Archiv für August 2006

democracy

Nach zweieinhalbstündigem Studieren der Wordpress-Bedienungsanleitung habe ich mir die Umfragefunktion jetzt halbwegs entschlossen. Kuckst du rechts, drückst du Knopf, hast du Freude.

Die 72.000-Euro-Handtasche

And always remember, Mike: Frauen sind teuer.

Vermeintlich

Es ist das erste Mal, dass ich mit den vermeintlichen Stars aus der Bundesliga gemeinsam auf dem Platz stehe.

Alexander Madlung macht sich vor seinem Debüt in der Nationalmannschaft gleich richtig viele Freunde.

Auch ganz hübsch: Lehmann scheißt auf die Welt und trainiert in Nike. Wegen Fersenproblemen. Aha.

Nowitzki vs. USA

Die Fortsetzung morgen 12:30 gegen Frankreich. Und bitte: Lasst den Dirk auf der Bank. Lasst ihn.

ps:

Wenn sie zum Spiel gezwungen werden, wenn es nicht mehr gelingt mit irgendwelchen Blocks einen guten Angreifer gegen einen schlechten Verteidiger zu isolieren, dann fällt ihnen sehr viel nicht mehr ein als Ballern. Griechenland, Spanien und Argentinien werden das mit Freude gesehen haben.

4. Viertel (65:85): 5:30 vor Schluss war es soweit: Deutschland hatte verloren. 16 Punkte zurück und keine Hoffnung mehr im Herzen. Es war ein gutes Spiel, ein gerechtes. Echten Basketball wird es aber erst im Halbfinale zu sehen geben.
3. Viertel (52:67): Nowitzki ist verdammt müde, punktet aber hin und wieder. Monsterblock von Greene gegen Wade. Anthony wirft sich warm, ist für die Führung verantwortlich. Die Schwarzen (das ist rein trikotagenmäßig gemeint) generell immer ratloser. Buschmann quatscht was von aufopfernd kämpfend, das ist ein schlechtes Zeichen. Es ist ein langsamer Tod.
2. Viertel (39:40): Femerling-Block, fastbreak by Okulaja. Später: Greene dribbelt auf Rollers Haxen, sah ziemlich scheiße aus, das. Tip-Dunk Okulaja. Die Amis schlafen gleich ein. Weiterschauen.
1. Viertel (21:23): Konzentrierter Beginn. Der obligatorische US-Alley-Hoop. Schiris sehen keine Schrittfehler und schenken den Amis zwei Punkte. Nowitzki zwei Fouls. Aber gut, weiterschauen lohnt sich.

Supersamstag

Am Sonnabend wird begonnen, sich zu qualifizieren. Und es gibt sie wieder, die Fragen, die sich stellen. Von ganz alleine:

  • Wer schafft es in Gruppe A hinter Portugal? Polen, Serbien, Finnland und Belgien spielen hier eins aus vier.
  • Können die Faröer-Inseln das 2:2 gegen Schottland aus der letzten EM-Quali wiederholen?
  • Wer gewinnt das Nachbarschaftsduell Rumänien-Bulgarien in der Balkan-Gruppe G?

Ansonsten größtenteils Schrottspiele.

Gruppe A Serbien – Aserbaidschan (20.15)
Polen – Finnland (20.30)
Gruppe B Schottland – Färöer (16.00)
Georgien – Frankreich (18.00)
Italien – Litauen (20.50)
Gruppe C Malta – Bosnien-Herzegowina (19.15)
Ungarn – Norwegen (20.00)
Moldawien – Griechenland (20.15)
Gruppe D Tschechien – Wales (20.15)
Slowakei – Zypern (20.15)
Deutschland – Irland (20.45)
Gruppe E England – Andorra (18.00)
Estland – Israel (20.30)
Gruppe F Nordirland – Island (16.00)
Lettland – Schweden (20.00)
Spanien – Liechtenstein (22.00)
Gruppe G Weißrussland – Albanien (19.00)
Luxemburg – Niederlande (20.30)
Rumänien – Bulgarien (20.00)

Die sieben Gruppensieger und die sieben Gruppenzweiten qualifizieren sich für die EM 2008. Die Ausrichter Österreich und Schweiz komplettieren das Starterfeld.

Lektüre des Tages: La Guardia Civil

Oha. Wenn das nicht filmreif ist:

EXCLUSIV:
interpool.tv ist der Berichtes der Guardia Civil zum ‚Dopingfall Fuentes‘ zugespielt worden.

Wenn so exklusive Papiere hereintrudeln, müssen orthografische Kleinigkeiten natürlich weichen.

Im Interesse der Öffentlichkeit publizieren wir in den nächsten Tagen den Bericht und zahlreiche Ermittlungsakten.

Das Interesse der Öffentlichkeit wird allerdings begrenzt sein, gibt es doch Neues nicht zu erfahren. Wer aber bislang an der Dopingversumpfung des Profi-Radsports gezweifelt hat, sollte sich die 19 PDF-Seiten spaßeshalber mal antun.

Und wir wissen noch so wenig.

