Nun ist Dirk Nowitzki ja wirklich ein netter Kerl, zumindest was ich bislang so gelesen, gesehen und gehört. Am auffälligsten dabei ist seine Bescheidenheit, sein Mannschaftsgeist, der fast vollkommene Mangel an Starallüren.
So weit, so gut.
Wenn der weiße Riese aber nach dem ersten WM-Spiel über drei Verlängerungen, dem 108:103 gegen Angola, von einer riesigen Teamleistung spricht, dann … ja dann ist das ein bisschen zu viel des Guten.
Vergleichen wir die Zahlen:
| Nowitzki | Rest-Deutschland | |
| PUNKTE | 47 | 61 |
| REBOUNDS | 16 | 33 |
| FREIWÜRFE | 17 | 9 |
| ASSISTS | 4 | 9 |
| 2erWÜRFE | 21 | 36 |
Nun stecken in Rest-Deutschland die stats von acht Statisten anderen Spielern. Im Klartext: Nowitzki hat das Spiel alleine gewonnen. Er hat in der dritten Verlängerung den vorentscheidenden Dreier geworfen, seinen Gegenspieler sich ausfoulen lassen, die entscheidenden Freiwürfe verwandelt und schönsten Grimassen geschnitten.
Das ist gar nicht schlimm, das System funktionierte, und Demirels Dreier kurz vor Ende der regulären Spielzeit soll hier gar nicht vergessen werden. Aber: Eine riesige Teamleistung war das nicht. Und das hängt nicht nur an den Zahlen: Dirk nimmt die wichtigen Würfe, leitet die wichtigen Serien ein, setzt die wichtigen Zeichen in der Verteidigung. Versuchen andere Schwarzrotgoldgewandete dies, geht es noch zu oft schief.
Aber ich habe sowieso das Gefühl, das DBB-Team tut in der Vorrunde gerade so viel wie nötig. Jedenfalls würde ich bei einem k.o.-Spiel gegen Spanien durchaus auf D wetten: D wie Dirk.
Vor allem auch Nowitzkis Dreier zum Ausgleich, Sekunden vor Schluß der ersten Verlängerung. Ganz stark.
Das Schönste daran war ja: Irgendwie war man sicher, dass die Pille trifft. Der Dirk macht das schon.
Obwohl ich ja immer noch rätsele, ob er dabei nicht mit dem Fuß auf der Linie stand…
Papperlapapp! Und wenn schon: Den Bonus hatte er sich verdient.