste Sportseite.

Und weil sie so ein schönes Presse-Blog haben, noch ein bisschen Reklame.

Geduldsspiel

21 ins Wasser, nach 47 ins Loch – fürs Golfspielen brauchts manchmal halt ein wenig Geduld.