Allgemein, frei, gleich und geheim

Übrigens ein großes Dankeschön an dieser Stelle an die deutsche Fußball-Nationalmannschaft für ihr Engagement in Fußbekleidungsfragen, das diesem sonst eher verregneten August die ach so filigrane Vokabel Schuhgipfel beschert hat. Ganz besonders mittendrin der Herr Metzelder, der sich anhört, als plane er gerade eine Weltrevolution:

Weltweit hat nur noch Österreich keine freie Schuhwahl, deshalb ist das längst überfällig. Wir wollen in den Schuhen spielen, in denen wir uns wohlfühlen.

Und es wird eine Zeit kommen, wo auch in Österreich die Spieler aufbegehren werden. Und sie werden die Barrikaden stürmen, um sich beim Ballspiel wohlzufühlen.

You gotta fight
for your right
to Schuuuuuuuwaaaaaaaaaahl!

Domina Domenech

Claude muss für Frankreich ran:

Makelele hat inzwischen erkannt, dass Fußball in Wirklichkeit eine Art Militärdienst ist, und wird spielen.

Stromausfall, live

Ach, wie war es schön. Keine ablenkenden Werbe-Layer, keine einschläfernde HiFi-Kommentatorenstimme, keine schlecht bei MTV abgekupferten Ultraspeedschnittfolgen, keine optimal-realitätsnahe Abbildung eines mittelmäßigen Zweitligaspiels an einem müden Montagabend.

Nur der Fußballreporter und ein Telefon.

Ein Stromausfall in Burghausen – live übertragen vom DSF – schaffte es, was der ARD beim WM-Finale nicht gelang: Atmosphäre. Bei der ARD lags am „Kommentator“, beim DSF am fehlenden Bild. Obwohl: Es war etwas zu sehen. Ein Fußballplatzstandbild.

Dazu Uwe Morawes Stimme, und verrauscht ist dafür gar kein Ausdruck. Beim Herrn Hundefutter kommentierte jemand von Mittelwelle-Charme, ich fühl mich eher an die 70er erinnert: Standfußball und Telefonliveübertragungen.

Und als wäre es geplant, kam pünktlich zum zweiten Tor das Bild wieder. Kann Wacker eigentlich protestieren, weil nur mit zwei Flutlichtmasten weitergespielt wurde? Wegen Benachteiligung oder so? Oder hatte die Sportwettenmafia ihre Finger im Spiel? Sollte die „wewin“-Brust der Sechziger nicht live im Fernsehen zu sehen sein? Und was droht Werder am Wochenende? Ein Tornado?

Nun, es ist schon sehr spät geworden.

Unser täglich Sport

Kleine Zwischenbilanz nach der dritten Sport-BZ

  • zwei Drittel Fußball, die normale Gewichtung also
  • ausführlicher Regionalfußball-Teil (Ergebnisse bis zur Kreisliga)
  • konventionelles Layout (schwarze Kästen mit runden Ecken, na ja)
  • Comic-Bunnies zur „Illustration“ der Sportarten (najanaja)
  • zwei recht gleiche Texte über Bayerns van-Bommel-Transfer (der von Marcel Reif holpert wie Sau)
  • dpa-Grafiken sind manchmal unübersichtlich und können auch zuviel sein. Wirklich!
  • schüchterne Bild-Schreibe, mehr Mut zum vollständigen Hauptsatz bitte

Für eine tägliche Sportzeitung (auch wenn sie ein Boulevard-Ableger ist) an Fakten, Analysen, Hintergründen zu arm. Zu wenig eigenes, zu viel Agenturkrams. Auf 24 Seiten steht alles drin, handliches Format, akzeptabler Preis.

Die Vorteile: Das ist kein Sportteil einer Tageszeitung, das ist eine tägliche Sportzeitung. Die kaufe ich, wenn ich was über Sport lesen will. Punkt. Dieses Plus sollten die Springerlinge nicht unterschätzen. Sie vergessen das Regionale nicht, sollten da aber nicht am Fußball kleben bleiben. Es gibt genug Platz für Beachvolleyball, Rudern und eine komplette Seite Basketball. Die Bild-Schmierigkeiten haben (noch) nicht Einzug in die Schlagzeilen gefunden. Durch die Springer-Strukturen gute Chancen, Überregionales und Lokales im Sportressort bei gleichzeitig hoher Aktualität zu verknüpfen. Zwei halbseitige Werbungen, eine Seite Eigenreklame – das ist okay.

Die Nachteile: Springer. BZ. (Noch) keine Traute, dem Leser mal hin und wieder mehr als Realschule-abgebrochen-kann-mich-aber-gut-verständigen zuzumuten. Scheiß auf Promis, die „Experte“ spielen – druckt uns echte! Wo ist das Internet? Layout ausbaufähig. Eine Seite Fußballtabellen ist zu wenig – hey, das soll eine Sportzeitung sein? Bidde acht Seiten mehr: Zahlenzahlenzahlen. Druckt, was die Agenturen hergeben! Und, natürlich: Noch nur testweise in Berlin und Brandenburg.

Mehr zum Thema bei Wortwelt oder der taz.

Programmhinweis

Mittwoch, 30. August, 12.30 Uhr, im Sportfernsehen:

Deutschland vs. USA.

Dazu empfehlenswert der Zweckpessimismus von Alba-Beobachter Peter Schelling.

Ach so, vorher noch das Achtelfinale: Am Sonntag gegen Nigeria (13 Uhr 3 Uhr nachts, Wdhlg. 17.30). Aber das wird schließlich so souverän wie das Aufwärmen gegen Angola absolviert.