Archiv für September 2006

Freundschaft

Und es gibt sie doch: Menschen, die gerne in Cottbus Bundesligafußball beiwohnen und Steffen-Baumgart-Fans sind.

Zufrieden

Die Liga hat sich in unserem Sportprogramm gut etabliert. Wir sind zufrieden mit dem Produkt BBL. Es ist deutlich zu erkennen, dass unsere Zuschauer deutschen Spitzen-Basketball sehen wollen. (…) Zunächst einmal haben wir noch eine ganze Saison vor uns. Dann werden wir uns zu gegebener Zeit zusammensetzen und uns über eine Fortführung unterhalten.

Innige Liebe und Leidenschaft klingen anders: Sportvorstand Carsten Schmidt im Debüt-Basketball-kicker-Sonderheft über die Zukunft des Basketballs bei Premiere.

Bild lügt

Kann man gar nicht oft genug schreiben. Heute: Stuttgart.

Die Bild-Zeitung lügt heute, dass die Fans der Stuttgarter ihre Mannschaft nach dem Abpfiff gnadenlos auspfiffen, im wahren Leben wurde applaudiert.

Eingenetzt



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Arthur A. und die ARD

Migration im Sport. Heute: Boxen:

Im Vorlauf wird viel über den Stolz Abrahams geredet, jetzt auch offiziell deutscher Staatsangehöriger zu sein (im Hintergrund glaubt man einen kurzen Moment Sauerland die Hände reiben zu hören, weil vermarktungstechnisch ein Deutscher halt mehr taugt, als ein Schlumpf aus dem Kaukasus).

Und ohne die aas-Diskussion „Hätte der Kampf gestoppt werden müssen?“ hier nachzuerzählen oder den Kampf selbst gesehen zu haben: Es ist gerade mal Montag, und schon wieder muss der Gebührenzahler ARD-Ärger bewältigen. Ich zitiere mal aus dem Box-Ticker vom Abraham-Kampf:

2. Runde: Ausgegliche Runde – Miranda schlägt nach dem Gong und Abraham haut zurück. Was für eine Straßenschlacht hier.
5. Runde: Pause – Abraham kämpft wie King Arthus, aber kann er mit der Verletzung durchhalten.
6. Runde: Die Runde ist vorbei. Aber macht das Ganze hier überhaupt noch Sinn. „Du liegst noch vorn. mach die Deckung zu. Sei ein Mann“, fordert Wegner. Abraham sagt: „Ich kann nicht mehr.“

Und aus den ARD- und ZDF-Texten:

Abraham kämpfte wie ein Löwe, bewies Mut und Courage. (…)
Selbst Manager Wilfried Sauerland litt mit: „Besser wäre es gewesen, in der fünften Runde abzubrechen und auszuzählen.“
Wegner feuerte seinen Schützling in den Pausen immer wieder mit Aufmunterungen wie „Wir sind doch Krieger“ oder „Jetzt entscheidet der Kerl“ an – Abraham gehorchte und wuchs über sich hinaus.

Das ist Profiboxen. Aber dass dieser reale Sportzirkus ARD-Aufmacher ist und fiktionale Werke wie Wut die Bezug zum Leben haben und Menschen zeigen, die „Schwuchteln“ und „ficken“ sagen, dass so ein Film , in der Bedeutungslosigkeit versendet wirden, dass lässt einen mal wieder schmerzlich zusammenzucken, wenn die Gebühren abgebucht werden.

Spiel, Satz und Siegel


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Nur eine Frage noch

Weil es hier Probleme gab und das da rechts auch democracy heißt: Lädt sich die Nachspiel-Seite langsam?

Und: Wer gewinnt denn nu?

Keiner.

Opas Konsol

Oder auch An Koloss Po. Grins.

Mehr Anagramme hier und dort.

Geschichten aus der Alten Försterei

Heute: Wie bei Union Berlin Spieler sich ins Training klagen und dann vom Co. heftig rangenommen werden.

Keine Gewalt ist auch keine Lösung

Jetzt weiß ich, wie Jürgen Klinsmann die deutsche Fußball-Nationalmannschaft zu WM-Bronze motiviert hat. Und jetzt ahne ich auch, worüber die Nation nach dem 5. Oktober reden wird. Über die Schlüsselszene aus Sönke Wortmanns „Deutschland – Ein Sommermärchen“. Ein russischer Zweitliga-Trainer hat aus Versehen und einem Deut zu stark entwickeltem Ehrgeiz alles verraten:

Er heuerte fünf Schläger an, die drei seiner Profis krankenhausreif prügelten. Der Rest der Mannschaft schaute zu, wie der Übungsleiter die zu verprügelnden Sündenböcke auswählte und die Teamkollegen zusammengeschlagen wurden.

Jetzt kann ich auch endlich Oliver Bierhoffs Rolle in der physischen Diskussion mit den ausgeschiedenen Argentiniern viel besser einordnen: Offenbar war er einer der „zwielichtigen Gestalten“ und ersetzte damit den eigentlich vorher dazu auserkorenen Ober-Schläger Bernhard Peters.

Und, was soll ich sagen: Der Erfolg gibt ihnen Recht.

(Dieser Beitrag ist liebevoll dem gewaltbereiten Eindruck gewidmet, den ich hier offenbar gemacht habe. Na ja.)

Andrew Jennings, die Fifa
und das deutsche Fernsehen

Nachtrag 16. Januar 2007: Jetzt gibts den Themenabend. Mehr als ein halbes Jahr nach der WM. Na ja.

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Vor gut zwei Monaten sollte anlässlich der Fußball-WM auf arte ein Themenabend mit dem bezeichnenden Titel Fifa in Verdacht laufen. Warum damals daraus nichts wurde, hatte damals die taz recht hübsch zusammengefasst. Als Grund hieß es damals:

Alles sei nur verschoben, zurzeit prüfe die Rechtsabteilung, ob der Bericht „The Beautiful Bung – Corruption and the World Cup“ des britischen Journalisten Andrew Jennings dem deutschen Medienrecht genüge

Gestern nun ging es in Frontal 21 im ZDF auch um die Fifa, genauer um die dubiose Beziehung zwischen Jack „the ripper“ Warner, Vizepräsident, und Sepp Blatter, Präsident der Fifa. Das Manuskript der Sendung gibt es hier als pdf.

In der Abmoderation heißt es schließlich:

Eine umfassende Dokumentation des britischen Kollegen Jennings zu diesem Thema können Sie demnächst auf ARTE sehen.

Und ich frage mich: Was ist das denn? Bei arte ist zum Thema Jennings im künftigen Programm mal rein gar nix zu finden. Und ist diese umfassende Dokumentation eine neue? Wenn ja, was passiert mit „The Beautiful Bung“? Wenn nein, wann genau wird der Bericht nun endlich zu sehen sein? Und was ist mit dem in der taz erwähnten zweiten Bericht der Berliner TV-Autorin Martina Bosse, der Ende Juni noch nicht fertig gewesen sein soll? Ist der schon eingestampft?

Die BBC ist wie üblich schon weiter und bietet Transkript und Film im Netz an.