Archiv für August 2006

Was zum Teufel ist Stonehenge?

Die lang ersehnte Symbiose von Peppers und Paderborn ist da: Stadium Halbfertigum.

Und wenn dann in zehntausend Jahren, nachdem die nächste Eiszeit über das Land mäandert ist, die nachfolgenden Zivilisationen den Schutt der Moränen weggekratzt haben und die trotzig aufragenden prähistorischen Paderborner Stadionpfeiler entdecken – dann wird keiner mehr von Stonehenge reden!

Sieben Würfel für die Heimmannschaft

Bundesliga-Prognose mal anders: Würfel, googel-Ergebnisse von Ersatztorhütern oder mit Pokerblatt.

Im Sportwettendschungel (2)

Wers noch nicht gelesen hat …

Höhe-Punkte

Michael Jordan vs. Gnarls Barkley via truehoops. Und ihr müsst es laut sehen.

Der Ofenmann im Röhrenwerk

Werner Lukoschek ist Ofenmann im Röhrenwerk Zeithain bei Riesa und Trainer des derzeit erfolgreichsten deutschen Fußballklubs.

Spielertrainer Henry Maske

Oh je, Henry! Da willste nochmal uffn Showgegner Putz hauen, und niemand will dich trainieren.

Teddy Atlas hat laut american arena schon abgesagt, wegen nicht genug Geld. Das Problem: Auch Manfred Wolke fällt wohl als Maske-Trainer weg. Wolke will, darf aber nicht. Das Sauerland hat’s verboten.

Wird Maske eben Spielertrainer.

DFB-Lineup ohne vier

Das Aufgebot für die EM-Quali-Premiere gegen Irland am 2.9. und das Abtrainieren in San Marino (6.9.):

Tor 1 Jens Lehmann 23 Timo Hildebrand
Abwehr: 3 Arne Friedrich, 25 Malik Fathi 24 Manuel Friedrich 2 Marcell Jansen 16 Philipp Lahm 21 Christoph Metzelder Alexander Madlung
Mittelfeld: 13 Michael Ballack 7 Bastian Schweinsteiger 18 Tim Borowski, 8 Torsten Frings
19 Bernd Schneider 22 David Odonkor 15 Thomas Hitzlsperger
Angriff: 14 Gerald Asamoah 9 Mike Hanke 11 Miroslav Klose 20 Lukas Podolski 10 Oliver Neuville

Viel interessanter dagegen, wer fehlt: Jens Nowotny (Meniskus), Per Mertesacker (Fersenspann), Robert Huth (Sprunggelenk), Sebastian Kehl (Knie). Meine leise Prognose: Entweder bröckelt die Abwehr gegen robuste Offensiv-Iren und Herr Lehmann steht ein ausgefüllter Arbeitstag bevor, oder Irland wird in Grund und Boden gekloset.

Nowitzki besiegt Angola

Nun ist Dirk Nowitzki ja wirklich ein netter Kerl, zumindest was ich bislang so gelesen, gesehen und gehört. Am auffälligsten dabei ist seine Bescheidenheit, sein Mannschaftsgeist, der fast vollkommene Mangel an Starallüren.

So weit, so gut.

Wenn der weiße Riese aber nach dem ersten WM-Spiel über drei Verlängerungen, dem 108:103 gegen Angola, von einer riesigen Teamleistung spricht, dann … ja dann ist das ein bisschen zu viel des Guten.

Vergleichen wir die Zahlen:

Nowitzki Rest-Deutschland
PUNKTE 47 61
REBOUNDS 16 33
FREIWÜRFE 17 9
ASSISTS 4 9
2erWÜRFE 21 36

Nun stecken in Rest-Deutschland die stats von acht Statisten anderen Spielern. Im Klartext: Nowitzki hat das Spiel alleine gewonnen. Er hat in der dritten Verlängerung den vorentscheidenden Dreier geworfen, seinen Gegenspieler sich ausfoulen lassen, die entscheidenden Freiwürfe verwandelt und schönsten Grimassen geschnitten.

Das ist gar nicht schlimm, das System funktionierte, und Demirels Dreier kurz vor Ende der regulären Spielzeit soll hier gar nicht vergessen werden. Aber: Eine riesige Teamleistung war das nicht. Und das hängt nicht nur an den Zahlen: Dirk nimmt die wichtigen Würfe, leitet die wichtigen Serien ein, setzt die wichtigen Zeichen in der Verteidigung. Versuchen andere Schwarzrotgoldgewandete dies, geht es noch zu oft schief.

Aber ich habe sowieso das Gefühl, das DBB-Team tut in der Vorrunde gerade so viel wie nötig. Jedenfalls würde ich bei einem k.o.-Spiel gegen Spanien durchaus auf D wetten: D wie Dirk.

Des Gastgebers Vorbereitung

Noch zwei Jahre bis Olympia:

Bei einer überraschenden Inspektion in einem Trainingscamp seien Mitarbeiter der Anshan Sportschule in der Provinz Liaoning dabei ertappt worden, wie sie den Jugendlichen gerade verbotene Substanzen spritzten.

Im Sportwettendschungel

Aus den Gerichten der Republik

Schleswig-Holstein: Private Wettvermittler, die an EU-Anbieter gebunden sind oder eine DDR-Lizenz vorweisen können, dürfen durch Behörden nicht gestoppt werden. Das staatliche Interesse an der Aufrechterhaltung des Wettmonopols müsse hinter der europa- und verfassungsrechtlich geschützten Dienstleistungs- und Berufsfreiheit zurückstehen.
Bremen: Bundesligist Werder Bremen darf wegen der DDR-Lizenz für betandwin werben.
Bayern: Die Staatsregierung darf der Landesmedienzentrale nicht ins Handwerk pfuschen. Worum gings: Private Sportwetten in Privatsendern wie dem DSF.
NRW: Auch wenn in Deutschland private Sportwetten verboten sind, darf ein Wettbüro aus Siegen weiter Sportwetten annehmen und ins Ausland vermitteln. In der nächsten Instanz könnte das Urteil allerdings wieder kippen.

Und neulich in Frankfurt

Beim Sportwettengipfel werden die entgegensetzten Interessen von Fußball- und Restsportverbänden erneut deutlich. Der DOSB wollen eine „Wette unter einem Dach“ etablieren und dazu eine „Sportförderungsgesellschaft“ mit DFB und Oddset gründen. Das Ziel: Mehr Geld für den Sport. Das Problem: Nicht nur der Sport, auch die Politik ist uneins. 13 Bundesländer wollen im neu zu schaffenden Staatsvertrag private Wettanbieter komplett verbieten, drei Länder denken an eine langfristige Aufweichung des strikten Verbots.

Frankreich oder Libanon

Einer der besten europäischen Basketballer, der Franzose Boris Diaw, ist heute an seinen Nerven gescheitert. Er verwarf sechs Sekunden vor Schluss den entscheidenden Freiwurf bei der 73:74-Niederlage Frankreichs gegen den Libanon.

Interessant ist das auch deshalb, weil eines der beiden Teams am Sonntag Gegner der deutschen Auswahl sein wird. So diese Angola schlägt. (Vor dem heutigen zweiten Viertel Deutschlands gegen Panama hätte ich den letzten Satz nicht geschrieben, nicht schreiben müssen.)

Nachtrag 24.8.: Gut. Also doch Nigeria. Dieses blöde „Jeder kann jeden schlagen“ nimmt einem jeden Mut zur Prognose.